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100.000 Euro anlegen: Anbieter, Kosten und Einlagensicherung

100.000 € liegen auf einem Konto. Schon die ersten Zinsen ragen über die gesetzliche Sicherung hinaus, und die falsche Verwaltung kostet bis zu 1.490 € im Jahr.

Hier stehen Mindestanlage, Kosten in Euro und Sicherungsgrenzen für genau 100.000 €, jede Zahl mit Quelle und Stand.

Wer 100.000 Euro anlegen will, steht genau an zwei Grenzen: Die gesetzliche Einlagensicherung endet bei 100.000 € je Person und Bank, und mehrere Vermögensverwalter ändern ab diesem Betrag ihre Konditionen. Diese Seite zeigt, welche Anbieter ab 100.000 € offenstehen, was sie in Euro kosten, wie viele Banken der sichere Teil braucht und wie viel Ertrag steuerfrei bleibt. Von hier aus führen Unterseiten zu 50.000 €, 200.000 €, 500.000 € und 1 Million. Wer 100.000 Euro geerbt hat, findet unten die Reihenfolge vom Sichern über die Erbschaftsteuer bis zur Anlage.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Person prüft eine Anlageübersicht am Laptop

Kurz beantwortet

  • Gesetzlich gesichert sind 100.000 € je Person und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Zinsen zählen mit, der Anspruch bleibt trotzdem auf 100.000 € begrenzt (§ 7 Abs. 1 und 2 EinSiG).
  • Eine digitale Vermögensverwaltung kostet bei 100.000 € zwischen 500 € (Raisin, falls die Stufe ab 100.000 € greift) und 1.490 € (Estably Modern Value) im Jahr, berechnet aus den Preisverzeichnissen, Stand 01.10.2026.
  • LIQID nimmt erst ab 100.000 € an und weist dafür 0,67 bis 0,82 % Gesamtkosten aus, also 670 bis 820 € im Jahr (Vertragsbedingungen September 2026).
  • Steuerfrei bleiben 1.000 € Kapitalertrag im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Bei 100.000 € ist das bei 1,0 % Ertrag ausgeschöpft.

Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?

Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.

Was bedeutet es, 100.000 Euro anzulegen?

100.000 Euro anzulegen heißt, den Betrag in einen sicheren, jederzeit verfügbaren Teil und einen Teil aufzuteilen, der Kursschwankungen aushalten darf. Wie groß jeder Teil wird, hängt davon ab, wann Sie das Geld brauchen und wie viel Schwankung Sie ertragen. Eine allgemeingültige Quote gibt es nicht, und wir empfehlen auch keine.

Große Summen kommen auf einen Schlag: als Erbe, als Abfindung, als ausgezahlte Lebensversicherung oder als Erlös aus einem Hausverkauf. Für jeden Anlass gibt es eigene Fristen und Steuerfragen. Die stehen auf den Seiten Erbe anlegen, Abfindung anlegen, Lebensversicherung ausgezahlt und Geld anlegen nach Hausverkauf. Diese Seite beginnt dort, wo das Geld schon auf dem Konto liegt.

Drei Bausteine kommen bei 100.000 € in Frage, einzeln oder kombiniert:

  • Tagesgeld und Festgeld: fester oder variabler Zins, gesetzlich gesichert bis 100.000 € je Bank. Kein Kursrisiko, aber die Inflation kann den Zins übersteigen.
  • Digitale Vermögensverwaltung: ein Verwalter legt in ETFs oder Fonds an und steuert das Depot nach einer vereinbarten Strategie. Kosten 0,56 bis 1,49 % im Jahr laut den Preisverzeichnissen unten, Kursverluste möglich.
  • Eigenes Depot: Sie kaufen selbst. Das ist am günstigsten, verlangt aber eigene Entscheidungen, auch in fallenden Märkten.

