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Vermögensverwaltung Vergleich: 10 Anbieter nach Merkmalen
Jeder Verwalter nennt seine Kosten anders, und manche Werbung widerspricht dem eigenen Preisverzeichnis. Bei 100.000 € geht es um bis zu 990 € im Jahr.
Hier stehen alle Merkmale aus Verträgen und Preisverzeichnissen nebeneinander, mit Kosten in Euro und offen benannten Widersprüchen.
Ein Vermögensverwaltung Vergleich zeigt, was zehn digitale Verwalter laut ihren eigenen Verträgen und Preisverzeichnissen verlangen: Mindestanlage, Gebühr, Produktkosten, Depotbank, Aufsicht und Kündigung. Wir vergleichen Merkmale, keine Testnoten, und wir ernennen keinen Testsieger. Jede Zahl steht mit Quelle und Stand; wo Website und Vertrag sich widersprechen, nennen wir beides.
Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Kurz beantwortet
- Die Mindestanlage der zehn Verwalter reicht von 25 € (Whitebox Global) über 50.000 € (Estably) bis 100.000 € (LIQID CORE Global), laut Verträgen und Preisseiten, Abruf 01.10.2026.
- Bei 100.000 € kosten die Verwalter zwischen 500 € (Raisin) und 1.490 € (Estably) im Jahr, berechnet aus Gebühr und Produktkosten; nur LIQID und OSKAR weisen den Betrag selbst aus.
- Horizon65 und Nextwiser sind keine Vermögensverwalter, sondern Vermittler nach § 34f und § 34d GewO; sie stehen deshalb nicht in der Tabelle.
- Wertpapiere im Depot gehören dem Kunden und fallen bei einer Pleite nicht in die Insolvenzmasse (§ 47 InsO); Kursverluste ersetzt aber niemand.
Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?
Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.
Was vergleicht ein Vermögensverwaltung-Vergleich?
Ein Vermögensverwaltung-Vergleich stellt Merkmale nebeneinander, die in Vertrag, Preisverzeichnis und Kosteninformation stehen: Mindestanlage, Gebühr, laufende Produktkosten, Depotbank, Einlagensicherung für das Verrechnungskonto, Aufsicht und Kündigung. Daraus lässt sich ablesen, welcher Anbieter für einen Betrag überhaupt in Frage kommt und was er in Euro kostet.
Was ein solcher Vergleich nicht leisten kann, ist eine Aussage über künftige Erträge. Renditecharts der Anbieter sind Werbung und zeigen die Vergangenheit; wir übernehmen sie nicht. Ein Testsieger setzt eine Gewichtung voraus, die für jeden Leser anders ausfällt. Deshalb nennen wir die Merkmale und überlassen Ihnen die Gewichtung.
Vermögensverwaltung heißt rechtlich Finanzportfolioverwaltung: Der Verwalter entscheidet selbst über die Anlage im Rahmen einer vereinbarten Strategie. Dafür braucht er eine Erlaubnis der BaFin (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG, § 2 Abs. 2 Nr. 9 WpIG) oder, bei einem Sitz im EWR, die Aufsicht seines Heimatlandes mit Anzeige in Deutschland. Alle zehn Anbieter unten erfüllen das, mit unterschiedlicher Konstruktion.
Welche Vermögensverwalter gibt es im Vergleich?
Im Vergleich stehen zehn digitale Vermögensverwalter, sortiert nach Mindestanlage. Die Werte stammen aus Vertragsbedingungen, Preis- und Leistungsverzeichnissen, Kosteninformationen und der BaFin-Unternehmensdatenbank, abgerufen am 01.10.2026.
