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Sparbuch geerbt: Erbnachweis, Kündigung und was danach kommt
Das Sparbuch liegt in der Schublade, die Sparkasse verlangt Papiere und gibt nur 2.000 € im Monat frei. Gleichzeitig bringt das Geld kaum Zinsen.
Hier stehen Erbnachweis, Fristen, Finanzamt-Meldung und Zinsen mit Quelle, dazu Beispielrechnungen für den nächsten Schritt.
Wer ein Sparbuch geerbt hat, braucht für die Auszahlung einen Erbnachweis und Geduld: Ohne Kündigung gibt die Bank höchstens 2.000 € je Sparkonto und Kalendermonat frei, für den Rest gilt eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten (§ 21 Abs. 4 RechKredV). Einen Erbschein darf die Bank nicht in jedem Fall verlangen; ein eröffnetes Testament genügt oft (BGH, XI ZR 401/12 und XI ZR 440/15). Spareinlagen brachten im Juli 2026 im Schnitt 0,72 Prozent Zins. Diese Seite zeigt die Schritte in der richtigen Reihenfolge: sichern, Steuer klären, Reserve festlegen, dann neu anlegen.
Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir
Kurz beantwortet
- Banken zahlen an Erben gegen Erbschein oder eröffnetes Testament mit Eröffnungsprotokoll; einen Erbschein darf eine Sparkasse nicht generell verlangen (BGH, Urteile XI ZR 401/12 vom 08.10.2013 und XI ZR 440/15 vom 05.04.2016).
- Ohne Kündigung sind bis zu 2.000 € je Sparkonto und Kalendermonat verfügbar, für den Rest gilt eine Kündigungsfrist von mindestens 3 Monaten (§ 21 Abs. 4 RechKredV).
- Die Bank meldet Guthaben über 5.000 € binnen eines Monats dem Erbschaftsteuer-Finanzamt, einschließlich der Zinsen bis zum Todestag (§ 33 Abs. 1 ErbStG, § 1 ErbStDV).
- Spareinlagen mit bis zu 3 Monaten Kündigungsfrist brachten privaten Haushalten im Juli 2026 im Schnitt 0,72 % Zins (Bundesbank, MFI-Zinsstatistik).
Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?
Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.
Sparbuch geerbt: was ist jetzt zu tun?
Melden Sie den Todesfall der Bank, legen Sie Sterbeurkunde und Erbnachweis vor und lassen Sie sich den Kontostand zum Todestag bestätigen. Das Sparbuch selbst sollten Sie mitbringen, denn Auszahlungen gibt es nach den Sparbedingungen nur gegen Vorlage der Urkunde. Kündigen müssen Sie noch nicht. Solange das Geld auf dem Sparbuch liegt, ist es so sicher wie vorher und verzinst sich weiter, wenn auch niedrig.
Die Reihenfolge danach ist dieselbe wie bei jedem Erbe: erst das Geld sichern, dann Steuer und Nachlass klären, dann eine Reserve festlegen und erst zuletzt über die Anlage entscheiden. Die vollständige Checkliste mit allen Fristen steht unter Geld geerbt: was tun.
- Woche 1: Bank informieren, Sparbuch, Sterbeurkunde und Ausweis vorlegen, Kontostand zum Todestag erfragen.
- Wochen 2 bis 6: Erbnachweis beschaffen; bei mehreren Erben klären, wer die Gespräche mit der Bank führt.
- Monat 1 bis 3: eigene Anzeige beim Finanzamt prüfen, Steuer schätzen, Kündigung planen.
- Danach: Betrag auf Konten mit voller Einlagensicherung verteilen, Reserve festlegen, Rest anlegen.
Welchen Erbnachweis verlangt die Bank für ein Sparbuch?
Die Bank verlangt einen Nachweis, dass Sie Erbe sind, aber nicht zwingend einen Erbschein. Der Bundesgerichtshof hat 2013 eine Klausel der Sparkassen für unwirksam erklärt, nach der sie nach dem Tod des Kunden generell einen Erbschein verlangen durfte (Urteil vom 08.10.2013, XI ZR 401/12). 2016 hat er entschieden, dass auch ein eröffnetes eigenhändiges Testament genügen kann, wenn es die Erbfolge eindeutig belegt (Urteil vom 05.04.2016, XI ZR 440/15). Ein notarielles Testament mit Eröffnungsniederschrift des Nachlassgerichts reicht in der Regel ebenfalls.
