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Vermögensverwaltung oder ETF: Selbst-ETF, Robo und Verwalter

Ein Verwalter verspricht Ruhe, ein ETF kostet fast nichts. Doch 1 % Kostenunterschied im Jahr summiert sich bei 200.000 € über 20 Jahre auf eine sechsstellige Lücke.

Hier sehen Sie Selbst-ETF, Robo-Advisor und Verwalter über 20 Jahre durchgerechnet, dazu was jeder Weg an Arbeit verlangt.

Vermögensverwaltung oder ETF ist vor allem eine Frage, wie viel Arbeit Sie abgeben wollen und was das über Jahre kostet. Ein selbst gekaufter Welt-ETF kostet laut Factsheet rund 0,20 Prozent im Jahr, ein Robo-Advisor wie Whitebox Global 0,56 Prozent, Vermögensverwalter 0,665 bis 1,49 Prozent ohne Gewinnbeteiligung. Bei 200.000 € und angenommenen 5 Prozent Bruttorendite macht das nach 20 Jahren zwischen 509.832 € und 398.245 € Endwert aus (berechnet). Die Annahme ist keine Prognose.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

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Kurz beantwortet

  • Laufende Kosten p. a. laut Unterlagen: Welt-ETF 0,20 % (Factsheet), Whitebox Global 0,56 %, FollowMyMoney 0,665 % ohne Fondskosten, LIQID bis 0,82 %, froots 1,17 %, Estably Modern Value 1,49 % (berechnet, teils ohne Gewinnbeteiligung).
  • 200.000 € über 20 Jahre bei angenommenen 5 % brutto: Selbst-ETF 509.832 €, Whitebox 474.284 €, LIQID 453.276 €, Estably 398.245 € (berechnet).
  • Gegenüber dem Selbst-ETF kostet im Beispiel ein Robo-Advisor 35.548 €, ein persönlicher Verwalter 56.556 € bis 111.587 € an Endwert.
  • In allen drei Wegen liegen die Wertpapiere in einem Depot auf Ihren Namen (§ 47 InsO); das Kursrisiko tragen immer Sie.

Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?

Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.

Was ist der Unterschied zwischen Vermögensverwaltung und ETF?

Ein ETF ist ein Produkt, eine Vermögensverwaltung ist eine Dienstleistung, die meist selbst ETF einsetzt. Beim Selbst-ETF wählen Sie Fonds, Aufteilung und Zeitpunkt selbst. Bei einer Vermögensverwaltung entscheidet ein Verwalter mit BaFin-Erlaubnis im Rahmen einer vereinbarten Strategie. Dazwischen liegen Robo-Advisor, die digital verwalten und schon kleine Beträge annehmen.

Die Frage ist also nicht ETF gegen Verwaltung, sondern: Wer trifft die Entscheidungen, und was kostet das? Die Tabelle stellt die drei Wege nebeneinander.

Drei Wege im Überblick
MerkmalSelbst-ETFRobo-AdvisorPersönliche Vermögensverwaltung
Wer entscheidetSieAlgorithmus nach gewählter StrategieVerwalter nach vereinbarter Strategie
Mindestbetrageine ETF-Order25 € bis 3.000 €1.500 € (froots) bis 100.000 € (LIQID)
Laufende Kosten p. a.Fondskosten ab rund 0,20 %, dazu Ordergebühren0,56 % bis 1,11 %0,665 % bis 1,49 %, teils plus Gewinnbeteiligung
Ansprechpartnerkeinermeist digitalbei LIQID und Estably vorgesehen
Umschichten, Sparplanselbstautomatischautomatisch

Quelle: iShares-Factsheet MSCI World (TER 0,20 %, August 2026), Preisverzeichnisse und Verträge der Anbieter, Abruf 01.10.2026; Kostensätze berechnet aus Gebühr plus Fondskosten.

Was kosten Selbst-ETF, Robo-Advisor und Verwalter über 20 Jahre?

