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Einlagensicherung Chase: so ist Geld bei der J.P. Morgan SE geschützt

Chase lockt mit 4 % aufs Tagesgeld, die Bank ist neu in Deutschland und gehört zu einem US-Konzern. Gilt hier überhaupt deutscher Schutz?

Hier steht aus Informationsbogen, Impressum und Fondsliste, welche Bank haftet, wer zahlt und was über 100.000 € gilt.

Die Einlagensicherung bei Chase ist die der J.P. Morgan SE in Frankfurt am Main, denn Chase ist in Deutschland nur eine Marke dieser Bank. Gesetzlich sind 100.000 € je Person über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken gesichert. Weil die J.P. Morgan SE Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken ist, kommt laut Chase ein freiwilliger Schutz bis 3 Mio. € hinzu, ohne Rechtsanspruch.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Kurz beantwortet

  • Chase wird in Deutschland von der J.P. Morgan SE betrieben, einer Europäischen Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main (HRB 126056), beaufsichtigt von BaFin, Bundesbank und EZB.
  • Gesetzlich: Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, 100.000 € je Einleger, Erstattung binnen 7 Arbeitstagen (Informationsbogen Version 1.0, Stand 20.05.2026).
  • Freiwillig: Die J.P. Morgan SE steht in der Mitgliederliste des Einlagensicherungsfonds; laut Chase sind Einlagen von Privatpersonen derzeit bis 3 Mio. € gesichert, ohne Rechtsanspruch.
  • Tagesgeld: 4 % p. a. für 4 Monate auf bis 500.000 €, danach und darüber variabel 2 % p. a., Höchstanlage 1.000.000 € (Abruf 01.10.2026).

Ist Chase in Deutschland eine deutsche Bank?

Ja, für die Einlagensicherung zählt Chase als deutsche Bank, weil das Konto bei der J.P. Morgan SE mit Sitz in Frankfurt am Main geführt wird. Laut Impressum ist sie eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea), eingetragen beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter HRB 126056, zugelassen von der BaFin und gemeinsam beaufsichtigt von BaFin, Deutscher Bundesbank und Europäischer Zentralbank. Das Chase-Team sitzt nach eigenen Angaben in Berlin, Beschwerden gehen an ein Postfach in Berlin.

Der Konzern dahinter ist amerikanisch, das Konto aber nicht. Eine US-Einlagensicherung spielt für das deutsche Chase-Tagesgeld keine Rolle. Maßgeblich ist das System, dem das Institut zugeordnet ist, und das ist für die J.P. Morgan SE die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. In deren Liste steht die J.P. Morgan SE in der Gruppe der Auslandsbanken, weil sie zu einem ausländischen Konzern gehört, mit dem Vermerk der Fondsmitgliedschaft.

Einlagensicherung bei Chase im Überblick
MerkmalAngabe
KreditinstitutJ.P. Morgan SE, Taunustor 1, Frankfurt am Main
MarkeChase (laut Informationsbogen Teil des Instituts)
Gesetzliches SystemEntschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH
Grenze gesetzlich100.000 € je Einleger und Institut
Erstattungsfrist7 Arbeitstage
Freiwilliger FondsEinlagensicherungsfonds des Bankenverbands, laut Chase bis 3 Mio. €
Rechtsanspruch Fondsnein
Tagesgeld-Höchstbetrag1.000.000 €

Quelle: Chase Impressum, Informationsbogen für den Einleger (Version 1.0, Stand 20.05.2026), Chase Support Einlagensicherung, Tagesgeld-Seite, Mitgliederlisten EdB und Einlagensicherungsfonds; Abruf 01.10.2026

Wie hoch ist die Einlagensicherung bei Chase?

