Start · Summen anlegen · Von Zinsen leben: Wie viel Kapital für 1.000 bis 3.000 € im Monat
Von Zinsen leben: Wie viel Kapital für 1.000 bis 3.000 € im Monat
Sie wollen vom Ersparten leben, ohne es aufzubrauchen. Doch die Preise stiegen zuletzt um 3,3 %, mehr als jedes geprüfte Konto an Zinsen zahlt.
Hier steht, wie viel Kapital Sie für Ihr Monatsbudget brauchen, gerechnet mit belegten Zinsen, Steuer und amtlicher Inflation.
Von Zinsen leben heißt, nur den Ertrag auszugeben und das Kapital unangetastet zu lassen. Mit den Zinsen vom Herbst 2026 braucht eine Person für 2.000 € netto im Monat zwischen rund 1,04 Mio. € und 2,27 Mio. €, je nach Bank und Laufzeit. Diese Seite rechnet das mit belegten Zinssätzen samt Stand, mit Abgeltungsteuer und mit der amtlichen Inflationsrate des Statistischen Bundesamts.
Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Kurz beantwortet
- Für 2.000 € netto im Monat braucht eine Person bei 3,10 % Festzins für zehn Jahre (Commerzbank, Stand 14.09.2026) rund 1.039.980 € Kapital, bei 1,42 % Tagesgeldzins (Skatbank, Stand 24.09.2026) rund 2.270.379 € (berechnet).
- Die Inflationsrate lag im September 2026 bei voraussichtlich 3,3 % (Statistisches Bundesamt, vorläufig, 30.09.2026). Kein geprüfter Zins liegt darüber.
- Nach Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag bleiben von 2,75 % Zins rund 2,02 %; wer alle Zinsen ausgibt, verliert damit real Kaufkraft.
- 1 Million € bringt bei 3,10 % Festzins 1.923,96 € netto im Monat, für eine Person ohne Kirchensteuer (berechnet).
Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?
Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.
Wie viel Geld brauchen Sie, um von Zinsen zu leben?
Um von Zinsen zu leben, brauchen Sie das Kapital, dessen Zinsen nach Steuern Ihre monatlichen Ausgaben decken. Die Rechnung hat drei Größen: den Nettobetrag, den Sie im Monat brauchen, den Zinssatz und die Steuer. Für eine Person gilt: Bis 1.000 € Ertrag im Jahr sind steuerfrei (§ 20 Abs. 9 EStG), darüber fallen 25 % Abgeltungsteuer (§ 32d Abs. 1 EStG) und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an (§ 4 SolZG). Kirchensteuer rechnen wir nicht mit, sie kommt bei Kirchenmitgliedern hinzu.
Die Zinssätze in der Tabelle stammen aus den Preisaushängen der Banken und gelten nur mit ihrem Stand-Datum. Das Festgeld der Commerzbank für zehn Jahre bindet das Geld, sichert aber den Satz für die ganze Laufzeit. Der Tagesgeldzins der Skatbank ist variabel und folgt monatlich einem Referenzzins.
| Netto pro Monat | 3,10 % (Commerzbank, 10 J.) | 2,75 % (Commerzbank, 1 J.) | 2,25 % (Skatbank, 10 J.) | 1,42 % (Skatbank Tagesgeld) |
|---|---|---|---|---|
| 1.000 € | 514.212 € | 579.657 € | 708.470 € | 1.122.576 € |
| 1.500 € | 777.096 € | 875.999 € | 1.070.666 € | 1.696.478 € |
| 2.000 € | 1.039.980 € | 1.172.341 € | 1.432.862 € | 2.270.379 € |
| 3.000 € | 1.565.748 € | 1.765.025 € | 2.157.253 € | 3.418.183 € |
Berechnet mit 1.000 € Sparer-Pauschbetrag, 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer. Zinsen: Commerzbank Online-Festgeld Stand 14.09.2026, Skatbank Stand 24.09.2026, Abruf 01.10.2026.
Für ein zusammen veranlagtes Paar mit 2.000 € Pauschbetrag sinkt der Bedarf nur leicht, für 2.000 € netto bei 3,10 % zum Beispiel auf 1.028.424 € (berechnet). Bei solchen Summen liegt der weitaus größte Teil des Ertrags über dem Pauschbetrag.