Bei 200.000 € und einer angenommenen Bruttorendite von 5 Prozent im Jahr bleibt nach 20 Jahren mit dem Selbst-ETF am meisten übrig, mit dem teuersten Verwalter 111.587 € weniger. Ohne Kosten wären es 530.660 €. Die 5 Prozent sind eine Rechengröße, keine Prognose; in einzelnen Jahren gibt es Verluste, etwa minus 18,14 Prozent beim MSCI World 2022 (Netto, US-Dollar).

200.000 € über 20 Jahre, Annahme 5 % Bruttorendite
Weg, AnbieterKosten im 1. JahrEndwert nach 20 JahrenAbstand zu ohne KostenKosten ohne Wertentwicklung, 20 Jahre
Selbst-ETF, TER 0,20 %0,20 %509.832 €20.828 €7.850 €
Whitebox Global (Robo)0,56 %474.284 €56.376 €21.247 €
FollowMyMoney, ohne Fondskosten und Gewinnbeteiligung0,665 %464.368 €66.292 €24.985 €
LIQID CORE Global, höchste Fondskosten0,82 %453.276 €77.384 €30.366 €
froots1,17 %424.700 €105.959 €39.935 €
Estably Modern Value, ohne Gewinnbeteiligung1,49 %398.245 €132.414 €51.872 €

Berechnet von geld-was-nun.de: Jahr für Jahr Wert × 1,05, dann Kosten auf den Jahresendwert abgezogen; Staffeln nach Depotwert (LIQID 0,55 % ab 250.000 €, Estably 1,39 % ab 250.000 €), froots 1,00 % / 0,95 % / 0,90 % nach Vertragsjahren plus 0,17 %. Ohne Ordergebühren, Spreads, Steuern und Inflation. Beispielrechnung, keine Anlageberatung.

Die letzte Spalte zeigt dieselbe Rechnung ohne jede Wertentwicklung: So viel zahlen Sie über 20 Jahre allein an Gebühren, wenn der Markt auf der Stelle tritt. Gebühren fallen auch in Verlustjahren an. Gewinnbeteiligungen erhöhen die Kosten in guten Jahren: Estably verlangt 10 Prozent auf Gewinne mit Höchststandsregel, FollowMyMoney 19 Prozent über einer Hürde.

Ich bin 50, habe 200.000 € und will mich nicht selbst kümmern: Verwalter oder ETF?

Dann ist ein Robo-Advisor meist der Mittelweg: Er nimmt Ihnen die Arbeit ab und kostet im Beispiel 35.548 € weniger Endwert als ein Selbst-ETF, ein persönlicher Verwalter wie LIQID 56.556 € (berechnet bei 5 Prozent Annahme). Der Abstand zum Selbst-ETF ist der Preis für Auswahl, Umschichtung und Disziplin.

Ob der Preis sich lohnt, hängt an einer ehrlichen Frage: Würden Sie selbst in einem Jahr mit minus 30 Prozent ruhig bleiben und nicht verkaufen? Wer im Tief verkauft, verliert mehr, als jede Gebühr kostet. Wer sicher ist, dass er durchhält und einmal im Jahr umschichtet, kommt mit einem oder zwei breit gestreuten ETF aus. Welcher Robo-Advisor welche Merkmale hat, zeigt der Robo-Advisor-Vergleich.

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Ich habe 500.000 € geerbt: Lohnt sich eine persönliche Vermögensverwaltung?

Bei 500.000 € sinken die Gebühren vieler Verwalter, der Abstand zum Selbst-ETF bleibt aber in Euro groß. Ein Jahr kostet laut Preisverzeichnissen (berechnet): Selbst-ETF 1.000 €, Raisin 1.900 €, Whitebox Global 2.800 €, FollowMyMoney 3.325 € ohne Fondskosten, LIQID 3.600 € (0,50 % Gebühr ab 500.000 € plus höchstens 0,22 % Fondskosten), froots 5.850 €, Estably Modern Value 6.450 € ohne Gewinnbeteiligung.