Bei Chase sind gesetzlich 100.000 € je Person gesichert, mit Rechtsanspruch und Erstattung binnen 7 Arbeitstagen. Der Informationsbogen nennt die Grenze ausdrücklich pro Einleger und Kreditinstitut und erklärt, dass Einlagen unter mehreren Marken desselben Instituts zusammengezählt werden; Chase ist dort als Marke der J.P. Morgan SE aufgeführt. Die Supportseite von Chase ergänzt, dass auch Einlagen bei der J.P. Morgan SE außerhalb von Chase in die 100.000 € eingerechnet werden.

Über die gesetzliche Grenze hinaus greift der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Chase beziffert den Schutz für Privatpersonen auf derzeit bis 3 Mio. €. Das entspricht der Obergrenze, die das Statut des Fonds seit 01.01.2025 vorsieht; zugleich gilt die Grenze von 8,75 % der Eigenmittel der Bank. Ab dem 01.01.2030 sinkt die Obergrenze auf 1 Mio. € je Person. Leistungen des Fonds erfolgen ohne Rechtsanspruch (§ 6 Abs. 19 Statut). Mehr dazu unter freiwillige Einlagensicherung.

Ich habe 180.000 € bei Chase, ist das sicher?

Mit Rechtsanspruch gesichert sind 100.000 €, die übrigen 80.000 € liegen im Rahmen des Einlagensicherungsfonds, den Chase für Privatpersonen mit bis 3 Mio. € angibt. Für einen Betrag dieser Größe ist der Fonds der Grund, warum bei Chase mehr als 100.000 € überhaupt abgesichert sind.

Rechenweg (berechnet von geld-was-nun.de): 180.000 € Tagesgeld minus 100.000 € gesetzliche Grenze ergibt 80.000 € Überhang. Dieser Überhang liegt weit unter der Fondsgrenze von 3 Mio. €. Er ist aber nur freiwillig gesichert. Wer jeden Euro mit Rechtsanspruch absichern möchte, legt die 80.000 € bei einem zweiten Institut an. Wie die Grenze je Person und Bank genau gerechnet wird, steht unter Einlagensicherung pro Person.

Mehr als 100.000 € mit Rechtsanspruch sichern

Neben Chase lässt sich ein Teil über Raisin bei Partnerbanken anderer EU-Länder anlegen. Dort gilt je Bank eine eigene gesetzliche Grenze von 100.000 € mit Rechtsanspruch.

Raisin/WeltSparen

Tages- und Festgeld bei Partnerbanken aus mehreren EU-Ländern über ein Konto. So lässt sich ein großer Betrag auf mehrere Banken verteilen, jede mit eigener Einlagensicherung bis 100.000 €.

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Ich habe 400.000 € aus dem Hausverkauf und will sie bei Chase parken, was gilt?

Für sechs Monate nach der Gutschrift können bis zu 500.000 € gesetzlich gesichert sein, weil der Erlös aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie zu den Anlässen des § 8 Abs. 2 EinSiG gehört. Danach gelten wieder 100.000 € gesetzlich plus der freiwillige Fonds.

Nachweisen müssen Sie den Anlass selbst, schriftlich und mit Belegen wie dem notariellen Kaufvertrag und der Gutschrift (§ 8 Abs. 5 EinSiG). Für die Erstattung dieser Beträge beginnt die Frist von sieben Arbeitstagen erst mit Ihrer Anmeldung (§ 14 Abs. 3 Satz 2 EinSiG). Für eine gewöhnliche Erbschaft ist der Katalog nach dem Wortlaut nicht eindeutig; sicher ist dort nur das Verteilen auf Banken mit je 100.000 €. Wie es nach dem Verkauf weitergeht, beschreibt Geld anlegen nach Hausverkauf.

