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Rente oder Einmalzahlung: Kapital und Rente richtig vergleichen

Der Versicherer will bis zum Stichtag wissen: Rente oder Einmalzahlung. Falsch gewählt, zahlen Sie mehr Steuer und Krankenkasse oder sitzen auf einer Rente, die nicht reicht.

Hier vergleichen Sie beide Wege nach Steuer, Krankenkasse und Kosten, mit Ertragsanteil-Tabelle und Beispielrechnung.

Rente oder Einmalzahlung ist bei Lebens- und Rentenversicherungen eine Entscheidung, die sich meist nicht rückgängig machen lässt. Sie hängt an vier Punkten: Steuer, Krankenkasse, wie lange Sie das Geld brauchen und wie viel Freiheit Sie über das Kapital behalten wollen. Diese Seite stellt beide Wege mit den Regeln aus Einkommensteuergesetz und Sozialgesetzbuch gegenüber und rechnet ein Beispiel durch.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Mann um die sechzig liest einen Brief der Versicherung

Kurz beantwortet

  • Eine lebenslange Rente wird nur mit dem Ertragsanteil besteuert: bei Rentenbeginn mit 63 Jahren 20 %, mit 65 Jahren 18 %, mit 67 Jahren 17 % (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG).
  • Bei der Einmalzahlung aus einem Vertrag ab 2005 ist der Ertrag steuerpflichtig, nach 12 Jahren und ab 60 bzw. 62 nur zur Hälfte (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG).
  • Direktversicherung: Kapital zählt 120 Monate zu 1/120 bei der Krankenkasse, eine Rente lebenslang als Versorgungsbezug (§ 229 SGB V).
  • Beispiel: 100.000 € Kapital gegen 400 € Monatsrente; ohne Zinsen ist das Kapital nach 20,8 Jahren ausgezahlt (berechnet).

Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?

Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.

Rente oder Einmalzahlung: was ist besser?

Ob Rente oder Einmalzahlung besser ist, lässt sich nicht allgemein sagen, denn die Rente lohnt sich vor allem bei langer Lebensdauer, die Einmalzahlung bei Bedarf an Flexibilität. Eine lebenslange Rente zahlt, solange Sie leben, auch wenn das Kapital rechnerisch längst aufgebraucht wäre. Die Einmalzahlung gibt Ihnen das Geld sofort, Sie tragen dann aber selbst das Risiko, dass es zu früh zu Ende geht oder an Wert verliert.

Vier Fragen helfen bei der Abwägung. Sie ersetzen keine Beratung, machen aber die Entscheidung prüfbar.

  • Steuer: Wie wird die Rente besteuert, wie das Kapital? Bei privaten Verträgen ist die Rente oft steuerlich günstiger, bei Direktversicherungen hängt es an der Förderung der Beiträge.
  • Krankenkasse: Sind Sie pflichtversichert oder freiwillig gesetzlich versichert, und ist es ein privater Vertrag oder eine Direktversicherung?
  • Bedarf: Brauchen Sie einen Teil des Geldes für eine Anschaffung, eine Schuldentilgung oder als Reserve? Dann hilft ein Teilkapital, wenn der Vertrag es erlaubt.
  • Hinterbliebene: Soll nach Ihrem Tod etwas übrig bleiben? Eine Rente ohne Garantiezeit endet mit dem Tod; das Kapital lässt sich vererben.

Wie werden Rente und Kapital besteuert?

Wählen Sie bei einer privaten Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht die lebenslange Rente, ist § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG nicht anwendbar; das Gesetz nimmt diesen Fall ausdrücklich aus. Besteuert wird nur der Ertragsanteil der Rente nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG. Er richtet sich nach dem Alter bei Rentenbeginn und bleibt für die ganze Laufzeit gleich.

Wählen Sie das Kapital, gilt bei Verträgen ab 2005 § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG: Steuerpflichtig ist der Unterschied zwischen Auszahlung und Beiträgen, nach zwölf Jahren Laufzeit und ab 60 Jahren (Abschluss ab 2012: 62) nur die Hälfte zum persönlichen Steuersatz. Altverträge vor 2005 bleiben unter Bedingungen steuerfrei. Alle Einzelheiten stehen auf Lebensversicherung Auszahlung: Steuer.