Für eine persönliche Verwaltung spricht bei dieser Summe vor allem Begleitung: ein fester Ansprechpartner, Abstimmung mit Steuer und Nachlass, Hilfe bei Entnahmen. Prüfen Sie vor Vertragsschluss den Kostenausweis in Euro, den jeder Anbieter liefern muss (§ 63 Abs. 7 WpHG). Vor der Anlage stehen Erbschaftsteuer und Reserve; wo das Geld bis dahin liegt, zeigt Erbe auf Tagesgeld oder Festgeld. Den Vergleich aller Verwalter enthält der Vermögensverwaltung Vergleich.

Wann kann eine Verwaltung ihren Preis wert sein?

Eine Vermögensverwaltung kann sich lohnen, wenn sie ein Verhalten verhindert, das teurer wäre als ihre Gebühr. Messen lässt sich das vorher nicht, aber einige Lagen sprechen dafür:

  • Keine Zeit oder kein Interesse: Wer das Depot sonst jahrelang nicht ansieht und nie umschichtet, bekommt mit Verwaltung eine gepflegte Aufteilung.
  • Angst vor Verlusten: Wer im Tief verkaufen würde, profitiert von einer festen Strategie und einem Ansprechpartner, der davon abrät.
  • Große, gemischte Vermögen: Wer Anleihen, Aktien und Entnahmen abstimmen muss, etwa nach einem Erbe mit Immobilie, nutzt die Begleitung eher.
  • Entnahmen im Ruhestand: Ein Verwalter kann regelmäßige Auszahlungen aus dem Depot organisieren; selbst geht das mit einem Entnahmeplan.

Gegen eine Verwaltung spricht eine Gewinnbeteiligung, die die Kosten in guten Jahren stark erhöht. Ein angenommenes Beispiel: Steigt ein Depot von 200.000 € in einem Jahr um 20.000 € auf einen neuen Höchststand, verlangt Estably zusätzlich 10 Prozent des Gewinns nach Kosten, also bis zu 2.000 € (berechnet). Bei FollowMyMoney sind es 19 Prozent auf den Teil der Wertentwicklung über einer Hürde von 0 bis 4 Prozent je Strategie. Diese Beträge fehlen in der 20-Jahres-Tabelle.

Was müssen Sie beim Selbst-ETF selbst erledigen?

  • Depot eröffnen bei einer Bank oder einem Broker, Freistellungsauftrag erteilen.
  • Fonds wählen: einen oder zwei breit gestreute Index-ETF, etwa auf den MSCI World oder MSCI ACWI, und einen sicheren Teil auf Tagesgeld oder in Anleihen.
  • Aufteilung halten: einmal im Jahr prüfen, ob der Aktienanteil noch passt, und zurückschichten.
  • Steuer: Vorabpauschale und Verkaufsgewinne zieht die deutsche Depotbank automatisch ab; die Teilfreistellung für Aktien-ETF beträgt 30 Prozent (§ 20 Abs. 1 InvStG).
  • Nerven: in Kursrückgängen nicht verkaufen, wenn das Geld nicht gebraucht wird.

Ordergebühren und der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs fehlen in der 20-Jahres-Rechnung; sie hängen von Bank und Ordergröße ab. Bei wenigen großen Käufen fallen sie kaum ins Gewicht. Wie Sie eine große Summe in den Markt bringen, steht unter Einmalanlage oder Sparplan.

Welche Risiken gelten für alle drei Wege?

Das Kursrisiko verschwindet durch keinen Verwalter. Wertpapiere liegen in allen drei Fällen in einem Depot auf Ihren Namen und werden bei einer Bankpleite ausgesondert (§ 47 InsO). Kann eine Bank Wertpapiere nicht herausgeben, zahlt die Anlegerentschädigung 90 Prozent, höchstens 20.000 € (§ 4 Abs. 2 AnlEntG). Bei froots gelten österreichisches Recht und eine Depotbank in Wien, Estably untersteht der Aufsicht in Liechtenstein. Einen Überblick über alle Kostenarten bietet Vermögensverwaltung Kosten.