Wie viel Geld unter welchen Umständen sicher liegt, regelt das Einlagensicherungsgesetz. Wie Wertpapiere geschützt sind, regeln Depotgesetz und Kapitalanlagegesetzbuch. Beides erklären wir weiter unten an der Summe von 100.000 €.

Welche Anbieter nehmen 100.000 Euro an?

Bei 100.000 € stehen alle zehn digitalen Vermögensverwalter aus unserer Recherche offen, LIQID mit CORE Global sogar erst ab genau diesem Betrag. Die Mindestanlage stammt aus Vertrag oder Preisverzeichnis, wo vorhanden. Wo Website und Vertrag abweichen, nennen wir beides.

Ab 100.000 € öffnen sich zusätzlich Varianten, die darunter verschlossen sind: Estably verlangt für die Strategie Asset Protect und für die Depotbanken Liechtensteinische Landesbank und St. Galler Kantonalbank je 100.000 €. bevestor nennt auf der Website dagegen eine Obergrenze: Einmalanlage ab 500 € bis 100.000 €. Der Vertrag selbst verlangt nur, dass binnen 24 Monaten 200 € erreicht werden.

Mindestanlage der Vermögensverwalter bei 100.000 €
Anbieter, ProduktMindestanlagebei 100.000 € möglichBesonderheit
LIQID CORE Global100.000 €jagenau an der Grenze
Whitebox Global / Value25 € / 5.000 €jaValue-Staffel 0,60 % ab 100.000 €
Estably Modern Value50.000 €jaAsset Protect und Depot LLB ab 100.000 €
froots1.500 €jaAufnahme deutscher Steuerinländer nicht belegt
OSKAR klassik1.000 € (Vertrag)jaStufe 0,70 % gilt ab 50.000 €
Raisin Vermögensverwaltungkein Betrag im VertragjaStaffelgrenze bei genau 100.000 € unklar
comdirect cominvest3.000 €janur Einzeldepot
bevestor Select500 € (Website)laut Website bis 100.000 €Vertrag: 200 € in 24 Monaten
Fidelity Wealth Expert500 €jaStaffel angekündigt, nicht veröffentlicht
FollowMyMoney MyInvestor5.000 € je Strategiejazusätzlich Performance-Gebühr

Quelle: Vertragsbedingungen, Preisverzeichnisse und Kostenseiten der Anbieter, Abruf 01.10.2026; Zusammenstellung in unserer Anbieterrecherche.

Zwei Namen fehlen bewusst in der Tabelle: Horizon65 und Nextwiser sind keine Vermögensverwalter, sondern Vermittler. Horizon65 arbeitet als Finanzanlagenvermittler und Versicherungsmakler nach § 34f und § 34d GewO ohne BaFin-Erlaubnis und veröffentlicht keine Konditionen. Nextwiser vermittelt als Versicherungsmakler eine fondsgebundene Versicherung der Volkswohl Bund. Beide stehen deshalb nicht in einer Reihe mit den Verwaltern. Den vollständigen Merkmalsvergleich finden Sie im Vermögensverwaltung-Vergleich.

Was kostet eine Vermögensverwaltung bei 100.000 Euro?

Eine digitale Vermögensverwaltung kostet bei 100.000 € zwischen 500 € und 1.490 € im Jahr, gerechnet aus Verwaltungsgebühr und laufenden Produktkosten der Fonds. Nur zwei Anbieter weisen diesen Betrag selbst aus: LIQID mit 0,67 bis 0,82 % für 100.000 € und OSKAR klassik mit 0,85 % für 100.000 €. Alle anderen Werte haben wir aus Staffel und Produktkosten berechnet und so gekennzeichnet.

Die Spanne entspricht 990 € im Jahr allein durch die Wahl des Anbieters. Über zehn Jahre sind das ohne Zinseszins 9.900 €. Welche Strategie dahintersteht, ob ETFs, aktive Fonds oder Einzelaktien, unterscheidet die Anbieter zusätzlich. Mehr zu den einzelnen Kostenarten steht auf der Seite Vermögensverwaltung Kosten.