Bei einer Direktversicherung gilt § 22 Nr. 5 EStG für Rente und Kapital gleichermaßen. Wie viel davon steuerpflichtig ist, hängt davon ab, ob die Beiträge steuerfrei eingezahlt wurden; der Versicherer weist das in seiner Leistungsmitteilung aus.

Ertragsanteil nach Alter bei Rentenbeginn (Auszug)
Alter bei RentenbeginnErtragsanteilsteuerpflichtig von 4.800 € Jahresrente
60 bis 6122 %1.056 €
6221 %1.008 €
6320 %960 €
6419 %912 €
65 bis 6618 %864 €
6717 %816 €
6816 %768 €
69 bis 7015 %720 €

Quelle: § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb Satz 4 EStG, zuletzt geändert durch Art. 7 G v. 29.06.2026, Abruf 01.10.2026. Spalte 3 berechnet für eine angenommene Rente von 400 € im Monat.

Was verlangt die Krankenkasse bei Rente und bei Kapital?

Bei der Krankenkasse unterscheiden sich Rente und Einmalzahlung vor allem bei der Direktversicherung. Eine Rente aus der betrieblichen Altersversorgung ist Versorgungsbezug und bleibt beitragspflichtig, solange sie gezahlt wird (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V). Das Kapital wird dagegen auf 120 Monate verteilt, je ein Hundertzwanzigstel (§ 229 Abs. 1 Satz 3 SGB V). Danach ist es beitragsfrei.

Pflichtversicherte ziehen 2026 in der Krankenversicherung einen Freibetrag von 197,75 Euro im Monat ab (§ 226 Abs. 2 SGB V, berechnet aus der Bezugsgröße von 3.955 Euro). Bei privaten Verträgen zahlen Pflichtversicherte weder auf Rente noch auf Kapital. Freiwillig Versicherte zahlen laut Einnahmenkatalog des GKV-Spitzenverbands auf Renten aus privaten Rentenversicherungen und auf Kapitalleistungen daraus. Die Einzelheiten mit Rechenbeispiel stehen auf Lebensversicherung Auszahlung und Krankenkasse.

Krankenkasse: Rente oder Einmalzahlung
VertragRente, pflichtversichertKapital, pflichtversichertfreiwillig versichert
Direktversicherungbeitragspflichtig, lebenslang1/120 für 120 Monatebeides beitragspflichtig
private RentenversicherungfreifreiRente und Kapital beitragspflichtig
private KapitallebensversicherungfreifreiRente beitragspflichtig; Kapital: Ertrag, 12 Monate

Quelle: §§ 226, 229, 237, 240 SGB V; GKV-Spitzenverband, Katalog von Einnahmen nach § 240 SGB V, Stand 26.05.2026.

Rechenbeispiel: 100.000 Euro oder 400 Euro Rente im Monat?

Ein selbst gerechnetes Beispiel mit einem angenommenen Angebot: Der Versicherer bietet 100.000 Euro Kapital oder eine lebenslange Rente von 400 Euro im Monat ab 67. Das sind 4.800 Euro im Jahr. Ohne Zinsen und Steuern hätten Sie das Kapital nach 20,8 Jahren zurückbekommen, also mit knapp 88 Jahren. Leben Sie länger, war die Rente rechnerisch günstiger; sterben Sie früher, das Kapital, es sei denn, eine Garantiezeit greift.

Steuerlich ist bei der Rente nur der Ertragsanteil von 17 Prozent anzusetzen, also 816 Euro im Jahr. Wie viel Steuer darauf tatsächlich anfällt, hängt von Ihrem übrigen Einkommen ab. Beim Kapital wird der Ertrag einmalig besteuert, bei einem Vertrag ab 2005 mit erfüllten Bedingungen zur Hälfte.

Die Zahlen des Beispiels sind keine Marktwerte. Wie hoch die Rente für Ihr Kapital ist, steht nur im Angebot Ihres Versicherers. Fragen Sie dort nach der garantierten Rente, der Rentengarantiezeit und davon, ob Überschüsse die Rente später erhöhen können.

20,8 Jahre

bis 100.000 € bei 400 € Monatsrente ohne Zinsen ausgezahlt sind (berechnet)

17 %

Ertragsanteil bei Rentenbeginn mit 67 Jahren (§ 22 EStG)

816 €

steuerpflichtiger Teil von 4.800 € Jahresrente ab 67 (berechnet)

Mann um die sechzig liest einen Brief der Versicherung: Details

Was kostet es, das Kapital selbst zu verwalten?