Wir sind keine Anlageberater und vermitteln nichts. Die Rechnungen zeigen Größenordnungen, keine Empfehlung für Ihren Fall.

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Häufige Fragen

Ist ein ETF-Sparplan besser als eine Vermögensverwaltung?

Günstiger ist er fast immer: Ein Welt-ETF kostet laut Factsheet rund 0,20 Prozent im Jahr, Verwalter 0,56 bis 1,49 Prozent. Bei 200.000 € über 20 Jahre und 5 Prozent Annahme macht das bis zu 111.587 € Endwert aus (berechnet). Besser ist er nur, wenn Sie Auswahl, Umschichtung und Durchhalten in Verlustjahren selbst schaffen. Rendite verspricht keiner der beiden Wege.

Ab welchem Betrag lohnt sich eine Vermögensverwaltung statt ETF?

Eine feste Schwelle gibt es nicht. Viele Verwalter senken die Gebühr erst ab 250.000 oder 500.000 €, LIQID etwa von 0,60 auf 0,50 Prozent ab 500.000 €. Der Abstand zum Selbst-ETF bleibt aber in Euro: Bei 500.000 € sind es 1.000 € gegen 3.600 € im Jahr (berechnet). Eine Verwaltung lohnt sich, wenn Sie die Begleitung wirklich nutzen.

Was kostet eine Vermögensverwaltung bei 200.000 € im Jahr im Vergleich zum ETF?

Laut Preisverzeichnissen zwischen 1.120 € (Whitebox Global, 0,56 Prozent) und 2.980 € (Estably Modern Value, 1,49 Prozent ohne Gewinnbeteiligung), LIQID bis 1.640 €, froots 2.340 € (alles berechnet). Ein Welt-ETF mit 0,20 Prozent Fondskosten kostet 400 € plus Ordergebühren. Über 20 Jahre wachsen die Unterschiede, weil die Kosten auch auf die Erträge anfallen.

Robo-Advisor oder selbst ETF kaufen, was ist sinnvoller?

Der Robo-Advisor kostet mehr, nimmt aber Arbeit und Entscheidungen ab. Im Beispiel mit 200.000 € und 20 Jahren liegt Whitebox Global 35.548 € unter dem Selbst-ETF (berechnet bei 5 Prozent Annahme). Wer sicher ist, dass er in Kursrückgängen nicht verkauft und jährlich umschichtet, braucht ihn nicht. Wer das bezweifelt, zahlt mit dem Robo für Disziplin.

Ist mein Geld bei einer Vermögensverwaltung sicherer als im ETF-Depot?

Nein, die Verwahrung ist gleich. In beiden Fällen liegen die Wertpapiere in einem Depot auf Ihren Namen und werden bei einer Pleite ausgesondert (§ 47 InsO). Der Verwalter darf nur handeln, nicht abheben. Kursverluste deckt weder die Verwaltung noch eine Sicherung. Sicherer wird die Anlage nur durch einen kleineren Aktienanteil, nicht durch die Wahl zwischen Verwalter und ETF.

Lohnt sich eine Vermögensverwaltung mit 65 Jahren noch?

Das hängt davon ab, ob Sie Begleitung bei Entnahmen und Nachlassfragen wollen. Die Kosten wirken bei kürzerem Horizont weniger stark: Über zehn Jahre kostet 1 Prozentpunkt Unterschied bei 200.000 € ohne Wertentwicklung rund 20.000 €. Viele Anleger mit 65 brauchen einen größeren sicheren Teil auf Tagesgeld und Festgeld; nur der Rest gehört in Fonds, ob selbst oder verwaltet.

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