| Anbieter, Produkt | Mindestanlage | Gebühr p. a. | Produktkosten p. a. | Depotbank | Aufsicht | Kündigung Kunde |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Whitebox Global | 25 € | 0,35 % inkl. MwSt | Ø 0,21 % | flatexDEGIRO Bank | BaFin, Wertpapierinstitut | jederzeit |
| Raisin Vermögensverwaltung | im Vertrag kein Betrag, Sparplan 25 € | 0,46 % bis 0,25 % nach Betrag | 0,18 bis 0,19 % | Raisin Bank | BaFin, Kreditinstitut | 2 Wochen Frist |
| bevestor Select | 500 € (Website), 200 € (Vertrag) | 0,60 %, mit Anlageschutz 0,80 %, inkl. USt | 0,12 bis 0,24 % | DekaBank | Verwalter Deka Vermögensmanagement, BaFin | jederzeit |
| Fidelity Wealth Expert | 500 € | 0,55 % | Ø 0,56 % | FIL Fondsbank | BaFin, Kreditinstitut | jederzeit |
| OSKAR klassik | 1.000 € (Vertrag) | 1,00 % bis 0,70 % ab 50.000 €, inkl. USt | 0,15 % | Baader Bank | Verwalter Scalable Capital Bank, BaFin | jederzeit |
| froots | 1.500 € oder 75 € im Monat | 1,00 % bis 0,90 % nach Vertragsjahren | Ø 0,17 % | Schelhammer Capital Bank, Wien | FMA Österreich | jederzeit |
| comdirect cominvest classic, green | 3.000 € | 0,75 % inkl. USt | Ø 0,23 % | Commerzbank | BaFin und EZB | jederzeit |
| Whitebox Value | 5.000 € | 0,95 % bis 0,35 % ab 500.000 €, inkl. MwSt | Ø 0,22 % | flatexDEGIRO Bank | BaFin, Wertpapierinstitut | jederzeit |
| FollowMyMoney MyInvestor | 5.000 € je Strategie | 0,49 % + 0,175 bis 0,25 % + 19 % Performance-Gebühr | nicht gefunden | Baader Bank | BaFin, Wertpapierinstitut | sofort |
| Estably Modern Value, Best of Funds | 50.000 € | 1,19 % bis 0,79 % + 0,30 % Bankspesen + 10 % Performance-Gebühr | Best of Funds 0,50 bis 0,80 % | Baader Bank, LLB oder St. Galler Kantonalbank | FMA Liechtenstein | jederzeit |
| LIQID CORE Global | 100.000 € | 0,60 % bis 0,25 % ab 5 Mio. €, inkl. USt | 0,07 bis 0,22 % | Upvest (Website), V-Bank (Produktinformation) | BaFin, Wertpapierinstitut | 2 Wochen Frist |
Quelle: Vertragsbedingungen, Preisverzeichnisse und Kosteninformationen der Anbieter sowie BaFin-Unternehmensdatenbank (Stand der Daten 30.09.2026), Abruf 01.10.2026. Whitebox Global und Value sind zwei Strategien desselben Anbieters.
Hinter einigen Marken stehen mehrere Gesellschaften. Bei bevestor ist die bevestor GmbH nur Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO, verwaltet wird von der Deka Vermögensmanagement GmbH. Bei OSKAR verwaltet die Scalable Capital Bank, die Oskar.de GmbH betreibt Website und App. FollowMyMoney ist die Marke der FELS wealth GmbH. Raisin wird bei financeAds noch als „fairrobo“ geführt; der Name kommt in den Unterlagen nicht mehr vor, aktuell heißt das Angebot Raisin Vermögensverwaltung der Raisin Bank AG.
Die Kosten für Ihren eigenen Betrag rechnet der Rechner weiter unten. Für feste Beträge stehen die Ergebnisse auf den Seiten 50.000 Euro anlegen, 100.000 Euro anlegen, 500.000 Euro anlegen und 1 Million Euro anlegen.
Warum fehlen Horizon65 und Nextwiser im Vergleich?
Horizon65 und Nextwiser fehlen, weil sie kein Vermögen verwalten, sondern Produkte vermitteln. Horizon65 arbeitet als Finanzanlagenvermittler und Versicherungsmakler nach § 34f und § 34d GewO. In der BaFin-Unternehmensdatenbank ist keine Erlaubnis eingetragen, Konditionen veröffentlicht Horizon65 nicht. Auf die Frage, ob Horizon65 das Geld verwaltet, antwortet die eigene FAQ mit Nein.
Nextwiser, betrieben von der Waywiser Technologies GmbH, ist Versicherungsmakler nach § 34d GewO. Das Produkt ist eine fondsgebundene Versicherung der Volkswohl Bund mit ETFs im Versicherungsmantel. Nextwiser nennt eine Effektivkostenquote von durchschnittlich 0,5 bis 0,99 % zuzüglich Fondskosten; an anderer Stelle heißt es, die Gesamtkostenquote liege unter 1 %. Beides passt nur zusammen, wenn die Fondskosten sehr niedrig sind. Ein Vertragsdokument war öffentlich nicht zu finden.