Kosten pro Jahr bei 100.000 €
Anbieter, ProduktGebühr p. a.Produktkosten p. a.Kosten pro JahrArt der Angabe
Whitebox Global0,35 %0,21 %560 €berechnet
Raisin Vermögensverwaltung0,32 % oder 0,46 %0,18 bis 0,19 %500 bis 650 €berechnet, Grenzfall
FollowMyMoney MyInvestor0,49 % + 0,175 bis 0,25 %nicht gefunden665 bis 740 € + Performance-Gebührberechnet
LIQID CORE Global0,60 %0,07 bis 0,22 %670 bis 820 €Anbieterangabe
bevestor Select0,60 %0,12 bis 0,24 %720 bis 840 €berechnet
Whitebox Value0,60 %0,22 %820 €berechnet
OSKAR klassik0,70 %0,15 %850 €Anbieterangabe
comdirect cominvest0,75 %0,23 %980 €berechnet
Fidelity Wealth Expert0,55 %0,56 %1.110 €berechnet
froots1,00 %0,17 %1.170 €berechnet
Estably Modern Value1,19 % + 0,30 % Bankspesenkeine ausgewiesen1.490 € + Performance-Gebührberechnet

Stand der Preisverzeichnisse: Juni bis September 2026, Abruf 01.10.2026. Berechnet: Satz der erreichten Staffel auf den ganzen Betrag plus durchschnittliche Produktkosten. Gebühren inkl. USt, soweit der Anbieter das angibt.

Bei Raisin liegt die Grenze genau auf 100.000 €: Die Preisgrafik nennt 0,46 % „bis 100.000 €“ und 0,32 % „100.000 € bis 250.000 €“, das Preisverzeichnis enthält 100.000 € in beiden Stufen. Welche Stufe gilt, klärt nur der Anbieter. FollowMyMoney wirbt mit „reinen Performance-Gebühren“, das Preisverzeichnis nennt zusätzlich 0,49 % Service-Entgelt und eine Transaktionspauschale der Depotbank. Estably berechnet 10 % Performance-Gebühr auf neue Höchststände.

Mit dem Rechner unten setzen Sie Ihren eigenen Betrag ein. Er sortiert nach Kosten, nicht nach Provision.

Wie ändern sich die Kosten zwischen 50.000 und 1 Million Euro?

Mit steigendem Betrag sinkt der Prozentsatz bei Anbietern mit Staffel, bei Anbietern mit Pauschale bleibt er gleich. LIQID fällt von 0,60 % Verwaltungsgebühr bei 100.000 € auf 0,40 % ab 1 Million, Raisin von 0,46 % auf 0,25 % ab 500.000 €. comdirect, Fidelity, froots laut Vertrag und Whitebox Global berechnen dagegen bei jedem Betrag denselben Satz.

Die folgende Übersicht zeigt vier Anbieter mit unterschiedlichem Modell. Die Unterseiten rechnen jeweils alle Anbieter für ihren Betrag durch: 50.000 Euro anlegen, 200.000 Euro anlegen, 500.000 Euro anlegen und 1 Million Euro anlegen.

Kosten pro Jahr nach Betrag, vier Modelle
Anbieter50.000 €100.000 €200.000 €500.000 €1 Mio. €
LIQID CORE Globalnicht möglich670 bis 820 €1.340 bis 1.640 €2.850 bis 3.600 €4.700 bis 6.200 €
Raisin Vermögensverwaltung320 bis 325 €500 bis 650 €1.000 bis 1.020 €2.150 bis 2.200 €4.300 bis 4.400 €
OSKAR klassik425 €850 €1.700 €4.250 €8.500 €
froots (Vertrag)585 €1.170 €2.340 €5.850 €11.700 €

Berechnet aus Staffel und Produktkosten laut Preisverzeichnis; Anbieterangaben nur LIQID 100.000 € sowie OSKAR 50.000 € und 100.000 €. Stand 01.10.2026.

