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Erbe als Eigenkapital: wie viel davon in die Immobilie fließen sollte

Das Erbe ist da, das Wunschhaus auch. Doch wie viel davon gehört in den Kauf, und was bleibt, wenn die Heizung ausfällt?

Diese Seite rechnet mit 80.000 € und 200.000 € Erbe durch, was Nebenkosten, Kredit und Zins bewirken, für Eigenheim und Kapitalanlage.

Ein Erbe als Eigenkapital nutzen heißt: Es bezahlt zuerst die Kaufnebenkosten, die keine Bank finanzieren muss, und senkt mit dem Rest den Kredit. Die Nebenkosten liegen bei einem Kaufpreis von 300.000 € je nach Bundesland und Makler zwischen 4,6 und 11,2 Prozent (berechnet von geld-was-nun.de). Wie viel vom Erbe danach in die Immobilie gehört, hängt davon ab, ob Sie selbst einziehen oder vermieten, und wie viel Reserve bleiben muss.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Junges Paar betrachtet ein Einfamilienhaus

Kurz beantwortet

  • Eigenkapital deckt zuerst die Kaufnebenkosten: bei 300.000 € Kaufpreis 13.844 € in Bayern ohne Makler bis 33.554 € bei 6,5 % Grunderwerbsteuer mit Makler (berechnet).
  • Pfandbriefbanken dürfen Hypotheken nur bis 60 % des Beleihungswerts in die Deckung nehmen (§ 14 PfandBG); der Beleihungswert liegt höchstens beim Marktwert (§ 16 PfandBG).
  • Durchschnittlicher Effektivzins neuer Wohnungsbaukredite im Juli 2026 laut Bundesbank: 3,78 % bei 5 bis 10 Jahren, 3,92 % bei über 10 Jahren Zinsbindung.
  • Ein erwartetes, noch nicht angefallenes Erbe ist kein Eigenkapital: Die Bank prüft Einkommen, Ausgaben und vorhandenes Vermögen (§ 505b Abs. 2 BGB).

Erst sichern, dann kaufen: die Reihenfolge

Ein Erbe ist erst dann Eigenkapital, wenn es Ihnen allein gehört und auf Ihrem Konto liegt. Bis zur Teilung gehört der Nachlass allen Erben gemeinsam, und Banken zahlen nur an alle zusammen aus. Die Reihenfolge, die vor jeder Kaufentscheidung steht:

Bei einer Erbengemeinschaft verlangt die finanzierende Bank in der Regel den Nachweis, dass das Geld frei verfügbar ist. Ein Kontoauszug mit dem eigenen Anteil reicht, eine Erbquote auf dem Papier nicht.

  • Sichern: auf Konten höchstens 100.000 € je Person und Bank, denn nur so viel ist sicher gesetzlich geschützt (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Die erhöhte Deckung bis 500.000 € nennt Erbschaften nicht ausdrücklich. Mehr unter Einlagensicherung.
  • Steuer und Nachlass klären: Anzeige beim Finanzamt binnen drei Monaten (§ 30 ErbStG), Erbschaftsteuer nach Freibetrag schätzen und abziehen, siehe Erbschaftsteuer berechnen.
  • Reserve festlegen: Geld für Umzug, Möbel, erste Reparaturen und mehrere Monatsraten bleibt draußen.
  • Dann entscheiden: wie viel in Nebenkosten und Kredit fließt.

Wie viel Eigenkapital braucht man für eine Immobilie?

Mindestens die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital kommen, denn sie schaffen keinen Wert, den die Bank beleihen könnte. Darüber senkt jeder Euro den Kredit. Eine gesetzliche Mindestquote gibt es nicht; die Bank entscheidet nach ihrer Kreditwürdigkeitsprüfung, die Einkommen, Ausgaben und Vermögen umfasst (§ 505b Abs. 2 BGB) und sich nicht hauptsächlich auf den Wert der Immobilie stützen darf.

Die Nebenkosten bestehen aus Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Maklerprovision. Die Grunderwerbsteuer legt jedes Land selbst fest, von 3,5 Prozent in Bayern (§ 11 GrEStG) bis 6,5 Prozent etwa in Nordrhein-Westfalen. Alle 16 Sätze mit Quelle und die Notarkosten mit Rechenweg stehen unter Kaufnebenkosten.