Wer das Kapital nimmt und daraus selbst eine monatliche Zahlung bauen will, kann einen Entnahmeplan aus Tagesgeld, Anleihen- und Aktienfonds aufsetzen. Das Kapital bleibt dann Ihr Vermögen und lässt sich vererben. Dafür tragen Sie Kursrisiken: Fällt der Wert in den ersten Jahren, reicht das Geld kürzer. Eine lebenslange Zahlung garantiert ein Entnahmeplan nicht. Das Prinzip erklärt Entnahmeplan.

Lassen Sie das Kapital von einer Vermögensverwaltung anlegen, kosten Verwaltung und Fonds bei den von uns ausgewerteten Anbietern zwischen rund 0,56 und 1,17 Prozent im Jahr (selbst gerechnet aus Gebühr und durchschnittlichen Produktkosten). Bei 100.000 Euro sind das 560 bis 1.170 Euro. Der Rechner zeigt die Kosten für Ihren Betrag.

Was bieten Horizon65 und Nextwiser?

Horizon65 und Nextwiser tauchen bei der Frage nach Rente oder Einmalzahlung häufig auf. Beide sind keine Vermögensverwalter, sondern Vermittler. Das ist wichtig, weil Sie dort kein Depot mit eigener Strategie bekommen, sondern Produkte anderer Anbieter.

Horizon65 ist laut Erstinformation Finanzanlagenvermittler nach § 34f und Versicherungsmakler nach § 34d GewO; in der BaFin-Datenbank fanden wir keine Erlaubnis. Das Unternehmen beschreibt eine App, die die Altersvorsorge simuliert, und vermittelt Fonds, Rentenpläne und Versicherungen. Konditionen, Mindestbetrag und Kosten sind nicht veröffentlicht; die Nutzung der App ist laut FAQ kostenlos, für Dienstleistungen fallen Gebühren an, deren Höhe wir nicht gefunden haben.

Nextwiser (Waywiser Technologies GmbH) ist Versicherungsmakler nach § 34d GewO. Das Produkt ist eine fondsgebundene Versicherung der Volkswohl Bund Lebensversicherung mit ETFs. Ein eigenes Entgelt nimmt Nextwiser nicht; die Effektivkostenquote liegt laut FAQ bei durchschnittlich 0,5 bis 0,99 Prozent im Jahr zuzüglich Fondskosten. Die Gesamtkosten gibt Nextwiser einmal mit „unter 1 %“, an anderer Stelle mit „in der Regel unter 0,9 %“ an. Die genaue Quote steht erst im persönlichen Angebot. Beide Anbieter finden Sie im Vergleich auf der Lebensversicherungsseite.

Wie sicher ist eine Rente vom Versicherer?

Ansprüche aus Lebensversicherungen sind über einen gesetzlichen Sicherungsfonds geschützt. Lebensversicherer müssen ihm angehören (§ 221 Abs. 1 VAG); er schützt Versicherungsnehmer, versicherte Personen und Bezugsberechtigte und sorgt für die Weiterführung der Verträge (§ 223 Abs. 2 VAG). Reicht das Sicherungsvermögen nicht, kann die Aufsicht die vertraglich garantierten Leistungen um höchstens 5 Prozent herabsetzen (§ 222 Abs. 5 VAG).

Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Bank gilt für Versicherungen nicht; sie betrifft nur Bankguthaben. Für das ausgezahlte Kapital auf dem Konto gilt sie dagegen, siehe Einlagensicherung.

Was gilt, wenn das Kapital schon ausgezahlt ist?

Ist das Kapital schon auf dem Konto, lässt sich die Entscheidung noch teilweise nachholen: mit einer Sofortrente gegen Einmalbeitrag. Was sie kostet, wie sie besteuert wird und worauf Sie achten sollten, steht auf Sofortrente gegen Einmalzahlung. Wer das Geld behält, findet die nächsten Schritte auf Lebensversicherung ausgezahlt: Geld anlegen. Ähnliche Fragen stellen sich bei einer Abfindung kurz vor der Rente, siehe Abfindung kurz vor der Rente.

