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Entnahmeplan: Wie lange das Geld reicht und was er kostet
Sie entnehmen jeden Monat 1.000 € und wissen nicht, wann das Geld aufgebraucht ist. Allein die Gebühren können 21 Monate Auszahlung kosten.
Hier stehen Laufzeiten für verschiedene Beträge, die Wirkung der Kosten je Anbieter und die Steuerregeln für Entnahmen.
Ein Entnahmeplan zahlt Ihnen aus einem angelegten Betrag regelmäßig eine feste Summe aus, bis das Geld verbraucht ist oder ein Rest stehen bleibt. Wie lange er trägt, entscheiden vier Größen: Kapital, monatliche Entnahme, Ertrag und Kosten. Diese Seite rechnet nur mit belegten Werten: mit Zinsen samt Stand, mit den Gebühren aus den Preisverzeichnissen und mit der amtlichen Inflationsrate. Eine Rendite für Depots nehmen wir nicht an.
Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Kurz beantwortet
- Ohne jeden Ertrag reichen 200.000 € bei 1.000 € Entnahme im Monat genau 200 Monate, also 16 Jahre und 8 Monate (berechnet).
- Verwaltungskosten verkürzen den Plan: Mit 0,56 % p. a. (Whitebox Global) reichen 200.000 € bei 1.000 € Entnahme 192 Monate, mit 1,49 % (Estably) 179 Monate, ohne Ertrag gerechnet.
- Mit 1,42 % Tagesgeldzins (Skatbank, Stand 24.09.2026) lassen sich aus 200.000 € über 15 Jahre 1.234,30 € im Monat entnehmen, wenn der Satz gleich bliebe (berechnet, vor Steuern).
- Beim Verkauf von Fondsanteilen ist nur der Gewinn steuerpflichtig, nicht die ganze Entnahme (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 4 EStG); 1.000 € Ertrag im Jahr bleiben frei (§ 20 Abs. 9 EStG).
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Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.
Was ist ein Entnahmeplan?
Ein Entnahmeplan ist eine Vereinbarung oder ein eigener Plan, aus einem Kapital regelmäßig einen festen Betrag auszuzahlen. Er ist das Gegenstück zum Sparplan: Statt monatlich einzuzahlen, wird monatlich verkauft oder abgehoben. Der Begriff Auszahlplan meint dasselbe, bei Banken und Fondsgesellschaften sind beide Namen üblich.
Es gibt zwei Grundformen. Beim Entnahmeplan mit Kapitalverzehr wird das Geld bis zu einem Zieltermin vollständig aufgebraucht. Beim Entnahmeplan mit Kapitalerhalt wird nur der Ertrag entnommen, das Kapital bleibt stehen; das ist dasselbe wie von Zinsen leben und braucht deutlich mehr Geld. Dazwischen liegen Pläne, die einen Teil verbrauchen und einen Rest für Erben oder Notfälle stehen lassen.
Woher das Kapital kommt, spielt für die Rechnung keine Rolle: Erbe, Abfindung, ausgezahlte Lebensversicherung oder Hausverkauf. Wie man eine solche Summe zuerst sicher parkt, steht unter 100.000 Euro anlegen.
Wie lange reicht das Geld bei einer festen Entnahme?
Bei einer festen Entnahme ohne jeden Ertrag reicht das Geld so viele Monate, wie die Entnahme in das Kapital passt. 200.000 € geteilt durch 1.000 € ergibt 200 Monate. Diese Rechnung ist die Untergrenze für ein Konto ohne Zins und ohne Kosten; Zinsen verlängern sie, Kosten und Steuern verkürzen sie.
Die Tabelle zeigt die Laufzeit für vier Beträge und vier Entnahmen. Sie hilft beim ersten Abschätzen, bevor Zinsen und Kosten hinzukommen.
| Kapital | 500 €/Monat | 1.000 €/Monat | 1.500 €/Monat | 2.000 €/Monat |
|---|---|---|---|---|
| 100.000 € | 16 J. 8 M. | 8 J. 4 M. | 5 J. 6 M. | 4 J. 2 M. |
| 200.000 € | 33 J. 4 M. | 16 J. 8 M. | 11 J. 1 M. | 8 J. 4 M. |
| 300.000 € | 50 J. | 25 J. | 16 J. 8 M. | 12 J. 6 M. |
| 500.000 € | 83 J. 4 M. | 41 J. 8 M. | 27 J. 9 M. | 20 J. 10 M. |
Berechnet: Kapital geteilt durch monatliche Entnahme, ohne Zinsen, Kosten, Steuer und Inflation. Angefangene Monate abgerundet.