Kaufnebenkosten für 300.000 € Kaufpreis
PostenBayern 3,5 %Sachsen 5,5 %Land mit 6,5 %
Grunderwerbsteuer10.500 €16.500 €19.500 €
Notar inkl. 19 % USt2.366 €2.366 €2.366 €
Grundbuch978 €978 €978 €
Summe ohne Makler13.844 € (4,6 %)19.844 € (6,6 %)22.844 € (7,6 %)
Makler 3,57 % (Annahme)10.710 €10.710 €10.710 €
Summe mit Makler24.554 € (8,2 %)30.554 € (10,2 %)33.554 € (11,2 %)

Berechnet von geld-was-nun.de. Notar: 2,0 Beurkundung, 0,5 Vollzug, 0,5 Betreuung, 0,1 XML nach KV GNotKG, je 635 € (Tabelle B bei 300.000 €, § 34 GNotKG), plus 20 € Auslagenpauschale und USt. Grundbuch: 1,0 Eigentum, 0,5 Vormerkung, 25 € Löschung der Vormerkung. Ohne Grundschuld für einen Kredit. Maklerprovision ist frei vereinbar; 3,57 % ist eine Annahme.

Ich bin 38, habe 80.000 € geerbt und will ein Haus für 450.000 € kaufen: reicht das?

Als Eigenkapital für die Nebenkosten reicht es, für einen niedrigen Kredit nicht: Nach den Nebenkosten bleiben in diesem Beispiel rund 30.000 €, also 6,7 Prozent des Kaufpreises. Rechnung, berechnet von geld-was-nun.de, keine Finanzierungsberatung:

Bei 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer und 3,57 Prozent Maklerprovision kostet der Kauf 49.956 € Nebenkosten. Vom Erbe bleiben 30.044 €. Der Kredit beträgt mit den Kosten der Grundschuld 421.809 €, das sind 93,7 Prozent des Kaufpreises. Bei 3,78 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung ergibt das 2.032 € Monatsrate.

Ohne Makler sinken die Nebenkosten auf 33.891 €, der Kredit auf 405.634 € und die Rate auf 1.954 €. Wer zusätzlich eigenes Erspartes hat, rechnet es dazu. Zu beachten: Die 3,78 Prozent sind der Bundesbank-Durchschnitt für 5 bis 10 Jahre Zinsbindung. Bei einer Finanzierung über 90 Prozent des Kaufpreises verlangen Banken häufig einen höheren Zins als bei weniger Kredit. Wie hoch dieser Aufschlag ist, legt jede Bank selbst fest; eine amtliche Statistik dazu gibt es nicht.

Haus für 450.000 €, 6,5 % Grunderwerbsteuer, mit Makler: Wirkung von mehr Eigenkapital
EigenkapitalKredit inkl. GrundschuldkostenAnteil am KaufpreisZinsen im 1. Jahr bei 3,78 %Monatsrate bei 2 % Tilgung
80.000 €421.809 €93,7 %15.944 €2.032 €
150.000 €351.480 €78,1 %13.286 €1.693 €
200.000 €301.371 €67,0 %11.392 €1.452 €

Berechnet von geld-was-nun.de. Gleicher Zins für alle Stufen angenommen; in der Praxis sinkt der Zins oft mit dem Kreditanteil. Zins: Deutsche Bundesbank, Effektivzins Neugeschäft Wohnungsbaukredite, 5 bis 10 Jahre Zinsbindung, Juli 2026.

Wie wirkt das Eigenkapital auf Beleihung und Zins?

Je weniger Kredit im Verhältnis zum Wert der Immobilie, desto geringer das Ausfallrisiko der Bank. Das zeigt sich in zwei Größen. Die erste ist der Beleihungswert: Banken setzen ihn mit einem vorsichtigen Gutachten an, er darf den Marktwert nicht übersteigen (§ 16 Abs. 2 PfandBG). Die zweite ist die 60-Prozent-Grenze: Pfandbriefbanken dürfen Hypotheken nur bis zu den ersten 60 Prozent des Beleihungswerts zur Deckung ihrer Pfandbriefe verwenden (§ 14 PfandBG). Kredite innerhalb dieser Grenze kann die Bank günstiger refinanzieren.

Ob und wie stark eine Bank den Zins nach dem Kreditanteil staffelt, steht in ihren eigenen Konditionen. Die Zinsstatistik der Bundesbank zeigt nur Durchschnitte nach Zinsbindung: im Juli 2026 effektiv 4,41 Prozent bei variablem Zins oder bis 1 Jahr Bindung, 3,97 Prozent bei 1 bis 5 Jahren, 3,78 Prozent bei 5 bis 10 Jahren und 3,92 Prozent über 10 Jahre. Fragen Sie deshalb Angebote für zwei Varianten an, etwa mit 80 und mit 60 Prozent Kreditanteil, und vergleichen Sie die Effektivzinsen.

