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Erbschaftsteuer Kinder: was Söhne und Töchter von den Eltern erben

Ihre Mutter oder Ihr Vater ist gestorben, und neben der Trauer steht die Frage, ob das Elternhaus wegen der Steuer verkauft werden muss.

Hier sehen Sie mit Beispielen, wann Kinder nichts zahlen, was das Familienheim spart und wie viel bei 650.000 € anfällt.

Bei der Erbschaftsteuer haben Kinder einen Freibetrag von 400.000 € gegenüber jedem Elternteil (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG); was darüber liegt, kostet 7 bis 30 Prozent. Dazu kommen zwei Vorteile, die nur Kinder und Ehegatten haben: das Elternhaus bleibt bis 200 Quadratmeter Wohnfläche steuerfrei, wenn Sie selbst einziehen, und Kinder unter 27 Jahren erhalten einen Versorgungsfreibetrag von bis zu 52.000 €.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Tochter und Vater lachen über ein Fotoalbum

Kurz beantwortet

  • Kinder und Stiefkinder haben je Elternteil 400.000 € Freibetrag (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG), alle zehn Jahre neu; darüber gelten 7 bis 30 Prozent.
  • Erbt ein Kind 650.000 €, zahlt es 27.500 € Erbschaftsteuer, mit der Kostenpauschale von 15.000 € noch 25.850 € (berechnet).
  • Das selbst bewohnte Elternhaus bleibt steuerfrei, wenn das Kind unverzüglich einzieht, zehn Jahre dort wohnt und die Wohnfläche 200 m² nicht übersteigt (§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG).
  • Kinder unter 27 Jahren erhalten zusätzlich 52.000 € bis 10.300 € Versorgungsfreibetrag, gekürzt um eine steuerfreie Waisenrente (§ 17 Abs. 2 ErbStG).

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Wie viel Erbschaftsteuer zahlen Kinder?

Kinder zahlen keine Erbschaftsteuer, solange ihr Anteil am Erbe eines Elternteils 400.000 € nicht übersteigt. Erst der Teil darüber wird besteuert, und zwar in Steuerklasse I mit 7 Prozent bis 75.000 €, 11 Prozent bis 300.000 € und 15 Prozent bis 600.000 € steuerpflichtigem Erwerb (§ 19 Abs. 1 ErbStG). Der Satz gilt jeweils für den ganzen steuerpflichtigen Betrag.

Der Freibetrag gilt je Kind und je Elternteil. Erben drei Geschwister von der Mutter 900.000 €, hat jedes 300.000 € und bleibt steuerfrei. Stirbt später der Vater, steht jedem Kind ihm gegenüber erneut ein Freibetrag von 400.000 € zu. Stiefkinder sind leiblichen Kindern gleichgestellt, ebenso Adoptivkinder (§ 15 Abs. 1 Steuerklasse I Nr. 2 ErbStG). Die Übersicht aller Freibeträge steht unter Erbschaftssteuer Freibetrag.

Erbschaftsteuer für ein Kind nach Erbsumme
Erbe des KindessteuerpflichtigSatzErbschaftsteuer
400.000 €0 €0 %0 €
500.000 €100.000 €11 %11.000 €
650.000 €250.000 €11 %27.500 €
750.000 €350.000 €15 %52.500 €
1.000.000 €600.000 €15 %90.000 €
1.500.000 €1.100.000 €19 %209.000 €

Berechnet von geld-was-nun.de nach §§ 16, 19 ErbStG, Stand 01.10.2026; ohne Versorgungsfreibetrag (Kind ab 27), ohne Kostenpauschale und Familienheim.

Ich bin 52 und erbe 650.000 € von meiner Mutter: wie viel Steuer?

Sie zahlen 27.500 € Erbschaftsteuer: 650.000 € minus 400.000 € Freibetrag ergibt 250.000 €, darauf 11 Prozent (berechnet von geld-was-nun.de). Ziehen Sie die Pauschale für Bestattung und Abwicklung von 15.000 € ab (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG), bleiben 235.000 € und eine Steuer von 25.850 €. Mit 52 Jahren gibt es keinen Versorgungsfreibetrag mehr.

Hat Ihre Mutter Ihnen in den letzten zehn Jahren schon etwas geschenkt, wird das zum Erbe gezählt (§ 14 Abs. 1 ErbStG). Bei einer Schenkung von 100.000 € vor fünf Jahren wären 750.000 € anzusetzen; die Steuer stiege auf 52.500 €. Halten Sie Schenkungsverträge deshalb für die Anzeige bereit.

Elternhaus geerbt: wann es steuerfrei bleibt

Das Haus oder die Wohnung, in der Vater oder Mutter bis zum Tod gewohnt hat, bleibt für Kinder steuerfrei, wenn drei Bedingungen erfüllt sind (§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG). Sie bestimmen die Wohnung unverzüglich zur eigenen Nutzung, ziehen also zeitnah ein. Sie wohnen zehn Jahre dort. Und die Befreiung gilt nur für bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche; was darüber liegt, wird anteilig besteuert.