Die Inflation wirkt in die andere Richtung, weil eine feste Entnahme jedes Jahr weniger kauft. Im September 2026 lag die Teuerung bei voraussichtlich 3,3 % (Statistisches Bundesamt, vorläufig, 30.09.2026). Wer die Kaufkraft von 1.000 € halten will, müsste nach einem Jahr mit dieser Rate 1.033 € entnehmen (berechnet). Ein Plan mit steigender Entnahme läuft entsprechend kürzer.
Wie viel kosten die Gebühren im Entnahmeplan?
Die Gebühren einer Vermögensverwaltung kosten im Entnahmeplan Monate an Auszahlung, weil sie jedes Jahr vom Restkapital abgehen. Rechnet man ohne jeden Ertrag, reichen 200.000 € bei 1.000 € Entnahme ohne Kosten 200 Monate, mit 0,56 % jährlichen Kosten 192 Monate und mit 1,49 % nur 179 Monate. Der Unterschied zwischen günstigster und teuerster Variante beträgt 13 Monate oder 13.000 € Auszahlung.
Die Kostensätze stammen aus den Preisverzeichnissen der drei Verwalter, die auf dieser Seite im Vergleich stehen. Die Rechnung nimmt keinen Ertrag an; sie zeigt allein, was die Kosten bewirken. Mit Ertrag wird der Plan länger, mit Kursverlusten kürzer, und zwar bei allen Anbietern.
| Variante | Kosten p. a. | Laufzeit | Monate weniger |
|---|---|---|---|
| Konto ohne Kosten | 0 % | 200 Monate | 0 |
| Whitebox Global | 0,56 % | 192 Monate | 8 |
| froots (Vertrag) | 1,17 % | 183 Monate | 17 |
| Estably Modern Value | 1,49 % | 179 Monate | 21 |
Berechnet mit monatlicher Kostenbelastung auf das Restkapital; Kostensätze aus Gebühr plus Produktkosten laut Preisverzeichnis, Stand Juni bis September 2026. Ohne Steuer, ohne Performance-Gebühr.
Für Ihren eigenen Betrag zeigt der Rechner die Jahreskosten aller Verwalter. Wie sich Gebühren zusammensetzen, steht unter Vermögensverwaltung Kosten.
Wie funktioniert ein ETF-Entnahmeplan?
Ein ETF-Entnahmeplan verkauft jeden Monat so viele Fondsanteile, wie für den Auszahlungsbetrag nötig sind. Der Rest bleibt investiert und schwankt mit dem Markt. Steigen die Kurse, reichen weniger Anteile; fallen sie, müssen mehr Anteile verkauft werden.
Darin liegt das größte Risiko des ETF-Entnahmeplans: Kursverluste in den ersten Jahren treffen ein Depot, das gleichzeitig schrumpft. Verkaufte Anteile nehmen an einer späteren Erholung nicht mehr teil. Eine feste Laufzeit kann deshalb niemand zusagen, auch kein Vermögensverwalter. Eine Rendite für die Rechnung nennen wir aus demselben Grund nicht.
Die Wertpapiere selbst sind bei einer Pleite der Depotbank geschützt, weil sie Ihnen gehören (§ 47 InsO), und Fondsvermögen ist Sondervermögen (§ 92 Abs. 1 KAGB). Gegen Kursverluste schützt das nicht.
- Vorteil: Das Kapital bleibt investiert und kann wachsen; Auszahlungen sind flexibel änderbar.
- Nachteil: Die Laufzeit ist unsicher, Verluste zu Beginn verkürzen sie dauerhaft.
- Kosten: Bei einer Verwaltung 0,56 % bis 1,49 % im Jahr laut den Preisverzeichnissen oben, bei einem eigenen Depot die Order- und Depotentgelte der Bank.

Wie sieht ein Entnahmeplan mit Zinsen aus?