Junges Paar betrachtet ein Einfamilienhaus: Details

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Wie stark mehr Eigenkapital Ihren Zins senkt, zeigen nur echte Angebote. Baufinanzierungsvermittler holen sie bei mehreren Banken ein und werden von der Bank bezahlt; Erlaubnis und Bankenzahl stehen im Vergleich.

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Ich bin 45, habe 200.000 € geerbt und kaufe eine Wohnung zum Vermieten: alles einsetzen?

Bei einer vermieteten Wohnung bringt es in diesem Beispiel nach Steuer kaum einen Unterschied, ob Sie 100.000 € oder 200.000 € Eigenkapital einsetzen, weil die Kreditzinsen absetzbar sind. Rechnung, berechnet von geld-was-nun.de:

Die Wohnung kostet 300.000 €, in Sachsen kommen mit Makler 30.554 € Nebenkosten dazu. Mit 200.000 € Eigenkapital beträgt der Kredit 131.294 €, die Zinsen im ersten Jahr 4.963 €. Mit 100.000 € Eigenkapital sind es 231.749 € Kredit und 8.760 € Zinsen. Der Unterschied von 3.797 € Zinsen kostet nach Steuer bei 42 Prozent Grenzsteuersatz noch 2.203 €, denn Schuldzinsen für eine vermietete Wohnung sind Werbungskosten (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG).

Die nicht eingesetzten 100.000 € bringen in Festgeld zu 3,00 Prozent nach Abgeltungsteuer und Soli 2.209 € im Jahr. Beide Wege liegen damit fast gleich auf. Der Unterschied liegt woanders: Mit weniger Eigenkapital bleiben 100.000 € verfügbar und gesichert, dafür steigt die Abhängigkeit vom Anschlusszins. Bei niedrigerem Grenzsteuersatz verschiebt sich die Rechnung zugunsten von mehr Eigenkapital.

Eigenheim oder Kapitalanlage: wohin gehört das Erbe zuerst?

Zinsen für das selbst genutzte Haus sind nicht absetzbar, Zinsen für eine vermietete Wohnung schon. Wer beides plant, setzt das Erbe rechnerisch zuerst im Eigenheim ein und finanziert die vermietete Wohnung stärker. Das ist eine Steuerrechnung, keine Aussage darüber, ob sich die Kapitalanlage lohnt; die Rendite einer Wohnung zum Vermieten rechnet Kapitalanlage Wohnung durch.

Beim Verkauf gibt es einen zweiten Unterschied. Eine selbst bewohnte Immobilie ist steuerfrei verkäuflich, wenn Sie sie im Verkaufsjahr und in den zwei Jahren davor selbst genutzt haben (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Bei einer vermieteten Wohnung ist der Gewinn innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf steuerpflichtig.

Ob das Erbe überhaupt in eine Immobilie gehört oder besser breit gestreut angelegt wird, vergleicht Immobilie oder ETF. Läuft schon ein Kredit, ist die Sondertilgung oft die naheliegende Alternative: Erbe: Kredit tilgen.

Zählt ein zukünftiges Erbe als Eigenkapital?

Nein. Ein Erbe, das erst noch anfallen wird, ist kein Eigenkapital. Die Bank muss prüfen, ob Sie den Kredit voraussichtlich aus Einkommen und vorhandenem Vermögen bedienen können (§ 505b Abs. 2 BGB). Ein Testament zu Ihren Gunsten ändert daran nichts, denn es kann jederzeit geändert werden, und der Zeitpunkt ist offen.

Was stattdessen geht: Eltern können zu Lebzeiten schenken. Kinder haben je Elternteil 400.000 € Freibetrag, der alle zehn Jahre neu genutzt werden kann (§ 14 und § 16 ErbStG). Eine Schenkung ist sofort Eigenkapital. Ebenso kann eine bereits geerbte, schuldenfreie Immobilie als zusätzliche Sicherheit dienen; das ersetzt kein Eigenkapital, kann aber den Kreditanteil im Verhältnis zu den Sicherheiten senken. Wie die Steuer bei Kindern rechnet, steht unter Erbschaftsteuer Kinder.

Was gehört nicht ins Eigenkapital?