Ziehen Sie vor Ablauf von zehn Jahren aus, entfällt die Befreiung rückwirkend, außer zwingende Gründe hindern Sie, etwa Pflegebedürftigkeit. Vermieten, verkaufen oder als Zweitwohnung nutzen zählt nicht. Müssen Sie das Haus nach dem Testament oder bei der Teilung an Geschwister weitergeben, gilt die Befreiung für Sie nicht. Was sonst beim geerbten Haus ansteht, steht unter Haus geerbt: was tun.

Beispiel: Haus mit 250 m² für 750.000 € plus 300.000 € Geld
Postenmit Selbstnutzungohne Selbstnutzung
Hauswert750.000 €750.000 €
steuerfrei nach § 13 Abs. 1 Nr. 4c (200 von 250 m²)- 600.000 €0 €
Geld300.000 €300.000 €
minus Freibetrag Kind- 400.000 €- 400.000 €
steuerpflichtig50.000 €650.000 €
Erbschaftsteuer3.500 €115.000 €

Berechnet von geld-was-nun.de, Stand 01.10.2026. 115.000 € mit Härteausgleich nach § 19 Abs. 3 ErbStG (ohne Ausgleich 123.500 €).

Versorgungsfreibetrag für Kinder unter 27

Junge Kinder, die einen Elternteil verlieren, erhalten zusätzlich zum Freibetrag von 400.000 € einen Versorgungsfreibetrag (§ 17 Abs. 2 ErbStG). Er beträgt 52.000 € bis zum 5. Geburtstag und sinkt in Stufen auf 10.300 € bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Er gilt nur beim Erbfall, nicht bei Schenkungen. Bekommt das Kind eine steuerfreie Waisenrente, wird deren Kapitalwert abgezogen; dann bleibt oft wenig übrig.

Die Tabelle zeigt, was ein Kind ohne Waisenrente bei einem Erbe von 500.000 € zahlt.

Kind erbt 500.000 €: Steuer nach Alter
Alter beim ErbfallVersorgungsfreibetragsteuerpflichtigErbschaftsteuer
bis 5 Jahre52.000 €48.000 €3.360 €
über 5 bis 1041.000 €59.000 €4.130 €
über 10 bis 1530.700 €69.300 €4.851 €
über 15 bis 2020.500 €79.500 €7.500 €
über 20 bis 2710.300 €89.700 €9.867 €
27 und älter0 €100.000 €11.000 €

Berechnet von geld-was-nun.de nach §§ 16, 17, 19 ErbStG, Stand 01.10.2026; ohne Waisenrente. 7.500 € mit Härteausgleich (ohne 8.745 €).

Erbt ein minderjähriges Kind, verwalten die Eltern oder ein Vormund das Geld. Wie man es für das Kind anlegt, steht auf Erbe für Kinder anlegen.

Tochter und Vater lachen über ein Fotoalbum: Details

Wir sind drei Geschwister und erben 1,2 Mio. € von unserem Vater: zahlen wir Steuer?

Nein, bei gleichen Anteilen erbt jedes Kind 400.000 € und bleibt damit genau im Freibetrag. Steuer fällt erst an, wenn ein Kind mehr bekommt, etwa weil das Testament einem Kind das Haus zuweist. Solange der Nachlass nicht geteilt ist, gehört er allen gemeinsam; wie das Konto bis dahin geführt wird, zeigt Erbengemeinschaft: Konto.

Eine Falle betrifft das Berliner Testament. Setzen sich die Eltern gegenseitig als Alleinerben ein und die Kinder erst als Schlusserben, nutzen die Kinder beim ersten Todesfall ihren Freibetrag von 400.000 € nicht. Beim zweiten Todesfall erben sie alles von einer Person mit nur einem Freibetrag. Auf Antrag zählt zwar für das Vermögen des zuerst Verstorbenen das Verhältnis zu ihm (§ 15 Abs. 3 ErbStG), einen zweiten Freibetrag bringt das aber nicht. Ob ein Pflichtteil oder ein Vermächtnis beim ersten Erbfall hilft, klärt eine Steuerberatung.

Erbschaftsteuer für Kinder berechnen

Wählen Sie im Rechner „Kind oder Stiefkind“ und geben Sie Ihren Anteil nach Abzug von Schulden und Kosten ein. Den Versorgungsfreibetrag und den steuerfreien Teil des Elternhauses ziehen Sie vorher selbst ab. Den vollständigen Rechenweg zeigt Erbschaftsteuer berechnen.