Ein Entnahmeplan mit Zinsen zahlt aus Tages- oder Festgeld aus, ohne Kursrisiko. Mit dem Tagesgeldzins der Skatbank von 1,42 % (Stand 24.09.2026) lassen sich aus 200.000 € über 15 Jahre 1.234,30 € im Monat entnehmen, über 10 Jahre 1.788,78 €, jeweils vor Steuern und unter der Annahme, dass der Satz gleich bliebe. Der Satz ist variabel und folgt monatlich einem Referenzzins; die Rechnung ist daher ein Beispiel, keine Zusage.
Festgeld bringt höhere Sätze, bindet aber das Geld. Eine Möglichkeit ist deshalb eine Treppe aus mehreren Festgeldern mit gestaffelter Laufzeit, aus der jedes Jahr eines fällig wird. Die Commerzbank bietet zum Beispiel 2,75 % für ein Jahr, 2,95 % für zwei und drei Jahre und 3,00 % für vier bis neun Jahre (Stand 14.09.2026). Der fällige Teil wandert aufs Tagesgeld, von dort wird monatlich entnommen.
Gesetzlich gesichert sind 100.000 € je Person und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Wer eine Treppe über 200.000 € bei einer Bank aufbaut, ist zur Hälfte nur über den freiwilligen Fonds der privaten Banken geschützt, ohne Rechtsanspruch. Wie man das verteilt, zeigt die Seite Einlagensicherung.
Wie werden Entnahmen versteuert?
Entnahmen werden nur mit ihrem Ertragsanteil versteuert, nicht mit dem ganzen Betrag. Beim Verkauf von Fondsanteilen ist der Gewinn steuerpflichtig, also der Unterschied zwischen Verkaufserlös und Anschaffungskosten (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 4 EStG). Beim Tages- und Festgeld sind die Zinsen steuerpflichtig, das Kapital nicht.
Bis 1.000 € Ertrag im Jahr, für zusammen veranlagte Paare 2.000 €, fällt keine Steuer an (§ 20 Abs. 9 EStG). Darüber gelten 25 % Abgeltungsteuer (§ 32d Abs. 1 EStG) und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf (§ 4 SolZG), bei Kirchenmitgliedern zusätzlich Kirchensteuer. In den ersten Jahren eines Plans aus Festgeld kann der Zinsanteil über dem Pauschbetrag liegen, später sinkt er mit dem Kapital.
Die Gebühren der Verwaltung lassen sich nicht abziehen, weil tatsächliche Werbungskosten bei Kapitalerträgen ausgeschlossen sind (§ 20 Abs. 9 Satz 1 EStG). Wie die Steuer bei Ihnen genau ausfällt, klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.
Was regeln die Verträge der Verwalter zu Auszahlungen?
Die Verträge regeln vor allem, was passiert, wenn Auszahlungen das Depot unter eine Mindestsumme drücken. Ob ein Anbieter einen automatischen monatlichen Entnahmeplan anbietet, stand in den geprüften Preisverzeichnissen nicht; fragen Sie das vor Vertragsschluss nach.
- OSKAR: Der vereinbarte Mindestanlagebetrag von 1.000 € ist Kündigungsgrund, wenn er durch Auszahlung unterschritten wird.
- Raisin: Außerordentliche Kündigung möglich, wenn die Mindestanlagesumme durch Teilauszahlung unterschritten wird.
- bevestor: Kündigung möglich, wenn das Depot durch Auszahlungen unter 200 € fällt.
- LIQID: Liquidation außerhalb der LIQID-Handelstage kostet bis 0,25 % der Anlagesumme.
- froots: Keine Gebühren für Auszahlung oder Depotschließung laut Website.
- Estably: Depotauflösung bei der Baader Bank kostenfrei, bei der Liechtensteinischen Landesbank 100 Franken.
Alle genannten Verwalter erlauben die Kündigung ohne Mindestlaufzeit. Den vollständigen Merkmalsvergleich mit Depotbank und Aufsicht finden Sie im Vermögensverwaltung-Vergleich.
Wie planen Sie Ihren eigenen Entnahmeplan?
- Monatlichen Bedarf festlegen, einschließlich Krankenversicherung und Rücklage für größere Ausgaben.
- Zieltermin bestimmen: bis zu welchem Alter das Geld reichen soll, oder ob ein Rest bleiben soll.