Beide Angebote können für manche Leser passen, etwa für eine Altersvorsorge im Versicherungsmantel nach einer ausgezahlten Lebensversicherung. Sie werden aber anders reguliert und anders bezahlt und gehören deshalb nicht in eine Reihe mit den Verwaltern. Mehr dazu unter Lebensversicherung ausgezahlt.
Was kosten die Vermögensverwalter in Euro?
Die zehn Verwalter kosten bei 100.000 € zwischen 500 € und 1.490 € im Jahr, bei 1 Million € zwischen 4.300 € und 11.700 €. Nur zwei Anbieter weisen in ihrer Kosteninformation einen dieser Beträge selbst aus: LIQID mit 0,67 bis 0,82 % für 100.000 € und OSKAR klassik mit 0,85 % für 50.000 € und 100.000 €. Alle übrigen Werte sind aus Staffel und Produktkosten berechnet.
Prozentsätze täuschen über die Größenordnung hinweg. Ein Unterschied von 0,5 Prozentpunkten bedeutet bei 100.000 € 500 € im Jahr, bei 1 Million 5.000 €. Wie sich die einzelnen Kostenarten zusammensetzen und wo die Anbieter sie unterschiedlich ausweisen, steht auf der Seite Vermögensverwaltung Kosten.
| Anbieter, Produkt | 50.000 € | 100.000 € | 500.000 € | 1 Mio. € |
|---|---|---|---|---|
| Raisin Vermögensverwaltung | 320 bis 325 € | 500 bis 650 € | 2.150 bis 2.200 € | 4.300 bis 4.400 € |
| Whitebox Global | 280 € | 560 € | 2.800 € | 5.600 € |
| LIQID CORE Global | nicht möglich | 670 bis 820 € | 2.850 bis 3.600 € | 4.700 bis 6.200 € |
| Whitebox Value | 485 € | 820 € | 2.850 € | 5.700 € |
| FollowMyMoney MyInvestor | 332,50 bis 370 € | 665 bis 740 € | 3.325 bis 3.700 € | 6.650 bis 7.400 € |
| bevestor Select | 360 bis 420 € | 720 bis 840 € | 3.600 bis 4.200 € | 7.200 bis 8.400 € |
| OSKAR klassik | 425 € | 850 € | 4.250 € | 8.500 € |
| comdirect cominvest | 490 € | 980 € | 4.900 € | 9.800 € |
| Fidelity Wealth Expert | 555 € | 1.110 € | 5.550 € | 11.100 € |
| froots (Vertrag) | 585 € | 1.170 € | 5.850 € | 11.700 € |
| Estably Modern Value | 745 € | 1.490 € | 6.450 € | 10.900 € |
Berechnet: Satz der erreichten Staffel auf den ganzen Betrag plus durchschnittliche Produktkosten laut Preisverzeichnis. Anbieterangaben: LIQID 100.000 €, OSKAR 50.000 € und 100.000 €. Ohne Performance-Gebühren von FollowMyMoney und Estably. Stand 01.10.2026.
Mit dem Rechner setzen Sie Ihren eigenen Betrag ein. Er sortiert nach Kosten, nicht nach Provision, und zeigt nur Anbieter, deren Mindestanlage Ihr Betrag erreicht.
Wie unterscheiden sich die Strategien der Verwalter?
Die Strategien unterscheiden sich vor allem darin, worin das Geld steckt und wie viel davon in Aktien liegt. Sechs der zehn Verwalter bauen ihre Portfolios überwiegend aus ETFs: Whitebox, Raisin, OSKAR, comdirect, froots und LIQID CORE Global. Fidelity setzt auf Fonds aus dem eigenen Haus und aktive ETFs; dazu passen die höheren Produktkosten von durchschnittlich 0,56 %, ältere Fidelity-Seiten nannten sogar 0,88 %. Estably investiert nach eigener Darstellung aktiv in Einzelaktien nach einem Value-Ansatz und in Fonds. FollowMyMoney spiegelt die Depots externer Investoren, deren Strategien Sie auswählen.
Innerhalb einer Strategie wählen Sie bei mehreren Anbietern eine Risikostufe, die sich am Aktienanteil festmacht. Raisin bietet Risikoklassen von 30 bis 100 und eine Geldmarktklasse, LIQID Risikoklassen von 10 bis 100, OSKAR die Strategien Oskar 50 bis Oskar 90. Je höher der Aktienanteil, desto größer die möglichen Schwankungen nach oben und unten. Die Produktkosten sinken bei LIQID mit steigendem Aktienanteil, von 0,22 % in Risikoklasse 10 auf 0,07 % in Risikoklasse 100.