  • Die Reserve: Nach dem Kauf fallen Umzug, Möbel und erste Reparaturen an. Ein leeres Konto zwingt bei der ersten Heizungsreparatur zu teurem Ratenkredit.
  • Geld mit Termin: Festgeld, das erst nach dem Notartermin frei wird, hilft nicht. Der Kaufpreis wird fällig, sobald der Notar die Fälligkeit mitteilt; die Grunderwerbsteuer einen Monat nach dem Bescheid (§ 15 GrEStG).
  • Der Anteil der Miterben: Bis zur Auseinandersetzung ist er nicht Ihr Geld.
  • Die Erbschaftsteuer: Sie ist abzuziehen, bevor Sie rechnen.

So gehen Sie vor

  • Erbe sichern, Steuer abziehen, Reserve beiseitelegen.
  • Nebenkosten für Ihr Bundesland ausrechnen, siehe Kaufnebenkosten.
  • Kreditbedarf für zwei Eigenkapitalstufen ermitteln und bei mehreren Banken anfragen.
  • Effektivzins, Zinsbindung, Sondertilgungsrecht und Bereitstellungszinsen vergleichen.
  • Bei vermieteter Wohnung die Steuerwirkung der Zinsen mit einer Steuerberatung durchrechnen.
Junges Paar betrachtet ein Einfamilienhaus: Blick in den Raum

Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Wohnung für 300.000 €?

Mindestens die Kaufnebenkosten, und die liegen bei 300.000 € zwischen 13.844 € in Bayern ohne Makler und 33.554 € bei 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer mit Makler (berechnet). Eine gesetzliche Mindestquote gibt es nicht. Jeder weitere Euro senkt den Kredit; bei einem Kreditanteil über 90 Prozent verlangen Banken häufig höhere Zinsen. Die genaue Staffel legt jede Bank selbst fest.

Kann ich mein Erbe als Eigenkapital für ein Haus nutzen?

Ja, sobald es Ihnen allein gehört und verfügbar ist. Bei einer Erbengemeinschaft ist das erst nach der Teilung der Fall. Die Bank verlangt einen Nachweis, etwa einen Kontoauszug. Vorher sollten Sie die Erbschaftsteuer abziehen und eine Reserve beiseitelegen, denn nach dem Kauf fallen Umzug, Möbel und erste Reparaturen an.

Zählt ein Erbe, das ich erwarte, als Eigenkapital?

Nein. Die Bank prüft Ihre Kreditwürdigkeit nach Einkommen, Ausgaben und vorhandenem Vermögen (§ 505b Abs. 2 BGB). Ein künftiges Erbe ist weder sicher noch zeitlich planbar. Eine Möglichkeit ist eine Schenkung der Eltern zu Lebzeiten: Kinder haben je Elternteil 400.000 € Freibetrag, alle zehn Jahre neu (§ 14, § 16 ErbStG). Geschenktes Geld ist sofort Eigenkapital.

Bekomme ich mit 100.000 € Erbe einen besseren Zins?

Oft ja, wenn das Erbe den Kreditanteil deutlich senkt. Banken refinanzieren Kredite bis 60 Prozent des Beleihungswerts günstiger über Pfandbriefe (§ 14 PfandBG). Wie stark der Zins sinkt, legt jede Bank selbst fest; die Bundesbank veröffentlicht nur Durchschnitte, im Juli 2026 effektiv 3,78 Prozent bei 5 bis 10 Jahren Zinsbindung. Fragen Sie Angebote mit verschiedenen Eigenkapitalstufen an.

Ich habe 200.000 € geerbt: Eigenheim kaufen oder vermietete Wohnung?

Das ist eine Lebensentscheidung, keine reine Rechnung. Steuerlich gilt: Zinsen für das Eigenheim sind nicht absetzbar, Zinsen für eine vermietete Wohnung schon (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG). Wer beides vorhat, setzt das Erbe rechnerisch zuerst im Eigenheim ein. Ein selbst bewohntes Haus ist nach zwei Jahren Eigennutzung plus Verkaufsjahr steuerfrei verkäuflich, eine vermietete Wohnung erst nach zehn Jahren.

Sollte ich das ganze Erbe in die Immobilie stecken?

Nicht ohne Reserve. Nach dem Kauf fallen Umzug, Möbel und Reparaturen an, und bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit läuft die Rate weiter. Bei vermieteten Wohnungen bringt mehr Eigenkapital nach Steuer oft kaum Vorteil, wie das Beispiel mit 200.000 € auf dieser Seite zeigt. Beim Eigenheim spart jeder Euro Eigenkapital den vollen Zins, ist aber danach im Haus gebunden.

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