Einen Erbschein brauchen Sie, wenn kein Testament existiert und die gesetzliche Erbfolge gilt, oder wenn das Testament unklar ist. Ihn stellt das Nachlassgericht auf Antrag aus (§ 2353 BGB). Er kostet Zeit und Gebühren, deshalb lohnt die Frage an die Bank, ob ihr das Testament mit Eröffnungsprotokoll genügt.
Das Sparbuch ist ein Legitimationspapier: Nach den Sparbedingungen darf die Bank an jeden zahlen, der es vorlegt, muss es aber nicht. Weiß sie vom Tod des Sparers, zahlt sie nur an die Berechtigten. Sind Sie mehrere Erben, steht das Guthaben allen gemeinsam zu, und die Bank darf nur an alle zusammen leisten (§§ 2032, 2039 BGB). Wie das praktisch läuft, erklärt Erbengemeinschaft Konto.
Kann ich ein geerbtes Sparbuch sofort auflösen?
Nein, sofort auflösen können Sie ein Sparbuch nur, wenn die Bank einer vorzeitigen Rückzahlung zustimmt. Spareinlagen haben per Definition eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten; ohne Kündigung dürfen höchstens 2.000 € je Sparkonto und Kalendermonat abgehoben werden (§ 21 Abs. 4 RechKredV). So steht es auch in den Sparbedingungen der Sparkassen, etwa der Sparkasse Hannover in der Fassung Juli 2018.
Einen Anspruch auf vorzeitige Rückzahlung gibt es nach diesen Bedingungen nicht. Stimmt die Bank trotzdem zu, darf sie Vorschusszinsen oder ein Vorfälligkeitsentgelt verlangen, dessen Höhe im Preisaushang steht. Fragen Sie nach, ob die Bank im Erbfall darauf verzichtet; versprochen ist das nirgends.
| Weg | Verfügbar | Kosten |
|---|---|---|
| Abheben ohne Kündigung | bis 2.000 € je Sparkonto und Kalendermonat | keine |
| Kündigung | gekündigter Betrag nach mindestens 3 Monaten | keine, Zins läuft bis zur Rückzahlung |
| Vorzeitige Rückzahlung | sofort, nur wenn die Bank zustimmt | Vorschusszinsen oder Entgelt laut Preisaushang |
| Zinsgutschrift zum Jahresende | 2 Monate frei verfügbar, wird nicht auf die 2.000 € angerechnet | keine |
Quelle: § 21 Abs. 4 RechKredV; Bedingungen für den Sparverkehr der Sparkasse Hannover, Nr. 3.3 und 4, Fassung 07.2018. Andere Banken können abweichende Bedingungen haben.
Rechenbeispiel, berechnet von geld-was-nun.de: Bei 30.000 € auf dem Sparbuch kündigen Sie den Betrag und heben in den drei Monaten der Frist jeweils 2.000 € ab. Nach drei Monaten haben Sie 6.000 € erhalten, die übrigen 24.000 € sind dann fällig. Ob die Bank die Abhebungen auf den gekündigten Betrag anrechnet, regelt sie selbst; lassen Sie sich das bei der Kündigung schriftlich bestätigen.
Meldet die Bank das geerbte Sparbuch dem Finanzamt?
Ja, die Bank meldet das Guthaben dem Erbschaftsteuer-Finanzamt, in der Regel binnen eines Monats, nachdem sie vom Tod erfahren hat (§ 33 Abs. 1 ErbStG). Die Meldung läuft über einen amtlichen Vordruck und enthält auch die Zinsen bis zum Todestag (§ 1 Abs. 1 ErbStDV). Liegt der Wert unter 5.000 €, darf die Meldung unterbleiben (§ 1 Abs. 4 ErbStDV).
Diese Bankmeldung ersetzt Ihre eigene Pflicht nicht. Erben zeigen den Erwerb binnen drei Monaten selbst an, außer ein deutsches Gericht oder Notar hat das Testament eröffnet und das Verwandtschaftsverhältnis geht daraus eindeutig hervor (§ 30 ErbStG). Wie die Anzeige aussieht, steht unter Geerbtes Geld beim Finanzamt melden.
Steuer fällt erst über dem Freibetrag an: 500.000 € für Ehegatten, 400.000 € für Kinder, 200.000 € für Enkel, 20.000 € für Geschwister, Nichten und Neffen (§ 16 Abs. 1 ErbStG). Ein durchschnittliches Sparbuch bleibt für Ehegatten und Kinder meist steuerfrei, für Nichten oder Patenkinder oft nicht. Das Bundesverfassungsgericht verhandelt am 12. und 13.10.2026 über das Erbschaftsteuergesetz; der Ausgang ist offen. Ihre Steuer schätzt der Rechner.