Zwei Anbieter bieten zusätzlich Bausteine außerhalb der Börse an. LIQID mischt bei CORE Global+ einen Private-Equity-Fonds bei, dessen Kosten deutlich höher liegen und dessen Anteile nur begrenzt zurückgegeben werden können. bevestor bietet einen optionalen Anlageschutz für 0,20 Prozentpunkte mehr Gebühr. Welche Konstruktion zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie lange Sie das Geld nicht brauchen und wie viel Schwankung Sie aushalten.

Wo widersprechen sich Werbung und Vertrag?
Bei neun der zehn Verwalter weichen Website und Vertragsunterlagen in mindestens einem Punkt voneinander ab. Maßgeblich ist der Vertrag mit Preisverzeichnis; wir nennen trotzdem beide Angaben, damit Sie wissen, wonach Sie fragen müssen.
- FollowMyMoney: wirbt mit „reinen Performance-Gebühren“; das Preisverzeichnis nennt zusätzlich 0,49 % Service-Entgelt und 0,175 bis 0,25 % Transaktionspauschale der Depotbank. Die Mindestanlage im Vertrag ist ein Platzhalter ohne Betrag, das Preisverzeichnis nennt 5.000 €.
- comdirect: Preisverzeichnis und Produktseite nennen 0,75 % Entgelt, eine verlinkte Broschüre vom August 2025 noch 0,95 %.
- OSKAR: Website 0,14 % Produktkosten, Kosteninformation 0,15 %; Website „ab 25 Euro pro Monat“, Vertrag 1.000 € Mindestanlage.
- Raisin: Website nennt 0,09 bis 0,13 % ETF-Kosten, der Kostenausweis 0,18 bis 0,19 % einschließlich Transaktionskosten in den Fonds. Bei genau 100.000 € ist unklar, welche Gebührenstufe gilt.
- Fidelity: aktuelle Seite Ø 0,56 % Fondskosten, ältere Seiten Ø 0,88 %; eine angekündigte Staffel ist nicht veröffentlicht.
- froots: Website mit Volumenstaffel je Tranche, Vertrag nur mit Staffel nach Vertragsjahren.
- LIQID: Website nennt Upvest als Depotbank, die Produktinformation vom August 2026 die V-Bank.
- bevestor: Die Website nennt 500 € Einmalanlage als Minimum, der Vertrag verlangt nur 200 € binnen 24 Monaten.
Estably nennt auf einer Seite drei Depotbanken, auf zwei anderen nur Baader Bank und Liechtensteinische Landesbank. Für das Firmendepot stehen 250.000 € und 100.000 € Mindestanlage auf zwei verschiedenen Seiten. Nur bei Whitebox fanden wir keinen Widerspruch zum Vertrag, allerdings stammen Vertrag und Preisverzeichnis dort aus dem Jahr 2021 und verweisen für die Gebührenhöhe auf die Website.
Wie sicher ist das Geld bei einem Vermögensverwalter?
Das Geld ist bei einem Vermögensverwalter so sicher wie bei der Depotbank, bei der es liegt, denn der Verwalter selbst darf kein Kundenvermögen halten. Wertpapiere im Depot gehören Ihnen; bei einer Pleite der Bank werden sie ausgesondert und fallen nicht in die Insolvenzmasse (§ 47 InsO). Fondsvermögen ist zusätzlich Sondervermögen, getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft (§ 92 Abs. 1, § 99 Abs. 3 KAGB).
Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist dagegen eine Einlage und bis 100.000 € je Person und Bank gesetzlich gesichert (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Kann ein Institut Wertpapiere nicht herausgeben, greift die Anlegerentschädigung mit 90 %, höchstens 20.000 € (§ 4 Abs. 2 AnlEntG). Kursverluste, Beratungsfehler und Verluste aus der Strategie sind nicht gedeckt.
