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Haus verkaufen und mieten im Alter: die Rechnung mit Zahlen

Das Haus ist zu groß, die Treppe zu steil, das Dach bald fällig. Doch ein Verkauf fühlt sich endgültig an, und niemand rechnet Ihnen vor, ob das Geld reicht.

Hier stehen beide Wege für ein Haus mit 400.000 € durchgerechnet, mit Miete, Hauskosten, Steuer, Sicherung und Entnahmeplan.

Ob es sich lohnt, das Haus zu verkaufen und zur Miete zu wohnen, zeigt eine Gegenüberstellung von zwei Zahlen: den Wohnkosten, die wegfallen und hinzukommen, und dem Geld, das das Kapital Monat für Monat liefern kann. Im Beispiel eines Paares mit einem schuldenfreien Haus für 400.000 € kostet die Mietwohnung 335 € im Monat mehr als das Wohnenbleiben; das frei gewordene Kapital von 345.720 € liefert ohne jeden Ertrag 25 Jahre lang 1.152 € im Monat. Der Verkauf der selbst bewohnten Immobilie ist einkommensteuerfrei. Beispielrechnung, keine Anlageberatung.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Paar genießt den Balkon der neuen Wohnung

Kurz beantwortet

  • Beispiel: Haus 400.000 €, nach 3,57 % Provision 385.720 € Erlös; nach 40.000 € Reserve reichen 345.720 € ohne jeden Ertrag 25 Jahre für 1.152 € im Monat (berechnet von geld-was-nun.de).
  • Die Mietwohnung mit 75 m² kostet im Beispiel 1.050 € warm, das Wohnenbleiben 715 € im Monat für Nebenkosten und Instandhaltung; die Differenz beträgt 335 €.
  • Der Verkauf des selbst bewohnten Hauses ist einkommensteuerfrei (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG).
  • Der Erlös ist 6 Monate nach Gutschrift bis 500.000 € gesetzlich gesichert (§ 8 Abs. 2 EinSiG), danach 100.000 € je Person und Bank.

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Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.

Haus verkaufen und mieten im Alter: Lohnt sich das?

Finanziell lohnt es sich, wenn das Kapital aus dem Verkauf mehr im Monat liefert, als die Miete zusätzlich kostet, und zwar für so viele Jahre, wie Sie planen. Dazu kommen Gründe, die keine Tabelle erfasst: eine Wohnung ohne Treppen, weniger Garten, kein Ärger mit Handwerkern, Nähe zu Kindern oder Ärzten. Dagegen stehen der Verlust des Eigentums, Mieterhöhungen und der Umzug selbst.

Die Rechnung hat drei Teile. Erstens die Wohnkosten: Was zahlen Sie heute im eigenen Haus, was kostet die Mietwohnung? Zweitens der Erlös nach Kosten. Drittens, wie lange das Kapital eine monatliche Lücke füllt.

Wir sind 72 und 70, unser Haus ist 400.000 € wert und schuldenfrei: verkaufen und mieten oder wohnen bleiben?

Nach unserer Beispielrechnung kostet die Mietwohnung 335 € im Monat mehr, und das Kapital aus dem Verkauf deckt diese Lücke um ein Mehrfaches. Die Annahmen: 130 Quadratmeter Haus mit 3 € je Quadratmeter Nebenkosten im Monat für Heizung, Wasser, Grundsteuer und Versicherung, dazu 3.900 € Instandhaltung im Jahr. Die Mietwohnung hat 75 Quadratmeter zu 11 € kalt und 3 € Nebenkosten je Quadratmeter.

Beim Verkauf gehen 3,57 Prozent Maklerprovision ab (Annahme; die Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt), es bleiben 385.720 €. Davon kommen 40.000 € als Reserve auf ein Tagesgeldkonto für Umzug, Kaution und Unvorhergesehenes. Die übrigen 345.720 € stehen für die Ergänzung der Rente zur Verfügung.