- Die ersten Jahre der Entnahme sicher parken, auf Tages- oder Festgeld, damit ein Kurseinbruch nicht zum Verkauf zwingt.
- Für den übrigen Teil Kosten der Verwalter im Rechner vergleichen.
- Jedes Jahr prüfen, ob Entnahme, Kapital und Teuerung noch zusammenpassen. Einmalbeträge aus einer Lebensversicherung lassen sich alternativ verrenten, siehe Sofortrente gegen Einmalzahlung.

Häufige Fragen
Wie lange reichen 100.000 Euro bei 1.000 Euro Entnahme im Monat?
Ohne Zinsen, Kosten und Steuer genau 100 Monate, also 8 Jahre und 4 Monate (berechnet). Zinsen verlängern diese Zeit, Gebühren und Steuern verkürzen sie. Bei einem Depot hängt die Dauer zusätzlich von den Kursen ab; fallen sie in den ersten Jahren, reicht das Geld kürzer. Eine feste Zusage für die Laufzeit gibt es bei Wertpapieren nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Entnahmeplan und Auszahlplan?
Keiner in der Sache. Beide Begriffe bezeichnen regelmäßige Auszahlungen aus einem angelegten Kapital. Banken und Fondsgesellschaften verwenden je nach Haus den einen oder anderen Namen. Wichtiger ist die Unterscheidung zwischen Kapitalverzehr, bei dem das Geld bis zu einem Termin verbraucht wird, und Kapitalerhalt, bei dem nur der Ertrag entnommen wird.
Wie hoch darf die Entnahme aus einem ETF-Depot sein?
Eine allgemein sichere Quote gibt es nicht, weil niemand die künftigen Kurse kennt. Rechnerisch reicht ein Depot ohne Ertrag so viele Monate, wie die Entnahme in das Kapital passt, abzüglich der Kosten. Bei 200.000 € und 1.000 € im Monat sind das 200 Monate ohne Kosten und 179 Monate mit 1,49 % Kosten. Kursverluste zu Beginn verkürzen den Plan zusätzlich.
Muss ich auf jede Entnahme Steuern zahlen?
Nein. Steuerpflichtig ist nur der Ertrag: beim Verkauf von Fondsanteilen der Gewinn (§ 20 Abs. 2 und 4 EStG), beim Tagesgeld die Zinsen. Bis 1.000 € Ertrag im Jahr, für zusammen veranlagte Paare 2.000 €, bleibt steuerfrei (§ 20 Abs. 9 EStG). Darüber gelten 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag.
Gibt es einen Entnahmeplan ohne Kursrisiko?
Ja, aus Tages- oder Festgeld. Bei 1,42 % Tagesgeldzins (Skatbank, Stand 24.09.2026) lassen sich aus 200.000 € über 15 Jahre 1.234,30 € im Monat entnehmen, wenn der Satz gleich bliebe. Der Preis dafür: Der Zins ist variabel und liegt unter der Inflationsrate von zuletzt 3,3 %. Gesetzlich gesichert sind 100.000 € je Person und Bank.
Was passiert, wenn das Depot durch Entnahmen sehr klein wird?
Mehrere Verwalter dürfen dann kündigen. OSKAR nennt den Mindestanlagebetrag von 1.000 € als Kündigungsgrund, bevestor eine Grenze von 200 €, Raisin die vereinbarte Mindestanlagesumme. Der Restbetrag wird dann verkauft oder auf ein anderes Depot übertragen. Wer den Plan bis auf null laufen lassen will, prüft diese Grenze vor Vertragsschluss.
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WeiterlesenQuellen
- Einkommensteuergesetz § 20, Stand zuletzt geändert 29.06.2026, Abruf 01.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 32d (Abgeltungsteuer), Stand Abruf 01.10.2026
- Skatbank Konditionen- und Preisverzeichnis, Stand gültig ab 24.09.2026
- Commerzbank Online-Termingeld EUR, Stand 14.09.2026
- Whitebox Gebühren, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
- froots Vermögensverwaltungsvertrag, Stand September 2026
- Estably Kosten, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
- OSKAR Kundendokumente, Stand Juli 2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 348: Inflationsrate September 2026, Stand 30.09.2026
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