| Anbieter | Sicherung Guthaben |
|---|---|
| comdirect (Commerzbank) | gesetzlich 100.000 € plus freiwilliger Fonds der privaten Banken |
| Fidelity (FIL Fondsbank) | gesetzlich 100.000 € plus freiwilliger Fonds der privaten Banken |
| OSKAR (Baader Bank) | gesetzlich 100.000 € plus freiwilliger Fonds der privaten Banken |
| Whitebox (flatexDEGIRO) | gesetzlich 100.000 € |
| Raisin | gesetzlich 100.000 €, freiwilliger Fonds nicht gefunden |
| LIQID | Treuhandkonten bei Deutsche Bank und ABN AMRO, gesetzlich 100.000 € |
| froots (Schelhammer) | Einlagensicherung Austria, 100.000 € |
| Estably | Baader und LLB 100.000 € bzw. 100.000 Franken; St. Galler Kantonalbank über esisuisse |
| bevestor | kein Geldkonto, Zahlungen über Ihr Referenzkonto |
| FollowMyMoney | Verweis auf die Partnerbank, Höhe nicht gefunden |
Quelle: Sicherheitsseiten, Informationsbogen für Einleger und Vertragsunterlagen der Anbieter, Abruf 01.10.2026.
Wer zusätzlich Tages- oder Festgeld hält, verteilt es nach denselben Regeln. Die Grundlagen stehen unter Einlagensicherung und Einlagensicherung im Depot.
Nach welchen Kriterien wählen Sie einen Vermögensverwalter aus?
Sie wählen nach den Kriterien, die für Ihre Lage zählen, und in einer festen Reihenfolge: erst die Ausschlusskriterien, dann die Kosten, dann die Strategie. Diese Liste ersetzt keine Beratung, sie ordnet die Fragen.
- Mindestanlage: Erreicht Ihr Betrag die Grenze? LIQID erst ab 100.000 €, Estably ab 50.000 €. Mehr dazu unter Vermögensverwaltung ab welchem Betrag.
- Kosten in Euro: Gebühr plus Produktkosten für Ihren Betrag, dazu eine mögliche Performance-Gebühr.
- Strategie: ETFs (Whitebox, Raisin, OSKAR, comdirect, froots, LIQID), Fidelity-Fonds und aktive ETFs (Fidelity), Einzelaktien und Fonds (Estably), Strategien externer Investoren (FollowMyMoney).
- Nachhaltigkeit: eigene Varianten bei comdirect (cominvest green), Whitebox (Global Green, Value Green) und bevestor (Select ESG).
- Recht und Aufsicht: deutsches Recht und BaFin oder ausländische Aufsicht wie bei Estably (Liechtenstein) und froots (Österreich). Bei froots war nicht zu finden, ob Kunden mit Steuersitz in Deutschland aufgenommen werden.
- Kündigung: Alle zehn erlauben die Kündigung ohne Mindestlaufzeit; LIQID und Raisin mit zwei Wochen Frist.
Welche Risiken bleiben bei jeder Vermögensverwaltung?
Bei jeder Vermögensverwaltung bleibt das Kursrisiko beim Kunden. Der Verwalter steuert das Depot nach einer Strategie, er garantiert keinen Wert und keine Rendite. In schwachen Börsenjahren fällt das Depot, auch über mehrere Jahre, und die Gebühr fällt trotzdem an.
Hinzu kommen Risiken der Konstruktion: Bei Anbietern mit Sitz im Ausland gelten fremdes Recht und fremder Gerichtsstand, bei Estably teils eine Sicherung in Franken. Private-Equity-Beimischungen wie bei LIQID CORE Global+ binden Kapital, Rückgaben sind dort auf 5 % je Quartal und 20 % im Jahr begrenzt. Die Inflation lag im September 2026 bei voraussichtlich 3,3 % (Statistisches Bundesamt, vorläufig); sie mindert den realen Wert jedes Ertrags.
Vor Vertragsschluss muss Ihnen jeder Verwalter eine Kosteninformation mit Euro-Beträgen und Prozentsätzen geben (§ 63 Abs. 7 WpHG, Art. 50 DelVO (EU) 2017/565), danach jährlich eine Aufstellung der tatsächlichen Kosten. Fordern Sie sie für Ihren Betrag an, wenn die öffentliche Fassung mit 10.000 € rechnet.
Wie gehen Sie beim Vergleich praktisch vor?
- Betrag festlegen, der angelegt werden soll, nach Abzug des Teils, der verfügbar bleiben muss.
- In der Tabelle oben alle Anbieter streichen, deren Mindestanlage nicht passt.
- Für die übrigen die Kosten im Rechner vergleichen.