Beispiel: 400.000 € Verkaufserlös im Chase-Tagesgeld
Zeitraumgesetzlich gesichertim Fonds, ohne RechtsanspruchZins laut Chase
Monat 1 bis 4400.000 € (erhöhte Deckung)0 €4 % p. a.
Monat 5 bis 6400.000 € (erhöhte Deckung)0 €2 % p. a. variabel
ab Monat 7100.000 €300.000 €2 % p. a. variabel

Berechnet von geld-was-nun.de nach § 8 Abs. 2 und 5 EinSiG und den Chase-Konditionen vom 01.10.2026; Neukundenzins gilt laut Chase für die ersten 4 Monate; Beispielrechnung, keine Anlageberatung

Rechenbeispiel Zinsen (berechnet von geld-was-nun.de, vor Steuern, ohne Zinseszins): 400.000 € × 4 % × 4/12 = 5.333,33 € in den ersten vier Monaten, danach bei 2 % p. a. rund 666,67 € im Monat. Der Folgezins ist variabel und kann sich ändern.

Welche Bedingungen hat das Chase-Tagesgeld?

Chase bietet in Deutschland ein Tagesgeldkonto an, das per App eröffnet wird. Laut Produktseite gibt es 4 % p. a. für die ersten vier Monate auf Guthaben bis 500.000 €, danach sowie auf Beträge darüber variabel 2 % p. a. Die Zinsen werden täglich berechnet und monatlich ausgezahlt. Eröffnung und Kontoführung sind gebührenfrei, eine Mindesteinlage gibt es nicht, der Höchstanlagebetrag liegt bei 1.000.000 €.

Voraussetzungen sind laut Chase: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz und Steueransässigkeit in Deutschland, eine deutsche Handynummer und ein Referenzkonto bei einer deutschen Bank. Ein Gemeinschafts-Tagesgeld nennt die Produktseite nicht. Wer zu zweit anlegt, hat bei getrennten Einzelkonten je eine eigene gesetzliche Grenze von 100.000 €; Fälle mit gemeinsamen Konten erklärt Einlagensicherung Gemeinschaftskonto.

Zählt mein Trade-Republic-Guthaben bei der J.P. Morgan SE mit?

Möglicherweise ja: Die J.P. Morgan SE ist eine der Partnerbanken, bei denen Trade Republic Kundengeld auf Treuhandsammelkonten hält. Nach § 7 Abs. 3 EinSiG bilden alle Forderungen eines Kunden gegen ein Institut eine Summe, und bei einem offenen Treuhandkonto gilt nach § 7 Abs. 4a der Treugeber als Einleger.

Rechenbeispiel (berechnet): 90.000 € im Chase-Tagesgeld und ein Treuhandanteil von 40.000 € bei der J.P. Morgan SE ergäben 130.000 € gegen dasselbe Institut, gesetzlich gesichert wären 100.000 €. Ob und wie die J.P. Morgan SE Treuhandanteile mit eigenen Chase-Konten verrechnet, haben wir in den Unterlagen beider Anbieter nicht gefunden. Welche Partnerbank Ihr Geld hält, zeigt laut Trade Republic die App. Details stehen unter Einlagensicherung Trade Republic.

Was tun, wenn mehr als 100.000 Euro bei Chase liegen sollen?

Entscheiden Sie, ob der freiwillige Fonds für den Überhang genügt. Die Grenze von 3 Mio. € liegt deutlich über dem Chase-Höchstbetrag von 1 Mio. €, ein Rechtsanspruch fehlt aber.

  • Alle Guthaben bei der J.P. Morgan SE zusammenrechnen, auch Treuhandanteile über andere Anbieter.
  • Bei Verkaufserlös oder Abfindung die Belege für die erhöhte Deckung bereithalten und die sechs Monate notieren.
  • Für Beträge mit Rechtsanspruch weitere Institute wählen; Sicherungssysteme im Überblick unter Einlagensicherung Banken Übersicht.
  • Zins und Annahmegrenzen anderer Banken mit Stand zeigt der Vergleich im Hub Einlagensicherung.

Der Rechner teilt ein Chase-Guthaben in den gesetzlich gesicherten Teil und den Überhang, für den nur der Fonds bleibt.