Warum reicht der Zins nicht gegen die Inflation?
Der Zins reicht nicht, weil die Teuerung im September 2026 mit voraussichtlich 3,3 % über allen geprüften Zinssätzen lag. So meldet es das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung vom 30.09.2026; der Wert ist vorläufig, das endgültige Ergebnis folgt am 13.10.2026. In den Monaten davor lag die Rate bei 2,3 % im Juni, 2,8 % im Juli und 2,9 % im August 2026. Ohne Nahrungsmittel und Energie betrug sie im September voraussichtlich 2,4 %.
Nach Steuern ist der Abstand größer. Von 2,75 % Zins bleiben einer Person bei großem Kapital rund 2,02 %, von 3,10 % rund 2,28 %. Wer alle Zinsen ausgibt, behält zwar den Nennbetrag, aber dessen Kaufkraft sinkt Jahr für Jahr. 2.000 € haben nach einem Jahr mit 3,3 % Teuerung nur noch die Kaufkraft von 1.936,11 € (berechnet).
Wir rechnen hier nur mit veröffentlichten Werten. Wie sich Zinsen und Preise künftig entwickeln, sagen wir nicht voraus. Die Rechnung zeigt nur, was mit heutigen Zahlen gilt.
Inflationsrate September 2026, vorläufig (Statistisches Bundesamt)
verbleibender Zins aus 2,75 % nach Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag (berechnet)
Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, September 2026, vorläufig
Wie viel bringt 1 Million Euro an Zinsen zum Leben?
1 Million € bringt bei 3,10 % Festzins 31.000 € Zinsen im Jahr. Davon gehen 7.500 € Abgeltungsteuer und 412,50 € Solidaritätszuschlag ab, es bleiben 23.087,50 € oder 1.923,96 € im Monat (berechnet, eine Person, ohne Kirchensteuer). Beim Tagesgeld der Skatbank mit 1,42 % sind es 893,21 € netto im Monat.
Wer 1 Million € bei einer einzigen Bank hält, ist gesetzlich nur zu 100.000 € gesichert (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Die übrigen 900.000 € deckt bei privaten Banken allenfalls der freiwillige Einlagensicherungsfonds, ohne Rechtsanspruch. Wer streng nach gesetzlicher Sicherung verteilt, braucht zehn Banken und bekommt dann zehn verschiedene Zinssätze. Wie das bei einer Million aussieht, steht unter 1 Million Euro anlegen.
Von Zinsen leben oder vom Kapital zehren?
Wer von Zinsen lebt, lässt das Kapital stehen; wer vom Kapital zehrt, verbraucht es planmäßig bis zu einem Zeitpunkt. Die zweite Variante braucht deutlich weniger Geld. Ein Beispiel ohne jeden Zins: 360.000 € reichen bei 2.000 € Entnahme im Monat 15 Jahre (berechnet). Mit Zinsen reicht der Betrag länger, mit Inflation und Steuer kürzer.
Wie Sie einen solchen Plan aufsetzen und was ein Entnahmeplan aus einem Depot kostet, steht auf der Seite Entnahmeplan. Kommt das Geld aus einer Lebensversicherung, gibt es auch die lebenslange Rente gegen Einmalzahlung; sie schützt davor, das Geld zu überleben. Die Unterschiede stehen unter Rente oder Kapitalauszahlung.

Können Sie von den Erträgen eines Depots leben?
Von den Erträgen eines Depots zu leben ist möglich, aber die Erträge sind nicht fest. Ein ETF-Depot schwankt, Ausschüttungen und Kurse können sinken, Verluste sind auch über mehrere Jahre möglich. Wer daraus jeden Monat einen festen Betrag entnimmt, verkauft in schwachen Jahren mehr Anteile. Eine Rendite nennen wir nicht, weil niemand sie zusagen kann.
Feststeht nur der Preis der Verwaltung. Bei 1 Million € kostet LIQID CORE Global 4.700 bis 6.200 € im Jahr, Whitebox Global 5.600 € (berechnet aus den Preisverzeichnissen, Stand September 2026). Diese Kosten fallen unabhängig vom Ertrag an. Der Rechner zeigt die Kosten aller Verwalter für Ihren Betrag.
