Start · Vermögensverwaltung · Vermögensverwaltung ab welchem Betrag: Mindestanlage und Stufen

Vermögensverwaltung ab welchem Betrag: Mindestanlage und Stufen

Sie haben 100.000 € und lesen, Vermögensverwaltung sei erst ab einer Million sinnvoll. Dabei beginnen digitale Verwalter bei 25 €.

Hier stehen die Mindestbeträge aller zehn Verwalter und die Grenzen, ab denen ihre Gebühren sinken, aus den Verträgen.

Auf die Frage, eine Vermögensverwaltung ab welchem Betrag möglich ist, gibt es heute zwei Antworten: Digitale Verwalter beginnen bei 25 €, einige verlangen 50.000 € oder 100.000 €. Wichtiger als die Einstiegsgrenze sind die Stufen danach, an denen die Gebühr sinkt. Diese Seite zeigt beides aus den Verträgen und Preisverzeichnissen von zehn Anbietern, mit Stand 01.10.2026.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Beraterin und Kunde betrachten Diagramme am Bildschirm

Kurz beantwortet

  • Die niedrigste Mindestanlage hat Whitebox Global mit 25 €, die höchste unter den digitalen Verwaltern LIQID CORE Global mit 100.000 € (Vertragsbedingungen September 2026).
  • Ab 50.000 € öffnet sich Estably; OSKAR senkt dort die Gebühr auf 0,70 %, Whitebox Value auf 0,75 %.
  • Ab 100.000 € kommen LIQID sowie die Estably-Varianten Asset Protect und die Depotbanken LLB und St. Galler Kantonalbank hinzu; Raisin senkt auf 0,32 %, Whitebox Value auf 0,60 %.
  • Weitere Stufen liegen bei 250.000 €, 500.000 € und 1 Mio. €; bei LIQID sinkt die Gebühr von 0,60 % auf 0,40 % ab 1 Mio. €.

Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?

Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.

Ab welchem Betrag ist eine Vermögensverwaltung möglich?

Eine digitale Vermögensverwaltung ist ab 25 € möglich, bei Whitebox mit der Strategie Global. Sieben der zehn Verwalter in unserer Recherche beginnen unter 5.000 €. Estably verlangt 50.000 €, LIQID für CORE Global eine Erstanlage von 100.000 €.

Die Vorstellung, Vermögensverwaltung beginne erst bei sechs- oder siebenstelligen Beträgen, stammt aus der Zeit vor den digitalen Anbietern. Klassische Verwalter und Privatbanken mit persönlicher Betreuung haben wir nicht erhoben; ihre Mindestbeträge und Preise standen nicht in unserer Recherche. Für sie gilt dieselbe Regel: Konditionen aus Vertrag und Preisverzeichnis verlangen, nicht aus der Werbung.

Rechtlich ist Vermögensverwaltung immer dasselbe, gleich wie hoch der Betrag ist: Der Verwalter entscheidet selbst über die Anlage, das heißt Finanzportfolioverwaltung und braucht eine Erlaubnis der BaFin (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG, § 2 Abs. 2 Nr. 9 WpIG) oder die Aufsicht eines anderen EWR-Staats.

Mindestanlage der digitalen Vermögensverwalter
Anbieter, ProduktMindestanlageQuelle der Angabe
Whitebox Global25 €Website
Raisin Vermögensverwaltungkein Betrag im Vertrag, Sparplan ab 25 €Vertrag und Website
bevestor Select500 € (Website), 200 € binnen 24 Monaten (Vertrag)Website und Vertrag
Fidelity Wealth Expert500 €Website
OSKAR klassik1.000 €Vertrag
froots1.500 € oder 75 € im MonatWebsite
comdirect cominvest3.000 €Website
Whitebox Value5.000 €Website
FollowMyMoney MyInvestor5.000 € je StrategiePreisverzeichnis
Estably Modern Value, Best of Funds50.000 €Kostenseite
LIQID CORE Global100.000 €, weitere Depots 20.000 €Vertrag

Abruf 01.10.2026. Bei OSKAR nennt die Website „ab 25 Euro pro Monat“, der Vertrag 1.000 €. Bei FollowMyMoney enthält der Vertrag einen Platzhalter ohne Betrag.

Welche Vermögensverwaltung gibt es ab 50.000 Euro?