Auf wie viele Banken verteilen Sie den sicheren Teil von 100.000 Euro?

Für 100.000 € reicht rechnerisch eine Bank, doch schon der erste Euro Zinsen liegt über der gesetzlichen Grenze. Die Einlagensicherung deckt 100.000 € je Person und Bank, Zinsen bis zur Feststellung des Entschädigungsfalls zählen mit, der Gesamtanspruch bleibt aber auf 100.000 € begrenzt (§ 7 Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 1 EinSiG). Wer den gesamten Betrag samt Zinsen gesetzlich sichern will, braucht also zwei Banken.

Wichtig ist, was als eine Bank zählt. Deutsche Bank, Postbank, DSL Bank, FYRST und maxblue sind ein Institut, ebenso Commerzbank und comdirect. Die Liste der Gruppen steht auf der Seite welche Banken gehören zusammen. Bei einem Gemeinschaftskonto zählt jeder Inhaber mit seinem Anteil, im Zweifel zur Hälfte (§ 7 Abs. 4 EinSiG); zwei Personen sind so mit 200.000 € je Bank gesichert.

Banken für den sicheren Teil bei 100.000 €, eine Person
Sicherer AnteilBetragBanken nötig (gesetzlich)
30 %30.000 €1
50 %50.000 €1
70 %70.000 €1
100 %100.000 €1, mit Zinsen 2

Berechnet nach § 8 Abs. 1 und § 7 Abs. 1 und 2 EinSiG, Fassung vom 25.03.2026.

Zwei Sonderregeln helfen nur zeitweise oder ohne Anspruch. Nach dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie, einer Abfindung wegen Arbeitsplatzverlust oder einer Kapitalauszahlung aus Betriebsrente, Riester oder Versorgungswerk sind bis zu 500.000 € gesichert, wenn der Entschädigungsfall binnen sechs Monaten nach der Gutschrift eintritt (§ 8 Abs. 2 und 3 EinSiG). Den Anlass müssen Sie schriftlich glaubhaft machen (§ 8 Abs. 5 EinSiG). Eine gewöhnliche Erbschaft und die Auszahlung einer privaten Lebensversicherung stehen nicht im Katalog des Gesetzes; dort ist die erhöhte Deckung nicht eindeutig. Der sichere Weg ist, auf mehrere Banken je 100.000 € zu verteilen. Details stehen unter Einlagensicherung über 100.000 Euro. Der freiwillige Einlagensicherungsfonds der privaten Banken deckt seit 2025 bis zu 3 Mio. € je Person, höchstens 8,75 % der Eigenmittel der Bank. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht (§ 6 Abs. 19 Statut ESF).

Zwei Angebote taugen für Beträge über 100.000 € nicht: C24 verzinst Tagesgeld nur bis 100.000 € und nimmt Festgeld höchstens bis 100.000 € an. Die TF Bank ist über die schwedische Einlagensicherung bis 1.150.000 SEK gesichert, also in schwedischen Kronen.

Person prüft eine Anlageübersicht am Laptop: Details

Wie viel Zinsen bringen 100.000 Euro im Jahr?

100.000 € bringen bei den geprüften Banken zwischen 500 € und 2.750 € Zinsen im Jahr vor Steuern, je nach Konto und Laufzeit. Das sind 41,67 € bis 229,17 € im Monat. Jeder Satz gilt nur mit seinem Stand-Datum, Zinsen ändern sich laufend.

Die Inflationsrate lag im September 2026 laut Statistischem Bundesamt bei voraussichtlich 3,3 % (vorläufiger Wert, Pressemitteilung vom 30.09.2026). Alle Zinssätze in der Tabelle liegen darunter. Die Kaufkraft von 100.000 € sinkt in diesem Umfeld also auch mit Festgeld, nur langsamer als ohne Zinsen. Was das für eine Entnahme bedeutet, rechnet die Seite von Zinsen leben durch.