Wertpapiere im Depot gehören Ihnen und fallen bei einer Pleite der Bank nicht in die Insolvenzmasse (§ 47 InsO). Gegen Kursverlust schützt das nicht.
Was kostet die Krankenversicherung, wenn Sie von Zinsen leben?
Was die Krankenversicherung kostet, hängt davon ab, wie Sie versichert sind; das klären Sie vorab mit Ihrer Krankenkasse. Für freiwillig gesetzlich Versicherte gelten eigene Beitragsregeln, nach denen auch andere Einnahmen als Lohn zählen können. Wie Zinsen dort genau angesetzt werden, war nicht Teil unserer Recherche, deshalb nennen wir hier keine Zahl.
Wer nach einer Abfindung früher aus dem Beruf ausscheidet, findet die Regeln zur Krankenversicherung nach der Abfindung auf der Seite Abfindung und Krankenversicherung. Für die Planung heißt das: Rechnen Sie den Beitrag als feste Ausgabe in Ihren monatlichen Bedarf ein, bevor Sie das nötige Kapital bestimmen.
Welche Risiken hat das Leben von Zinsen?
- Zinsänderung: Tagesgeldzinsen sind variabel, Festgeld wird nach der Laufzeit zum dann gültigen Satz verlängert. Der Ertrag kann sinken.
- Inflation: Bei 3,3 % Teuerung und rund 2,02 % Nettozins sinkt die Kaufkraft des Kapitals, wenn alle Zinsen verbraucht werden.
- Bindung: Festgeld ist bis zum Ende der Laufzeit nicht verfügbar; die norisbank etwa verlangt eine Kündigung drei Monate vor Ende der Festzinsdauer.
- Sicherungsgrenze: Gesetzlich gesichert sind 100.000 € je Person und Bank. Für Millionenbeträge heißt das viele Banken oder Vertrauen in freiwillige Fonds.
- Kursverlust: Wer statt Festgeld ein Depot nutzt, trägt Kursrisiko; feste Zinsen gibt es dort nicht.
Wie berechnen Sie Ihren eigenen Bedarf?
Ihren Bedarf berechnen Sie in vier Schritten. Die Zahlen aus diesem Beispiel lassen sich durch eigene ersetzen.
- Monatliche Ausgaben einschließlich Krankenversicherung zusammenrechnen, zum Beispiel 2.000 €.
- Mal zwölf nehmen: 24.000 € netto im Jahr.
- Bruttozins bestimmen, der nach Steuer diesen Betrag ergibt: Für eine Person sind es (24.000 € minus 263,75 €) geteilt durch 0,73625, also 32.239 €.
- Durch den Zinssatz teilen: Bei 3,10 % sind das rund 1,04 Mio. €.
- Für die Verteilung auf Banken den Rechner oben nutzen und die Grundlagen unter Einlagensicherung und 100.000 Euro anlegen lesen.
Der Faktor 0,73625 ist der Anteil, der von jedem Euro Zins über dem Pauschbetrag nach 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag bleibt. 263,75 € ist die Steuer, die der Pauschbetrag von 1.000 € einspart. Ob in Ihrem Fall eine andere Besteuerung gilt, klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.

Häufige Fragen
Ab wie viel Geld kann man von Zinsen leben?
Das hängt vom Bedarf und vom Zins ab. Für 1.000 € netto im Monat braucht eine Person bei 3,10 % Festzins rund 514.212 €, für 2.000 € rund 1.039.980 € (berechnet mit Commerzbank-Festgeld für zehn Jahre, Stand 14.09.2026). Beim Tagesgeld mit 1,42 % verdoppelt sich der Bedarf ungefähr. Steuer und Pauschbetrag sind eingerechnet, Kirchensteuer nicht.
Kann man von 1 Million Euro Zinsen leben?
Mit 3,10 % Festzins bringt 1 Million € nach Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag 1.923,96 € im Monat, mit 1,42 % Tagesgeld 893,21 €. Ob das reicht, hängt von Ihren Ausgaben ab. Die Inflation von zuletzt 3,3 % liegt über beiden Zinssätzen, sodass die Kaufkraft des Kapitals sinkt, wenn Sie alle Zinsen ausgeben.