Wohnen bleiben oder verkaufen und mieten, Beispiel 400.000 €
PostenWohnen bleibenVerkaufen und mieten
Wohnkosten im Monat390 € Nebenkosten plus 325 € Instandhaltung = 715 €825 € Kaltmiete plus 225 € Nebenkosten = 1.050 €
Mehrkosten im Monat0 €335 €
Verfügbares Kapital0 €, im Haus gebunden345.720 € nach Reserve
Entnahme 25 Jahre ohne Ertragnicht möglich1.152 € im Monat
Entnahme 25 Jahre bei 2 % p. a. (Annahme)nicht möglich1.462 € im Monat
Nur Zinsen, Festgeld 3,10 %, nach Steuernicht möglich701 € im Monat, Kapital bleibt
Große Reparaturen, etwa Dach oder Heizungtragen Sie selbstträgt der Vermieter

Berechnet von geld-was-nun.de. Hauskosten, Miete, Provision und 2 % Ertrag sind Annahmen; Festgeldzins Commerzbank, Stand 14.09.2026, nach 2.000 € Sparer-Pauschbetrag für ein Paar und 26,375 % Abgeltungsteuer mit Soli. Keine Prognose, keine Anlageberatung.

Selbst ohne jeden Zins reicht das Kapital, um die Mehrkosten von 335 € über 25 Jahre zu decken und monatlich 817 € zusätzlich zu entnehmen. Lassen Sie das Kapital unangetastet im Festgeld, decken die Zinsen nach Steuer 701 € der Miete. Das Ergebnis kippt, wenn die Miete deutlich höher liegt, die Rente die Lücke nicht trägt oder ein großer Teil des Erlöses anderweitig ausgegeben wird.

Was das Wohnenbleiben wirklich kostet

Im eigenen Haus fällt keine Miete an, aber das Haus kostet Geld, auch wenn es abbezahlt ist. Neben Heizung, Wasser, Grundsteuer und Versicherung kommen Rücklagen für Dach, Fenster, Heizung und Fassade. Wer diese Rücklage nicht bildet, zahlt sie später auf einen Schlag. Eine Austauschpflicht für alte Öl- und Gaskessel gibt es seit dem 29.07.2026 nicht mehr (BGBl. 2026 I Nr. 226). Wer aber eine neue Öl- oder Gasheizung einbaut, muss ab 2029 einen steigenden Anteil Biobrennstoff nutzen, ab 2029 10 Prozent, ab 2040 60 Prozent (§ 43 Abs. 1 GModG).

Dazu kommt der Umbau fürs Alter: ebenerdige Dusche, Treppenlift, breitere Türen. Diese Kosten entfallen in einer Mietwohnung, die schon barrierearm ist. Umgekehrt steigt eine Miete über die Jahre; bis zur Vergleichsmiete um höchstens 20 Prozent in drei Jahren, in ausgewiesenen Gebieten um 15 Prozent (§ 558 Abs. 3 BGB).

Steuer und Sicherung beim Verkauf

Haben Sie das Haus selbst bewohnt, ist der Verkauf einkommensteuerfrei, auch innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Für den Erlös gilt dann dieselbe Reihenfolge wie für jedes große Guthaben: erst sicher parken, dann die Reserve festlegen, dann anlegen.

Beträge aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie sind sechs Monate nach der Gutschrift bis 500.000 € gesetzlich gesichert (§ 8 Abs. 2 EinSiG); den Anlass müssen Sie der Bank auf Verlangen belegen. Danach gilt wieder die Grenze von 100.000 € je Person und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). In den sechs Monaten bleibt also Zeit, das Geld in Ruhe zu verteilen. Wo der Erlös bis dahin liegt, zeigt Hausverkauf: Geld auf welches Konto.

Paar genießt den Balkon der neuen Wohnung: Details

Wie lange reicht das Geld? Der Entnahmeplan

Ein Entnahmeplan zahlt Ihnen jeden Monat einen festen Betrag aus dem Kapital aus, bis es aufgebraucht ist. Die Tabelle zeigt für 345.720 €, wie lange verschiedene Beträge reichen. Ohne Ertrag ist die Rechnung einfach: Kapital geteilt durch Entnahme. Mit Ertrag verlängert sich die Laufzeit; 2 Prozent im Jahr nach Kosten und Steuern sind eine Annahme und keine Zusage.

Laufzeit eines Entnahmeplans aus 345.720 €
Entnahme im MonatOhne ErtragMit 2 % p. a. (Annahme)
1.200 €24 Jahre32,6 Jahre
1.500 €19,2 Jahre24,2 Jahre
2.000 €14,4 Jahre17,0 Jahre

Berechnet von geld-was-nun.de, monatliche Entnahme am Monatsende, Ertrag monatlich verzinst. Keine Prognose; Wertpapiere können auch fallen.