Welche Zinsen bringt das geerbte Sparbuch im Vergleich?
Wenig: Spareinlagen mit bis zu drei Monaten Kündigungsfrist brachten privaten Haushalten im Juli 2026 im Schnitt 0,72 Prozent im Jahr, bei einem Bestand von rund 315 Mrd. € (Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, Stand 02.09.2026). Den Zins legt die Bank per Aushang fest und kann ihn jederzeit ändern. Tagesgeld bei anderen Banken war am 01.10.2026 deutlich höher verzinst, allerdings oft nur für einige Monate.
| Anlage | Zins laut Anbieter | Zinsen in 12 Monaten |
|---|---|---|
| Sparbuch, Durchschnitt Juli 2026 | 0,72 % | 216 € |
| ING Extra-Konto | 3,20 % für 4 Monate, danach 0,75 % | 470 € |
| Commerzbank Topzinskonto Plus | 2,25 % für 12 Monate, nur Neugeld | 675 € |
| Raisin StartZins | 3,00 % für 3 Monate, bis 50.000 € | 225 € in 3 Monaten, danach je nach Folgeangebot |
Berechnet von geld-was-nun.de: Betrag mal Zinssatz mal Monate durch 12, ohne Zinseszins und vor Steuer. Zinsen: Bundesbank-Zinsstatistik (Juli 2026), Anbieterseiten und Preisaushänge, Abruf 01.10.2026. Raisin nennt auf einer Seite 3,00 %, in der FAQ 3,50 %.
Zinsen bis zum Todestag gehören zum Nachlass. Zinsen ab dem Todestag sind Kapitalerträge der Erben; für jeden gilt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €, bei Zusammenveranlagung 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Wie lange ein Aktionszins trägt und wie viel auf Tagesgeld bleiben sollte, steht unter Wie viel Geld auf das Tagesgeldkonto.
Ich bin 62, habe 48.000 € auf einem Sparbuch geerbt und selbst 70.000 € bei derselben Sparkasse: ist alles sicher?
Gesetzlich gesichert sind in diesem Fall nur 100.000 € von 118.000 €, denn die Deckung gilt je Person und Bank über alle Konten zusammen (§ 7 Abs. 3, § 8 Abs. 1 EinSiG). Sobald das Sparbuch auf Sie umgeschrieben ist, zählen beide Beträge bei derselben Sparkasse. 18.000 € liegen dann über der gesetzlichen Grenze (berechnet).
Die Sparkassen haben zusätzlich ein Sicherungssystem, das vorrangig die Institute selbst stützt, damit kein Entschädigungsfall eintritt. Einen Rechtsanspruch über 100.000 € nennt der Sparkassenverband nicht. Die erhöhte Deckung bis 500.000 € für sechs Monate (§ 8 Abs. 2 EinSiG) ist für gewöhnliche Erbschaften nicht eindeutig: Der Katalog in Abs. 3 nennt Erbschaften nicht. Sicher ist nur, auf Banken je 100.000 € zu verteilen.
- Option A: 18.000 € oder mehr auf ein Tagesgeld bei einer anderen Bank. Vorteil: volle gesetzliche Deckung. Nachteil: ein weiteres Konto.
- Option B: Sparbuch kündigen und das Geld auf zwei Banken verteilen. Vorteil: höherer Zins möglich. Nachteil: drei Monate Frist.
- Option C: alles lassen. Vorteil: kein Aufwand. Nachteil: 18.000 € ohne gesetzlichen Anspruch, Zins im Schnitt 0,72 %.
Beispielrechnung, keine Anlageberatung. Welche Banken zu einer Gruppe gehören und deshalb zusammen zählen, zeigt Einlagensicherung pro Bank oder Konto.
Ich bin 45 und habe 25.000 € von einem Sparbuch geerbt: Tagesgeld, Festgeld oder ETF?