Ab 50.000 € stehen neun von zehn digitalen Verwaltern offen, nur LIQID noch nicht. Neu hinzu kommt Estably mit den Strategien Modern Value und Best of Funds; Depotbank ist dann die Baader Bank. Estably berechnet 1,19 % Gebühr zuzüglich 0,30 % Bankspesen und 10 % Gewinnbeteiligung bei neuem Höchststand.

Für zwei Anbieter ist 50.000 € eine Preisstufe. OSKAR senkt die Gebühr auf das ganze Portfolio von 0,80 % auf 0,70 %; laut Kosteninformation kostet OSKAR klassik bei 50.000 € damit 0,85 % oder 425 € im Jahr. Whitebox senkt bei Value von 0,85 % auf 0,75 %. Was alle Anbieter bei genau diesem Betrag kosten, steht unter 50.000 Euro anlegen.

Was ändert sich bei der Vermögensverwaltung ab 100.000 Euro?

Ab 100.000 € öffnet sich LIQID, und drei Anbieter senken ihre Gebühr. LIQID verlangt für CORE Global eine Erstanlage von genau 100.000 € und weist dafür 0,67 bis 0,82 % Gesamtkosten aus, das sind 670 bis 820 € im Jahr. Estably öffnet ab 100.000 € die Strategie Asset Protect mit Gold und Silber sowie die Depotbanken Liechtensteinische Landesbank und St. Galler Kantonalbank.

Raisin senkt die Pauschale von 0,46 % auf 0,32 %, wobei die Grenze genau auf 100.000 € fällt und Preisgrafik und Preisverzeichnis sie unterschiedlich zuordnen. Whitebox senkt bei Value von 0,75 % auf 0,60 %. Umgekehrt nennt bevestor auf der Website 100.000 € als Obergrenze der Einmalanlage.

Wer genau an einer solchen Grenze liegt, kann prüfen, ob ein kleiner Zusatzbetrag die nächste Stufe erreicht. Bei Raisin spart die Stufe ab 100.000 € gegenüber der Stufe darunter 140 € im Jahr (0,14 Prozentpunkte auf 100.000 €, berechnet). Alle Kosten bei diesem Betrag stehen unter 100.000 Euro anlegen.

An welchen Beträgen sinken die Gebühren?

Die Gebühren sinken bei fünf der zehn Verwalter an festen Beträgen, die übrigen berechnen einen gleichen Satz für jede Summe. Die Tabelle zeigt die Grenzen aus den Preisverzeichnissen. In allen Fällen gilt laut Anbieter der Satz der erreichten Stufe für das ganze Portfolio; nur froots nennt auf der Website zusätzlich eine Staffel je Tranche, die im Vertrag fehlt.

Gebührenstufen nach Betrag
AnbieterStufen der Gebühr p. a.
LIQID CORE Globalunter 250.000 € 0,60 %, ab 250.000 € 0,55 %, ab 500.000 € 0,50 %, ab 1 Mio. € 0,40 %, ab 3 Mio. € 0,30 %, ab 5 Mio. € 0,25 %
Whitebox Valueunter 30.000 € 0,95 %, ab 30.000 € 0,85 %, ab 50.000 € 0,75 %, ab 100.000 € 0,60 %, ab 250.000 € 0,45 %, ab 500.000 € 0,35 %
Raisin Vermögensverwaltungbis 100.000 € 0,46 %, ab 100.000 € 0,32 %, ab 250.000 € 0,29 %, ab 500.000 € 0,25 %
OSKARunter 10.000 € 1,00 %, ab 10.000 € 0,80 %, ab 50.000 € 0,70 %
Establyab 50.000 € 1,19 %, ab 250.000 € 1,09 %, ab 500.000 € 0,99 %, ab 750.000 € 0,89 %, ab 1 Mio. € 0,79 %, ab 5 Mio. € auf Anfrage; jeweils plus 0,30 % Bankspesen
Ohne StufeWhitebox Global 0,35 %, comdirect 0,75 %, bevestor 0,60 %, Fidelity 0,55 %, FollowMyMoney 0,49 % plus Pauschale, froots laut Vertrag 1,00 % in den Jahren 1 bis 5

Quelle: Preisverzeichnisse und Kostenseiten der Anbieter, Stand Juni bis September 2026, Abruf 01.10.2026.

Ein Anbieter mit Staffel kann bei kleinem Betrag teurer und bei großem günstiger sein als ein Anbieter mit festem Satz. Whitebox Value kostet bei 50.000 € 0,97 % einschließlich Produktkosten, bei 500.000 € nur noch 0,57 % (berechnet). comdirect bleibt bei jedem Betrag bei 0,98 %.