Wer einen Teil in Fonds anlegt, um mehr als Zinsen zu erzielen, trägt ein Kursrisiko. Für Ältere ist entscheidend, dass Entnahmen der nächsten Jahre nicht aus einem Depot im Minus kommen müssen. Die Rechnung mit Kosten und Steuer steht unter Entnahmeplan, die Variante nur mit Zinsen unter Von Zinsen leben. Lassen Sie einen Teil verwalten, kosten die Vermögensverwalter laut Preisverzeichnis zwischen 0,56 Prozent im Jahr (Whitebox Global, berechnet) und 1,49 Prozent (Estably, berechnet); bei LIQID sind es bei 100.000 € 0,67 bis 0,82 Prozent laut Kosteninformation.

Ich bin 78, allein, und das Haus bringt 300.000 €: Wie viel kann ich monatlich entnehmen?

Ohne jeden Ertrag sind es über 20 Jahre rund 1.080 € im Monat, bei angenommenen 2 Prozent Ertrag rund 1.309 €. Der Rechenweg: 300.000 € minus 3,57 Prozent Provision ergeben 289.290 €, davon 30.000 € Reserve, bleiben 259.290 € für die Entnahme bis zum 98. Lebensjahr (berechnet von geld-was-nun.de).

Ob das reicht, hängt an der Miete. Eine kleine Wohnung mit 55 Quadratmetern zu 11 € kalt und 3 € Nebenkosten kostet 770 € im Monat; die Entnahme deckt sie und lässt rund 310 € übrig, ohne die Rente anzurühren. Wer einen Pflegefall einplanen will, setzt die Reserve höher an. Die Anlage für Rentner im Ganzen zeigt Geld anlegen als Rentner.

Leibrente, Teilverkauf, Wohnrecht: die Alternativen

Wer im Haus bleiben und trotzdem an das Kapital will, hat drei Modelle. Bei der Leibrente verkaufen Sie das Haus und erhalten statt eines Kaufpreises eine monatliche Rente auf Lebenszeit, meist mit Wohnrecht. Beim Teilverkauf verkaufen Sie einen Anteil, oft bis zur Hälfte, wohnen weiter und zahlen für den verkauften Teil ein Nutzungsentgelt. Beim Verkauf mit Wohnrecht oder Nießbrauch sinkt der Kaufpreis um den Wert dieses Rechts.

Alle drei Modelle sind Verträge mit langer Bindung, Kosten und eigenen Risiken, etwa beim Nutzungsentgelt, bei Gebühren für einen späteren Gesamtverkauf oder wenn der Käufer insolvent wird. Lassen Sie den Vertrag vor der Unterschrift unabhängig prüfen. Wie eine Rente gegen Einmalzahlung bei einem Versicherer funktioniert, steht unter Rente gegen Einmalzahlung.

Worauf Sie vor dem Verkauf achten

  • Erst die Wohnung, dann der Verkauf: Unterschreiben Sie den Kaufvertrag erst, wenn der Mietvertrag sicher ist, und legen Sie die Übergabe mit Puffer.
  • Wert kennen: Lassen Sie den Verkehrswert ermitteln, bevor Sie einen Preis nennen.
  • Energieausweis: Er muss spätestens bei der Besichtigung vorliegen (§ 80 Abs. 4 GModG).
  • Erben mitdenken: Ein Haus können Ehegatte oder Kinder unter Bedingungen erbschaftsteuerfrei übernehmen (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b und 4c ErbStG); Geld zählt dagegen voll gegen den Freibetrag, 400.000 € je Kind (§ 16 ErbStG).
  • Erlös planen: Wie Sie das Geld nach dem Verkauf aufteilen, zeigt Geld anlegen nach Hausverkauf.
Paar genießt den Balkon der neuen Wohnung: Blick in den Raum

Häufige Fragen

Lohnt es sich, mit 75 das Haus zu verkaufen und zur Miete zu wohnen?

Finanziell oft ja, wenn das Kapital die zusätzlichen Wohnkosten über die geplante Zeit trägt. Im Beispiel mit 400.000 € Hauswert kostet die Mietwohnung 335 € im Monat mehr, das Kapital von 345.720 € liefert ohne Zinsen 25 Jahre lang 1.152 € im Monat. Persönliche Gründe wie Barrierefreiheit oder Nähe zur Familie wiegen ebenso. Beispielrechnung, keine Anlageberatung.