Zinsen auf 100.000 € pro Jahr
Bank, ProduktZins p. a.StandZinsen pro Jahr
Commerzbank Online-Festgeld, 1 Jahr2,75 %14.09.20262.750 €
ING Festgeld, 12 Monate, ab 100.000 €2,60 %22.09.20262.600 €
Skatbank Festgeld, 12 Monate1,95 %24.09.20261.950 €
Skatbank Tagesgeld, variabel1,42 %24.09.20261.420 €
Deutsche Bank Flexgeld0,50 %01.06.2025500 €

Quelle: Preisaushänge und Konditionenseiten der Banken, Abruf 01.10.2026. Zinsen pro Jahr berechnet, vor Steuern.

Wie viel Steuer zahlen Sie auf die Erträge aus 100.000 Euro?

Auf Zinsen und Kursgewinne fallen 25 % Abgeltungsteuer an (§ 32d Abs. 1 EStG) plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf (§ 4 SolZG), aber erst oberhalb des Sparer-Pauschbetrags. Der beträgt 1.000 € im Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 € (§ 20 Abs. 9 Satz 1 und 2 EStG). Wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt zusätzlich Kirchensteuer als Zuschlag (§ 51a Abs. 2b EStG).

Bei 100.000 € ist der Pauschbetrag ab 1,0 % Ertrag ausgeschöpft, für Paare ab 2,0 %. Ein Beispiel mit dem Commerzbank-Festgeld von 2,75 %: 2.750 € Zinsen, davon 1.750 € steuerpflichtig. Darauf fallen 437,50 € Abgeltungsteuer und 24,06 € Solidaritätszuschlag an, zusammen 461,56 €. Netto bleiben 2.288,44 € (berechnet, ohne Kirchensteuer).

Die Gebühr der Vermögensverwaltung mindert die Steuer nicht. Der Abzug tatsächlicher Werbungskosten ist bei Kapitalerträgen ausgeschlossen (§ 20 Abs. 9 Satz 1 EStG). Wie die Steuer im Einzelfall ausfällt, etwa bei niedrigem Einkommen, klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.

Welche Risiken hat eine Anlage von 100.000 Euro?

Jede Anlageform trägt ein anderes Risiko, keine ist frei davon. Die Einlagensicherung schützt vor der Pleite einer Bank, nicht vor Kaufkraftverlust. Ein Depot schützt vor der Pleite der Depotbank, nicht vor Kursverlust.

  • Kursverlust: ETF- und Fondsdepots schwanken. Verluste sind jederzeit möglich, auch über mehrere Jahre. Kein Verwalter garantiert einen Wert.
  • Inflation: Liegt der Zins unter der Teuerung von zuletzt 3,3 %, verliert das Geld real an Wert.
  • Insolvenz des Verwalters oder der Depotbank: Wertpapiere gehören dem Kunden und fallen nicht in die Insolvenzmasse (§ 47 InsO), Fondsvermögen ist Sondervermögen (§ 92 Abs. 1 KAGB). Kann ein Institut Wertpapiere nicht herausgeben, zahlt die Anlegerentschädigung 90 %, höchstens 20.000 € (§ 4 Abs. 2 AnlEntG).
  • Währung und Recht: Estably sitzt in Liechtenstein, Guthaben bei LLB und St. Galler Kantonalbank sind teils in Franken gesichert. froots unterliegt österreichischem Recht mit Gerichtsstand Wien.
  • Gebundenes Geld: Festgeld ist während der Laufzeit nicht verfügbar. Der Private-Equity-Fonds LIQID NXT begrenzt Rückgaben auf 5 % des Fondsvermögens je Quartal.

100.000 Euro geerbt: was tun?

Wer 100.000 € geerbt hat, geht in vier Schritten vor: sichern, Erbschaftsteuer prüfen, Reserve festlegen, dann anlegen. Für die Anlage gibt es keine Frist, für die Anzeige beim Finanzamt drei Monate (§ 30 Abs. 1 ErbStG).