Beraterin und Kunde betrachten Diagramme am Bildschirm: Details

Welche Angebote gibt es erst ab 250.000 Euro und mehr?

Ab 250.000 € gibt es keine neuen Anbieter, aber günstigere Stufen bei LIQID, Whitebox Value, Raisin und Estably. Neue Produkte kommen erst mit dem Status des Anlegers hinzu: Den Private-Equity-Dachfonds LIQID PRO können nur semiprofessionelle Anleger nach KAGB ab 200.000 € zeichnen, professionelle ab 100.000 €. Die Initialgebühr beträgt 1,00 % der Kapitalzusage, die Laufzeit 12 Jahre, eine Rückgabe ist ausgeschlossen.

Ab 500.000 € und ab 1 Mio. € sinken die Sätze weiter. Bei LIQID liegt die Gebühr ab 1 Mio. € bei 0,40 %, bei Estably bei 0,79 % zuzüglich Bankspesen. Was das für diese Beträge in Euro heißt, steht unter 500.000 Euro anlegen und 1 Million Euro anlegen.

Für Firmen nennt Estably eine eigene Grenze, allerdings widersprüchlich: Die FAQ verlangt 250.000 € zuzüglich 1.490 € Einrichtungsgebühr, die Seite zu den Depotbanken 100.000 €. Einen Vertrag dazu fanden wir nicht.

Ab welchem Betrag lohnt sich eine Vermögensverwaltung?

Ob sich eine Vermögensverwaltung lohnt, lässt sich nicht an einem Betrag festmachen, weil der Ertrag unbekannt ist. Bekannt sind nur die Kosten, und die steigen mit dem Betrag in Euro, auch wenn der Prozentsatz sinkt. Bei 100.000 € liegen sie zwischen 500 € und 1.490 € im Jahr, bei 1 Mio. € zwischen 4.300 € und 11.700 € (berechnet aus den Preisverzeichnissen).

Zwei Fixpunkte helfen bei kleinen Beträgen. FollowMyMoney verlangt eine Transaktionspauschale von mindestens 50 € beziehungsweise 90 € im Jahr; sie wirkt unter etwa 28.600 € beziehungsweise 36.000 € stärker als der Prozentsatz. OSKAR verlangt unter 10.000 € 1,00 % statt 0,70 %. Andere Anbieter haben keine Mindestgebühr.

Die Gegenfrage ist, was die Alternative kostet. Ein eigenes Depot ist günstiger, verlangt aber eigene Entscheidungen, auch in fallenden Märkten. Tages- und Festgeld haben kein Kursrisiko, ihre Zinsen lagen im Herbst 2026 aber unter der Inflationsrate von voraussichtlich 3,3 % im September (Statistisches Bundesamt, vorläufig). Den Kostenvergleich aller Anbieter zeigt der Vermögensverwaltung-Vergleich.

Wer verwaltet, wer berät und wer vermittelt nur?

Ob ein Angebot Vermögensverwaltung ist, entscheidet die Rolle, nicht der Betrag. Ein Verwalter entscheidet selbst, ein Berater empfiehlt und Sie entscheiden, ein Vermittler leitet Sie an ein Produkt weiter. Für die ersten beiden ist eine BaFin-Erlaubnis nötig; für Beratung und Vermittlung allein zu Fonds genügt eine Gewerbeerlaubnis nach § 34f GewO, für Honorarberatung nach § 34h GewO.

Bei bevestor ist die bevestor GmbH Vermittler nach § 34f GewO, verwaltet wird von der Deka Vermögensmanagement GmbH. Horizon65 und Nextwiser sind ganz Vermittler, nicht Verwalter. Bei comdirect ist die Commerzbank selbst Verwalter und Depotbank; sie nimmt nur Einzelkunden an, keine Gemeinschafts- oder Minderjährigendepots. Wer eine persönliche Beratung zu einem großen Betrag sucht, findet die Unterschiede ausführlicher unter 500.000 Euro anlegen.

Welche Risiken gelten unabhängig vom Betrag?