Welche Steuern zahlt man, wenn man von Zinsen lebt?
Auf Zinsen über 1.000 € im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 €, fallen 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an (§ 20 Abs. 9, § 32d Abs. 1 EStG, § 4 SolZG), dazu bei Kirchenmitgliedern Kirchensteuer. Bei 31.000 € Zinsen im Jahr zahlt eine Person 7.912,50 € ohne Kirchensteuer. Ob eine günstigere Besteuerung möglich ist, klärt das Finanzamt.
Gibt es einen Rechner für das Leben von Zinsen?
Die Rechnung ist einfach: Monatsbedarf mal zwölf, minus 263,75 €, geteilt durch 0,73625, ergibt den nötigen Bruttozins für eine Person. Diesen teilen Sie durch den Zinssatz. Für 2.000 € im Monat und 2,75 % kommen Sie so auf rund 1,17 Mio. €. Die Tabelle auf dieser Seite enthält die Ergebnisse für vier belegte Zinssätze.
Ist es sicher, von Zinsen auf dem Festgeld zu leben?
Sicher vor einer Bankpleite ist das Festgeld bis 100.000 € je Person und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Nicht sicher ist der Zins nach Ablauf der Laufzeit, er kann niedriger ausfallen. Und nicht sicher ist die Kaufkraft: Bei einer Teuerung von 3,3 % wie im September 2026 verliert das Kapital real an Wert, wenn alle Zinsen verbraucht werden.
Muss ich von Zinsen leben oder darf ich das Kapital aufbrauchen?
Beides ist möglich, es ist eine persönliche Entscheidung. Wer das Kapital aufbraucht, braucht viel weniger Geld: 360.000 € reichen ohne Zins für 15 Jahre mit 2.000 € im Monat, während von Zinsen allein bei 3,10 % rund 1,04 Mio. € nötig wären. Das Risiko des Verbrauchens liegt darin, länger zu leben als geplant.
Weiterlesen

100.000 Euro anlegen: Anbieter, Kosten und Einlagensicherung
Welche Anbieter ab 100.000 € offenstehen, was sie in Euro kosten und wie viele Banken der sichere Teil braucht.
Weiterlesen
1 Million Euro anlegen: Zinsen pro Monat, Kosten und Sicherung
Zinsen pro Monat mit Stand, Kosten aller Verwalter in Euro und warum 2030 eine Grenze für Millionenbeträge sinkt.
Weiterlesen
Entnahmeplan: Wie lange das Geld reicht und was er kostet
Wie lange 100.000 bis 500.000 € bei fester Entnahme reichen und wie viel Monate die Verwaltungskosten kosten.
Weiterlesen
Einlagensicherung pro Person: Warum die Grenze je Bank gilt
100.000 € je Person und Bank: Was zusammengerechnet wird, mit Rechenbeispielen für mehrere Konten.
WeiterlesenQuellen
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 348: Inflationsrate September 2026, Stand 30.09.2026, vorläufige Werte
- Commerzbank Online-Termingeld EUR, Stand 14.09.2026
- Skatbank Konditionen- und Preisverzeichnis, Stand gültig ab 24.09.2026
- Einkommensteuergesetz § 20 (Sparer-Pauschbetrag), Stand zuletzt geändert 29.06.2026, Abruf 01.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 32d (Abgeltungsteuer), Stand Abruf 01.10.2026
- Solidaritätszuschlaggesetz § 4, Stand zuletzt geändert 23.12.2024, Abruf 01.10.2026
- Einlagensicherungsgesetz § 8, Stand zuletzt geändert 25.03.2026, Abruf 01.10.2026
- LIQID Vertragsbedingungen mit Preisverzeichnis, Stand September 2026
- Whitebox Gebühren, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
Über diese Seite. Wir sind keine Steuerberater, keine Bank und kein Vermögensverwalter und vermitteln keine Finanzprodukte. Wir werten Gesetze, BMF-Schreiben, Sicherungssysteme und die Kosteninformationen der Anbieter aus und nennen jede Quelle. Fehler gefunden? Schreiben Sie an r.peuker@rp-realestate.de.