  • Sichern: 100.000 € sind genau die gesetzliche Grenze je Person und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Erspartes bei derselben Bank zählt mit (§ 7 Abs. 3 EinSiG). Ein gewöhnliches Erbe fällt nicht eindeutig unter den erhöhten Schutz bis 500.000 €, deshalb im Zweifel auf zwei Banken verteilen.
  • Steuer prüfen: Kinder zahlen auf 100.000 € nichts (Freibetrag 400.000 €, § 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG). Geschwister, Nichten und Neffen haben 20.000 € frei und zahlen 13.750 € (Tabelle unten). Diesen Betrag bis zum Bescheid nicht anlegen.
  • Reserve festlegen: Was in den nächsten Jahren sicher gebraucht wird, bleibt auf Tages- oder Festgeld. Beispielrechnung: Sechs Monatsausgaben von je 2.500 € ergeben 15.000 € (berechnet von geld-was-nun.de). Mehr dazu unter wie viel Geld auf Tagesgeld.
  • Anlegen: Erst der Rest geht in eine Verwaltung oder ein eigenes Depot. Die Kosten stehen in der Tabelle weiter oben, Einmalanlage oder gestaffelter Einstieg unter Erbe in ETF investieren.
Erbschaftsteuer auf 100.000 € nach Verwandtschaft
ErbeSteuerklasseFreibetragSteuer ohne Abzügemit 15.000 € Erbfallkosten
Ehegatte, eingetragener LebenspartnerI500.000 €0 €0 €
Kind, StiefkindI400.000 €0 €0 €
Enkel (Elternteil lebt)I200.000 €0 €0 €
Eltern, GroßelternI100.000 €0 €0 €
Geschwister, Nichte, NeffeII20.000 €13.750 €9.750 €
nicht verwandt, LebensgefährteIII20.000 €24.000 €19.500 €

Berechnet von geld-was-nun.de nach §§ 15, 16 und 19 ErbStG, Stand 01.10.2026: Erbe minus Freibetrag, auf volle 100 € abgerundet (§ 10 Abs. 1 Satz 6 ErbStG), mal Steuersatz, Härteausgleich nach § 19 Abs. 3 ErbStG geprüft. Rechte Spalte zusätzlich mit dem Erbfallkosten-Pauschbetrag von 15.000 € (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG). Ohne Vorschenkungen, Schulden und Versorgungsfreibetrag.

Bei Geschwistern liegt der steuerpflichtige Betrag mit 80.000 € knapp über der Stufe von 75.000 €. Statt 20 % auf alles, also 16.000 €, greift der Härteausgleich (§ 19 Abs. 3 ErbStG): Es bleibt bei 15 % auf 75.000 € (11.250 €) plus der Hälfte der 5.000 € darüber, zusammen 13.750 € (berechnet von geld-was-nun.de). Den Pauschbetrag von 15.000 € für Bestattung, Grabmal und Nachlassabwicklung zieht das Finanzamt ohne Nachweis ab (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG).

Einzelheiten je Verwandtschaftsgrad stehen unter Erbschaftsteuer für Kinder und Erbschaftsteuer für Nichte und Neffe, Rechenwege für andere Beträge unter Erbschaftsteuer berechnen.

Wie gehen Sie mit 100.000 Euro Schritt für Schritt vor?

Am Anfang steht keine Produktwahl, sondern eine Liste mit Ihren Terminen und Ihrem Puffer. Daraus ergibt sich der sichere Teil, danach der Anbieter.