  • Kursverlust: Jede Vermögensverwaltung in Aktien oder Fonds kann an Wert verlieren, auch über Jahre. Eine höhere Mindestanlage heißt nicht mehr Sicherheit.
  • Kosten: Sie fallen jedes Jahr an, auch in Verlustjahren.
  • Anbietersitz: Estably (Liechtenstein) und froots (Österreich) unterliegen ausländischer Aufsicht; bei froots war nicht zu finden, ob Kunden mit Steuersitz in Deutschland aufgenommen werden.
  • Depotbank: Wertpapiere sind bei ihrer Pleite geschützt, weil sie Ihnen gehören (§ 47 InsO). Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 € gesetzlich gesichert (§ 8 Abs. 1 EinSiG).
Beraterin und Kunde betrachten Diagramme am Bildschirm: Blick in den Raum

Häufige Fragen

Ab welcher Summe lohnt sich ein Vermögensverwalter?

Eine feste Summe gibt es nicht, weil der Ertrag nicht vorab feststeht. Digitale Verwalter beginnen bei 25 € (Whitebox Global), LIQID bei 100.000 €. Feststehen nur die Kosten: bei 100.000 € zwischen 500 € und 1.490 € im Jahr. Ob der Ertrag diese Kosten übersteigt, hängt von der Entwicklung der Märkte ab, die niemand vorhersagen kann.

Gibt es eine Vermögensverwaltung ab 50.000 Euro?

Ja, neun von zehn digitalen Verwaltern unserer Recherche nehmen 50.000 € an. Estably beginnt genau bei diesem Betrag. OSKAR senkt ab 50.000 € die Gebühr auf 0,70 % und weist für OSKAR klassik 425 € Gesamtkosten im Jahr aus. Nur LIQID verlangt mindestens 100.000 €.

Welche Vermögensverwaltung gibt es ab 100.000 Euro?

Alle zehn Verwalter unserer Recherche, LIQID ab genau diesem Betrag. Bei LIQID kostet CORE Global dann 0,67 bis 0,82 % oder 670 bis 820 € im Jahr. Estably öffnet ab 100.000 € die Strategie Asset Protect und die Depotbanken in Liechtenstein und der Schweiz. bevestor nennt dagegen 100.000 € als Obergrenze der Einmalanlage auf der Website.

Was ist eine Vermögensverwaltung ab 1 Million?

Bei den digitalen Verwaltern ist es dasselbe Produkt zu niedrigeren Sätzen. LIQID berechnet ab 1 Mio. € 0,40 % statt 0,60 %, Estably 0,79 % statt 1,19 %, jeweils zuzüglich Produktkosten beziehungsweise Bankspesen. Klassische Verwalter und Privatbanken mit persönlicher Betreuung haben wir nicht erhoben. Ihre Konditionen stehen in Vertrag und Preisverzeichnis, die Sie vor Abschluss verlangen können.

Kann ich als Paar eine gemeinsame Vermögensverwaltung eröffnen?

Das hängt vom Anbieter ab. comdirect nimmt für cominvest nur Einzelkunden an, keine Gemeinschafts- oder Minderjährigendepots, und verlangt je Strategie ein eigenes Depot. Für die übrigen Verwalter stand die Frage nicht in den geprüften Unterlagen. Fragen Sie vor der Eröffnung nach, wenn das Depot beiden Partnern gehören soll.

Warum verlangt LIQID 100.000 Euro Mindestanlage?

Den Grund nennt LIQID in den Vertragsbedingungen nicht, dort steht nur die Grenze: 100.000 € für die Erstanlage, 20.000 € für jedes weitere Depot, sofern nichts anderes schriftlich vereinbart ist (Vertragsbedingungen September 2026). Für Private-Equity-Fonds gelten eigene Grenzen, etwa 200.000 € für LIQID PRO, das nur semiprofessionellen Anlegern offensteht.

Weiterlesen

Quellen

  1. LIQID Vertragsbedingungen mit Preisverzeichnis, Stand September 2026
  2. LIQID Private Equity PRO, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  3. Whitebox Mindestanlagesumme, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  4. Estably Kosten, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  5. Estably Depotbanken, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  6. froots FAQ, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  7. comdirect cominvest, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  8. OSKAR Kundendokumente mit Kosteninformation, Stand Juli 2026
  9. Raisin Geschäftsbedingungen Version 19 mit Preisverzeichnis, Stand Juni 2026
  10. Gewerbeordnung § 34f, Stand zuletzt geändert 20.07.2026, Abruf 01.10.2026

Über diese Seite. Wir sind keine Steuerberater, keine Bank und kein Vermögensverwalter und vermitteln keine Finanzprodukte. Wir werten Gesetze, BMF-Schreiben, Sicherungssysteme und die Kosteninformationen der Anbieter aus und nennen jede Quelle. Fehler gefunden? Schreiben Sie an r.peuker@rp-realestate.de.