- Strategie, Nachhaltigkeit, Recht und Ansprechpartner abwägen; der Anlage-Finder oben filtert danach.
- Ex-ante-Kosteninformation für den eigenen Betrag anfordern und mit unserer Rechnung abgleichen.

Häufige Fragen
Welche Vermögensverwaltung ist Testsieger?
Einen Testsieger nennen wir nicht, weil jede Rangfolge eine Gewichtung voraussetzt, die für jeden Anleger anders ausfällt. Wir vergleichen Merkmale aus Verträgen und Preisverzeichnissen: Mindestanlage, Kosten in Euro, Depotbank, Aufsicht und Kündigung. Bei 100.000 € liegen die berechneten Kosten zwischen 500 € und 1.490 € im Jahr. Welche Strategie zu Ihnen passt, entscheiden Sie.
Kann ich die Rendite der Vermögensverwalter vergleichen?
Nur rückblickend, und das sagt nichts über die Zukunft. Die Renditecharts der Anbieter sind Werbung, berechnet über unterschiedliche Zeiträume und Strategien. Wir übernehmen sie deshalb nicht. Vergleichbar und vorab bekannt sind nur die Kosten, und die mindern jeden Ertrag: Bei 100.000 € liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Verwalter 990 € im Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen Robo-Advisor und Vermögensverwaltung?
Rechtlich keiner, wenn der Robo-Advisor selbst über die Anlage entscheidet. Dann ist es Finanzportfolioverwaltung und braucht eine BaFin-Erlaubnis oder eine gleichwertige Aufsicht im EWR. Digitale Verwalter wie Whitebox, OSKAR oder Raisin arbeiten so. Anders ist es bei Vermittlern wie Horizon65 oder Nextwiser, die Produkte nur vermitteln und keine Anlageentscheidungen treffen.
Welcher Vermögensverwalter hat die niedrigste Mindestanlage?
Whitebox mit der Strategie Global ab 25 € je Anlage. Fidelity Wealth Expert und bevestor beginnen bei 500 €, bevestor verlangt laut Vertrag nur, dass binnen 24 Monaten 200 € erreicht werden. OSKAR nennt im Vertrag 1.000 €. Am oberen Ende stehen Estably mit 50.000 € und LIQID CORE Global mit 100.000 €.
Ist mein Geld weg, wenn der Vermögensverwalter pleitegeht?
Nein, die Wertpapiere liegen nicht beim Verwalter, sondern bei einer Depotbank und gehören Ihnen. Bei einer Pleite werden sie ausgesondert (§ 47 InsO). Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 € je Person und Bank gesetzlich gesichert. Nur wenn ein Institut Wertpapiere nicht herausgeben kann, zahlt die Anlegerentschädigung höchstens 20.000 €. Kursverluste deckt keine Sicherung.
Gibt es eine Vermögensverwaltung mit persönlichem Ansprechpartner?
Ob ein fester Ansprechpartner zur Leistung gehört, steht in den geprüften Preisverzeichnissen nicht durchgängig. comdirect nennt in der Fernabsatzinformation eine kostenpflichtige persönliche Unterstützung, den Preis dafür fanden wir im Preisverzeichnis nicht. Der Anlage-Finder auf dieser Seite filtert nach Anbietern mit persönlichem Ansprechpartner. Wer Beratung will, braucht einen Anlageberater, keinen Verwalter.
Quellen
- LIQID Vertragsbedingungen mit Preisverzeichnis, Stand September 2026
- Whitebox Gebühren, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
- Estably Kosten, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
- froots Vermögensverwaltungsvertrag, Stand September 2026
- OSKAR Kundendokumente mit Kosteninformation, Stand Juli 2026
- Raisin Geschäftsbedingungen Version 19 mit Preisverzeichnis, Stand Juni 2026
- comdirect Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand Juli 2026
- bevestor Allgemeine Geschäftsbedingungen mit Preismodell, Stand gültig ab 01.12.2025
- Fidelity Wealth Expert, Stand PIA1407, Stand 09.2026
- FollowMyMoney Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand Version 2.0
- Horizon65 Erstinformation, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
- Nextwiser FAQ, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
- BaFin-Merkblatt Finanzportfolioverwaltung, Stand Juli 2018, geändert 25.07.2018
- Anlegerentschädigungsgesetz § 4, Stand zuletzt geändert 09.04.2026, Abruf 01.10.2026
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