  • Geld zuerst sicher parken, bei Bedarf auf zwei Banken verteilt. Hilfe dazu: Verkaufserlös parken.
  • Beträge notieren, die in den nächsten Jahren fällig werden, und diesen Teil auf Tages- oder Festgeld lassen.
  • Für den Rest Kosten vergleichen: Rechner oben, Merkmale im Vermögensverwaltung-Vergleich.
  • Ex-ante-Kosteninformation des Anbieters lesen. Sie muss Kosten in Euro und Prozent nennen (Art. 50 Abs. 2 DelVO (EU) 2017/565).
  • Bei Erbe die Anzeigefrist von drei Monaten beachten (§ 30 Abs. 1 ErbStG), Details unter Erbschaftsteuer-Freibeträge.

Zur Erbschaftsteuer ein Hinweis: Das Bundesverfassungsgericht verhandelt am 12. und 13.10.2026 über Freibeträge, Steuersätze und die Verschonung von Betriebsvermögen. Bis dahin gelten §§ 16 und 19 ErbStG unverändert. Bei einem Kind liegt der Freibetrag bei 400.000 € (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG), 100.000 € geerbt bleiben dann steuerfrei.

Person prüft eine Anlageübersicht am Laptop: Blick in den Raum

Häufige Fragen

Wie viel Zinsen bekomme ich für 100.000 Euro im Monat?

Bei den geprüften Banken zwischen 41,67 € und 229,17 € im Monat vor Steuern. Der obere Wert gilt für das Commerzbank-Festgeld mit 2,75 % für ein Jahr (Stand 14.09.2026), der untere für Deutsche Bank Flexgeld mit 0,50 % (Stand 01.06.2025). Nach Abzug von Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag bleiben beim Festgeld 2.288,44 € im Jahr, also 190,70 € im Monat.

Sind 100.000 Euro auf einer Bank sicher?

Gesetzlich gesichert sind 100.000 € je Person und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Zinsen zählen zwar mit, der Anspruch bleibt aber auf 100.000 € begrenzt. Was darüber liegt, deckt bei privaten Banken nur der freiwillige Einlagensicherungsfonds, ohne Rechtsanspruch. Nach Abfindung oder Verkauf einer privaten Wohnimmobilie gelten sechs Monate lang bis 500.000 € (§ 8 Abs. 2 EinSiG), nach einem gewöhnlichen Erbe nicht eindeutig.

Welche Vermögensverwalter nehmen erst ab 100.000 Euro Kunden auf?

LIQID verlangt für CORE Global eine Erstanlage von 100.000 € (Vertragsbedingungen September 2026), jedes weitere Depot ab 20.000 €. Estably verlangt 100.000 € für die Strategie Asset Protect und für Depots bei der Liechtensteinischen Landesbank oder der St. Galler Kantonalbank. Die übrigen Verwalter unserer Recherche beginnen zwischen 25 € und 50.000 €.

Kann ich die Gebühren der Vermögensverwaltung von der Steuer absetzen?

Nein. Bei Kapitalerträgen ist der Abzug tatsächlicher Werbungskosten ausgeschlossen, berücksichtigt wird nur der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €, bei Zusammenveranlagung 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Eine Gebühr von 850 € im Jahr bei 100.000 € mindert also die Steuer nicht. Sie senkt nur den Ertrag, auf den später Steuer anfällt.

Was passiert mit meinem Depot, wenn der Anbieter pleitegeht?

Wertpapiere im Depot gehören Ihnen und fallen nicht in die Insolvenzmasse der Bank, sie werden ausgesondert (§ 47 InsO). Fondsvermögen ist zusätzlich als Sondervermögen von der Fondsgesellschaft getrennt (§ 92 Abs. 1 KAGB). Nur wenn ein Institut Wertpapiere nicht herausgeben kann, greift die Anlegerentschädigung mit 90 % der Forderung, höchstens 20.000 € (§ 4 Abs. 2 AnlEntG). Kursverluste ersetzt niemand.

Muss ich ein Erbe von 100.000 Euro dem Finanzamt melden?