Schenkung zu Lebzeiten: alle zehn Jahre neu

Der Freibetrag von 400.000 € gilt für alles, was ein Kind innerhalb von zehn Jahren von einem Elternteil erhält, Schenkungen und Erbe zusammen (§ 14 Abs. 1 ErbStG). Liegt eine Schenkung länger als zehn Jahre zurück, steht der Freibetrag beim Erbe wieder voll zur Verfügung. Beide Eltern zusammen können einem Kind so alle zehn Jahre 800.000 € steuerfrei zuwenden. Wer das plant, lässt sich vorher beraten; dieses Thema reißen wir hier nur an.

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt am 12. und 13.10.2026 über Freibeträge, Steuersätze und die Verschonung von Betriebsvermögen (1 BvF 1/23, 1 BvR 804/22). Eine Verhandlung ändert kein Gesetz; bis zu einer Entscheidung gelten die Werte dieser Seite.

Nach der Steuer: Reihenfolge für das Geld

Ob Steuer anfällt oder nicht, die Anzeige beim Finanzamt ist binnen drei Monaten fällig (§ 30 Abs. 1 ErbStG); wie das geht, steht unter Geerbtes Geld beim Finanzamt melden. Sichern Sie das Geld bis dahin auf Konten mit höchstens 100.000 € je Bank, legen Sie die erwartete Steuer beiseite und bestimmen Sie eine Reserve. Erst dann geht es an die Anlage, Schritt für Schritt erklärt auf Erbe anlegen.

Tochter und Vater lachen über ein Fotoalbum: Blick in den Raum

Häufige Fragen

Wie viel darf ein Kind von den Eltern erben, ohne Steuern zu zahlen?

Ein Kind darf von jedem Elternteil 400.000 € steuerfrei erben (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG). Von Mutter und Vater zusammen sind das 800.000 €. Hinzu kommen Hausrat bis 41.000 €, andere Gegenstände bis 12.000 €, bei Kindern unter 27 der Versorgungsfreibetrag und das selbst bewohnte Elternhaus bis 200 Quadratmeter. Schenkungen derselben Person aus den letzten zehn Jahren werden angerechnet.

Ich erbe mit 30 Jahren 450.000 € von meinem Vater. Wie viel Steuer zahle ich?

Sie zahlen 3.500 € Erbschaftsteuer. 450.000 € minus 400.000 € Freibetrag ergibt 50.000 €, darauf 7 Prozent (berechnet von geld-was-nun.de). Mit 30 Jahren steht Ihnen kein Versorgungsfreibetrag mehr zu, der endet mit dem 27. Geburtstag. Mit der Pauschale für Erbfallkosten von 15.000 € bleiben 35.000 € steuerpflichtig, die Steuer sinkt auf 2.450 €.

Muss ich das Elternhaus verkaufen, um die Erbschaftsteuer zu zahlen?

Nicht zwingend. Ziehen Sie selbst ein, ist das Haus bis 200 m² Wohnfläche steuerfrei (§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG). Vermieten Sie es und können die Steuer nur durch Verkauf aufbringen, stundet das Finanzamt die auf das Wohngebäude entfallende Steuer auf Antrag bis zu zehn Jahre, beim Erbfall zinslos (§ 28 Abs. 3 ErbStG). Die Stundung endet, wenn das Haus verkauft wird.

Haben Stiefkinder denselben Freibetrag wie leibliche Kinder?

Ja. Stiefkinder gehören wie leibliche und adoptierte Kinder zur Steuerklasse I und haben 400.000 € Freibetrag (§ 15 Abs. 1 und § 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG). Voraussetzung ist, dass der Erblasser mit dem leiblichen Elternteil verheiratet war oder in eingetragener Lebenspartnerschaft lebte. Kinder des nicht verheirateten Lebensgefährten sind dagegen Steuerklasse III mit 20.000 € Freibetrag.

Gilt der Freibetrag von 400.000 € auch, wenn mehrere Geschwister erben?

Ja, jedes Kind hat seinen eigenen Freibetrag. Erben vier Kinder von der Mutter 1,6 Mio. € zu gleichen Teilen, erhält jedes 400.000 € und zahlt nichts. Die Steuer berechnet das Finanzamt für jeden Erben getrennt nach seinem Anteil. Bekommt ein Kind mehr, etwa durch ein Vermächtnis, zahlt nur dieses Kind auf den Teil über 400.000 €.

Bekommt ein 19-jähriges Kind mehr Freibetrag?

Ja. Neben den 400.000 € steht einem Kind zwischen 15 und 20 Jahren beim Erbfall ein Versorgungsfreibetrag von 20.500 € zu (§ 17 Abs. 2 ErbStG). Er wird um den Kapitalwert einer steuerfreien Waisenrente gekürzt. Erbt das Kind 500.000 € und bezieht keine Waisenrente, zahlt es 7.500 € statt 11.000 € (berechnet). Bei Schenkungen gibt es diesen Betrag nicht.