Muss ich Steuern zahlen, wenn ich mein selbst bewohntes Haus im Alter verkaufe?

Nein, keine Einkommensteuer, wenn Sie es seit dem Kauf oder im Verkaufsjahr und den beiden Vorjahren selbst bewohnt haben (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Das gilt auch, wenn der Kauf weniger als zehn Jahre zurückliegt. Die Zinsen aus dem angelegten Erlös sind später mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli steuerpflichtig, über 1.000 € Pauschbetrag je Person.

Ist das Geld aus dem Hausverkauf auf dem Konto sicher?

Sechs Monate nach der Gutschrift sind Beträge aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie bis 500.000 € gesetzlich gesichert (§ 8 Abs. 2 EinSiG). Danach gilt die Grenze von 100.000 € je Person und Bank. Ein Paar mit getrennten Konten oder einem Gemeinschaftskonto ist entsprechend höher gesichert. Verteilen Sie den Erlös innerhalb der sechs Monate auf mehrere Banken.

Wie lange reichen 350.000 € aus dem Hausverkauf, wenn ich 1.500 € im Monat entnehme?

Ohne jeden Ertrag rund 19,4 Jahre, denn 350.000 € geteilt durch 1.500 € ergeben 233 Monate. Mit angenommenen 2 Prozent Ertrag im Jahr nach Kosten und Steuern verlängert sich die Laufzeit auf rund 24,6 Jahre (berechnet). Der Ertrag ist eine Annahme, keine Zusage; Festgeld zahlt einen festen Zins, Fonds können schwanken.

Was ist besser im Alter: Haus verkaufen oder Teilverkauf?

Das hängt davon ab, ob Sie im Haus bleiben wollen. Beim Verkauf erhalten Sie den ganzen Erlös und ziehen um. Beim Teilverkauf bleiben Sie wohnen, verkaufen aber nur einen Anteil und zahlen für ihn ein laufendes Nutzungsentgelt; beim späteren Gesamtverkauf können weitere Kosten anfallen. Vergleichen Sie beide Wege mit Zahlen und lassen Sie den Vertrag unabhängig prüfen.

Wir verkaufen das Haus für 400.000 €: Wie viel Reserve sollten wir behalten?

Eine Reserve deckt Umzug, Mietkaution, neue Möbel und Unvorhergesehenes und liegt jederzeit verfügbar auf dem Tagesgeld. Im Beispiel dieser Seite sind es 40.000 €, gut zehn Prozent des Erlöses. Wer einen Pflegefall absichern will, plant mehr ein. Den Rest teilen Sie in einen sicheren Teil für die nächsten Jahre und einen Teil, der länger liegen bleiben kann.

Kann ich nach dem Hausverkauf von den Zinsen die Miete bezahlen?

Teilweise. Legen Sie 345.720 € als Festgeld zu 3,10 Prozent an (Commerzbank, Stand 14.09.2026), bleiben einem Paar nach Abgeltungsteuer rund 701 € im Monat, ohne das Kapital anzugreifen (berechnet). Das deckt im Beispiel zwei Drittel einer Warmmiete von 1.050 €. Den Rest zahlen Sie aus Rente oder einem Entnahmeplan. Die Inflation mindert die Kaufkraft der Zinsen.

Weiterlesen

Quellen

  1. § 23 EStG Private Veräußerungsgeschäfte, Stand Abruf 01.10.2026
  2. § 8 EinSiG Deckungssumme, Stand zuletzt geändert durch Art. 26 Abs. 5 G v. 25.03.2026, Abruf 01.10.2026
  3. § 32d EStG Gesonderter Steuertarif für Kapitalerträge, Stand Abruf 01.10.2026
  4. § 20 EStG Kapitalvermögen (Sparer-Pauschbetrag Abs. 9), Stand Abruf 01.10.2026
  5. § 558 BGB Mieterhöhung, Stand Abruf 01.10.2026
  6. Gebäudemodernisierungsgesetz § 43 und § 80, Stand Abruf 01.10.2026
  7. BGBl. 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, Stand verkündet 28.07.2026
  8. § 13 ErbStG Steuerbefreiungen, Stand Abruf 01.10.2026
  9. Commerzbank Online-Termingeld, Konditionen, Stand 14.09.2026
  10. Whitebox: Höhe der Gebühren, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  11. LIQID Vertragsbedingungen mit Preisverzeichnis, Stand September 2026
  12. Estably Kosten, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026

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