Mann um die sechzig liest einen Brief der Versicherung: Blick in den Raum

Häufige Fragen

Wie wird eine Rente aus der Lebensversicherung versteuert?

Eine lebenslange Rente aus einer privaten Renten- oder Lebensversicherung wird mit dem Ertragsanteil versteuert, nicht in voller Höhe. Der Anteil hängt vom Alter bei Rentenbeginn ab: mit 60 oder 61 Jahren 22 Prozent, mit 65 oder 66 Jahren 18 Prozent, mit 67 Jahren 17 Prozent (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG). Bei einer Direktversicherung gilt § 22 Nr. 5 EStG.

Direktversicherung: Rente oder Einmalzahlung wegen der Krankenkasse?

Bei der Einmalzahlung zahlen Pflichtversicherte zehn Jahre lang Beiträge auf ein Hundertzwanzigstel des Kapitals, danach nichts mehr. Bei der Rente zahlen sie Beiträge, solange die Rente läuft (§ 229 SGB V). In beiden Fällen gilt 2026 in der Krankenversicherung ein Freibetrag von 197,75 Euro im Monat. Wer lange Rente bezieht, zahlt bei der Rentenvariante insgesamt meist länger.

Kann ich nur einen Teil als Einmalzahlung nehmen?

Das hängt vom Vertrag ab. Viele Rentenversicherungen erlauben eine Teilkapitalauszahlung, andere nur ganz oder gar nicht. Steuerlich wird jeder Teil nach seinen eigenen Regeln behandelt: der ausgezahlte Teil nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG, die verbleibende lebenslange Rente mit dem Ertragsanteil. Fragen Sie den Versicherer vor dem Stichtag nach den Möglichkeiten.

Wann lohnt sich die Rente statt der Einmalzahlung?

Rechnerisch lohnt sich die Rente, wenn Sie länger leben, als das Kapital bei gleicher monatlicher Entnahme reichen würde. Im Beispiel mit 100.000 Euro und 400 Euro Monatsrente ab 67 ist das Kapital ohne Zinsen nach 20,8 Jahren aufgebraucht. Mit Zinsen auf das Kapital verschiebt sich die Grenze nach hinten. Die tatsächliche Rentenhöhe nennt nur das Angebot Ihres Versicherers.

Ist die Rente vom Versicherer bei einer Pleite sicher?

Weitgehend. Lebensversicherer gehören dem gesetzlichen Sicherungsfonds nach § 221 VAG an, der die Verträge weiterführt. Reicht dessen Vermögen nicht, darf die Aufsicht die garantierten Leistungen um höchstens 5 Prozent kürzen (§ 222 Abs. 5 VAG). Die Einlagensicherung für Bankkonten gilt für Versicherungen nicht.

Sind Horizon65 und Nextwiser Vermögensverwalter?

Nein. Horizon65 ist Finanzanlagenvermittler und Versicherungsmakler nach § 34f und § 34d GewO, eine BaFin-Erlaubnis haben wir nicht gefunden, Konditionen sind nicht veröffentlicht. Nextwiser ist Versicherungsmakler nach § 34d GewO und vermittelt eine fondsgebundene Versicherung der Volkswohl Bund mit Effektivkosten von durchschnittlich 0,5 bis 0,99 Prozent im Jahr zuzüglich Fondskosten.

Weiterlesen

Quellen

  1. § 22 Einkommensteuergesetz (Ertragsanteil, Nr. 5 Direktversicherungen), Stand zuletzt geändert durch Art. 7 G v. 29.06.2026, Abruf 01.10.2026
  2. § 20 Einkommensteuergesetz, Stand zuletzt geändert durch Art. 7 G v. 29.06.2026, Abruf 01.10.2026
  3. § 229 SGB V Versorgungsbezüge, Stand Abruf 01.10.2026
  4. § 1 Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026, Stand Abruf 01.10.2026
  5. GKV-Spitzenverband: Katalog von Einnahmen nach § 240 SGB V, Stand 26.05.2026, Abruf 01.10.2026
  6. §§ 221 bis 223 VAG Sicherungsfonds, Stand Abruf 01.10.2026
  7. Horizon65: Erstinformation, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  8. Nextwiser: FAQ, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  9. Whitebox: Höhe der Gebühren, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026

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