Häufige Fragen

Ist Chase durch die deutsche Einlagensicherung geschützt?

Ja. Chase ist eine Marke der J.P. Morgan SE mit Sitz in Frankfurt am Main, die der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zugeordnet ist. Gesetzlich sind 100.000 € je Person gesichert, Erstattung binnen 7 Arbeitstagen. Zusätzlich ist die J.P. Morgan SE Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken.

Bis zu welchem Betrag ist Geld bei Chase sicher?

Mit Rechtsanspruch bis 100.000 € je Person. Darüber sichert der Einlagensicherungsfonds laut Chase Einlagen von Privatpersonen derzeit bis 3 Mio. €, begrenzt auf 8,75 % der Eigenmittel der Bank und ohne Rechtsanspruch. Ab 2030 sinkt die Fondsgrenze auf 1 Mio. €. Das Chase-Tagesgeld nimmt höchstens 1 Mio. € an.

Gilt bei Chase die amerikanische Einlagensicherung?

Nein. Das deutsche Chase-Tagesgeld wird bei der J.P. Morgan SE in Frankfurt geführt, einer in Deutschland zugelassenen Bank. Zuständig sind deshalb die deutsche Entschädigungseinrichtung und der Fonds der privaten Banken. Dass der Konzern aus den USA stammt, ändert daran nichts.

Ich bin 67 und will 250.000 € Lebensversicherung bei Chase anlegen, ist das gesichert?

Gesetzlich sind 100.000 € gesichert, die übrigen 150.000 € fallen in den freiwilligen Fonds, den Chase mit bis 3 Mio. € angibt. Eine private Lebensversicherung steht nicht im Katalog der befristet erhöhten Deckung nach § 8 EinSiG. Wer nur auf den gesetzlichen Schutz setzen will, verteilt auf drei Institute. Beispielrechnung, keine Anlageberatung.

Wie lange gibt es 4 Prozent bei Chase?

Laut Chase gelten 4 % p. a. für die ersten vier Monate auf Guthaben bis 500.000 €. Danach und für Beträge über 500.000 € zahlt Chase einen variablen Zins, am 01.10.2026 waren das 2 % p. a. Die Zinsen werden täglich berechnet und monatlich ausgezahlt. Zinssätze sind Momentaufnahmen.

Was passiert mit meinem Chase-Tagesgeld, wenn die J.P. Morgan SE ausfällt?

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken erstattet bis 100.000 € je Person binnen 7 Arbeitstagen nach Feststellung des Entschädigungsfalls durch die BaFin, ohne dass Sie einen Antrag stellen. Für Beträge darüber kann der Einlagensicherungsfonds einspringen, ohne Rechtsanspruch. Befristet höhere Beträge nach § 8 EinSiG müssen Sie selbst mit Belegen anmelden.

Weiterlesen

Quellen

  1. J.P. Morgan SE / Chase: Informationsbogen für den Einleger (PDF), Stand Version 1.0, Stand 20.05.2026, Abruf 01.10.2026
  2. Chase: Einlagensicherung (Support), Stand Abruf 01.10.2026
  3. Chase: Tagesgeld, Stand Abruf 01.10.2026
  4. Chase: Impressum, Stand Abruf 01.10.2026
  5. EdB: Zugeordnete Banken, Stand Abruf 01.10.2026
  6. Einlagensicherungsfonds: Mitwirkende Institute, Stand Abruf 01.10.2026
  7. Statut des Einlagensicherungsfonds (PDF), Stand Fassung Oktober 2023, Abruf 01.10.2026
  8. Trade Republic: Zinsseite mit Partnerbanken, Stand Abruf 01.10.2026
  9. Einlagensicherungsgesetz § 8, Stand zuletzt geändert durch Art. 26 Abs. 5 G v. 25.3.2026, Abruf 01.10.2026
  10. Einlagensicherungsgesetz § 14, Stand Abruf 01.10.2026

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