Ja, jeder Erwerb von Todes wegen ist binnen drei Monaten nach Kenntnis dem Erbschaftsteuer-Finanzamt anzuzeigen (§ 30 Abs. 1 ErbStG). Die Pflicht entfällt, wenn ein Gericht oder Notar ein Testament eröffnet hat und das Verhältnis zum Erblasser daraus hervorgeht, außer bei Grundbesitz, Betriebsvermögen oder Auslandsvermögen. Steuer fällt bei Kindern bis 400.000 € nicht an.

Ich habe 100.000 € geerbt. Was würdest du damit machen?

Eine persönliche Empfehlung geben wir nicht, die Reihenfolge ist aber klar: zuerst auf zwei Banken sichern, dann Erbschaftsteuer und die Anzeigefrist von drei Monaten klären (§ 30 Abs. 1 ErbStG), danach eine Reserve für die nächsten Jahre auf Tages- oder Festgeld legen und erst den Rest anlegen. Eine digitale Vermögensverwaltung kostet bei 100.000 € zwischen 500 € und 1.490 € im Jahr, ein eigenes ETF-Depot weniger. Kursverluste sind in beiden Fällen möglich.

Ich habe 100.000 € von meiner Tante geerbt. Wie viel Erbschaftsteuer zahle ich?

Ohne weitere Abzüge 13.750 €. Als Nichte oder Neffe gehören Sie zur Steuerklasse II mit 20.000 € Freibetrag (§ 15 Abs. 1, § 16 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG). Auf 80.000 € gelten eigentlich 20 %, der Härteausgleich nach § 19 Abs. 3 ErbStG begrenzt die Steuer aber auf 13.750 €. Mit dem Pauschbetrag von 15.000 € für Erbfallkosten (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG) sinkt sie auf 9.750 € (berechnet von geld-was-nun.de).

Quellen

  1. Einlagensicherungsgesetz § 8 (Deckungssumme), Stand zuletzt geändert 25.03.2026, Abruf 01.10.2026
  2. Einlagensicherungsgesetz § 7 (Berechnung, Gemeinschaftskonto), Stand zuletzt geändert 25.03.2026, Abruf 01.10.2026
  3. Einkommensteuergesetz § 20 (Sparer-Pauschbetrag), Stand zuletzt geändert 29.06.2026, Abruf 01.10.2026
  4. Einkommensteuergesetz § 32d (Abgeltungsteuer), Stand Abruf 01.10.2026
  5. Statut des Einlagensicherungsfonds, Stand Fassung Oktober 2023, Abruf 01.10.2026
  6. LIQID Vertragsbedingungen mit Preisverzeichnis, Stand September 2026
  7. OSKAR Kundendokumente mit Kosteninformation, Stand Juli 2026
  8. Raisin Geschäftsbedingungen Version 19 mit Preisverzeichnis, Stand Juni 2026
  9. Whitebox Gebühren, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  10. Estably Kosten, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  11. Commerzbank Online-Termingeld EUR, Stand 14.09.2026
  12. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 348: Inflationsrate September 2026, Stand 30.09.2026
  13. Erbschaftsteuergesetz § 10 (steuerpflichtiger Erwerb, Erbfallkosten-Pauschbetrag), Stand zuletzt geändert 22.06.2026, Abruf 01.10.2026
  14. Erbschaftsteuergesetz § 15 (Steuerklassen), Stand zuletzt geändert 22.06.2026, Abruf 01.10.2026
  15. Erbschaftsteuergesetz § 16 (Freibeträge), Stand zuletzt geändert 22.06.2026, Abruf 01.10.2026
  16. Erbschaftsteuergesetz § 19 (Steuersätze, Härteausgleich), Stand zuletzt geändert 22.06.2026, Abruf 01.10.2026
  17. Erbschaftsteuergesetz § 30 (Anzeige des Erwerbs), Stand Abruf 01.10.2026
  18. BVerfG, Pressemitteilung Nr. 48/2026 (Verhandlung ErbStG am 12.10.2026), Stand 30.07.2026

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