Für 25.000 € gibt es keine Pflichtlösung; üblich ist, zuerst eine Reserve festzulegen und nur den Rest nach Anlagedauer aufzuteilen. Rechnen Sie als Beispiel mit drei bis sechs Monatsausgaben: Bei 2.500 € Ausgaben im Monat wären das 7.500 bis 15.000 € (berechnet). Was übrig bleibt und mehrere Jahre nicht gebraucht wird, kann auf Festgeld mit festem Zins oder in breit gestreute Fonds mit Kursrisiko.
| Aufteilung | Reserve auf Tagesgeld | Festgeld | Breit gestreute Fonds |
|---|---|---|---|
| A: Ausgaben in den nächsten 2 Jahren geplant | 15.000 € | 10.000 € | 0 € |
| B: Reserve vorhanden, Ziel 5 bis 10 Jahre | 10.000 € | 5.000 € | 10.000 € |
| C: Reserve vorhanden, Ziel über 15 Jahre | 7.500 € | 0 € | 17.500 € |
Beispielrechnung von geld-was-nun.de, keine Anlageberatung und keine Prognose. Fonds können zwischenzeitlich deutlich an Wert verlieren.
Festgeld bindet das Geld bis zum Laufzeitende, schwankt aber nicht. Fonds lassen sich jederzeit verkaufen, im falschen Moment aber mit Verlust; Vergangenheitswerte versprechen nichts für die Zukunft. Die Unterschiede erklärt Erbe als Tagesgeld oder Festgeld, den Einstieg in Fonds Erbe in ETF investieren, den Gesamtplan Erbe anlegen.
Sonderfälle: Sparbuch verloren, Bausparvertrag, Schließfach
Ist das Sparbuch nicht auffindbar, melden Sie den Verlust der Bank. Sie kann ein neues Sparbuch ausstellen oder vorher ein gerichtliches Aufgebotsverfahren verlangen (Nr. 6.2 der Sparbedingungen der Sparkasse Hannover). Ein Bausparvertrag ist keine Spareinlage im Sinne der Verordnung (§ 21 Abs. 4 RechKredV); für ihn gelten die Bedingungen der Bausparkasse.
Lag das Sparbuch in einem Bankschließfach, kommen Sie erst mit Erbnachweis an den Inhalt; das Verfahren erklärt Bankschließfach im Todesfall. Wir sind keine Steuerberater und keine Bank; Fragen zur Steuer im Einzelfall klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Ich habe ein Sparbuch meiner Mutter mit 20.000 € geerbt. Brauche ich einen Erbschein?
Nicht unbedingt. Hat Ihre Mutter ein Testament hinterlassen, das vom Nachlassgericht eröffnet wurde und Sie eindeutig als Erben nennt, genügt es nach der Rechtsprechung des BGH in der Regel (XI ZR 440/15). Eine Klausel, nach der eine Sparkasse stets einen Erbschein verlangen darf, ist unwirksam (XI ZR 401/12). Gibt es kein Testament, brauchen Sie meist einen Erbschein vom Nachlassgericht.
Wie viel Geld kann ich von einem geerbten Sparbuch sofort abheben?
Ohne Kündigung höchstens 2.000 € je Sparkonto und Kalendermonat, sobald Ihr Erbnachweis vorliegt. Den Rest müssen Sie kündigen, die Frist beträgt mindestens drei Monate (§ 21 Abs. 4 RechKredV). Eine sofortige Auszahlung gibt es nur, wenn die Bank zustimmt; dann kann sie Vorschusszinsen verlangen. Gutgeschriebene Jahreszinsen sind zwei Monate lang zusätzlich frei verfügbar.
Muss ich ein geerbtes Sparbuch mit 8.000 € beim Finanzamt angeben?
Die Bank meldet das Guthaben selbst, weil es über 5.000 € liegt (§ 33 ErbStG, § 1 Abs. 4 ErbStDV). Ihre eigene Anzeige binnen drei Monaten entfällt nur, wenn ein Gericht oder Notar das Testament eröffnet hat und Ihr Verhältnis zum Verstorbenen daraus hervorgeht (§ 30 Abs. 3 ErbStG). Steuer fällt bei 8.000 € nur an, wenn Ihr Freibetrag kleiner ist, etwa bei früheren Erwerben von derselben Person.
Gehören die Zinsen auf dem geerbten Sparbuch zum Erbe?
Die Zinsen bis zum Todestag gehören zum Nachlass und stehen in der Bankmeldung an das Finanzamt (§ 1 Abs. 1 ErbStDV). Zinsen ab dem Todestag sind Einkünfte der Erben aus Kapitalvermögen. Für sie gilt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € je Person (§ 20 Abs. 9 EStG). Bei 0,72 Prozent Durchschnittszins sind das auf 30.000 € rund 216 € im Jahr (berechnet).
Mein Bruder und ich haben ein Sparbuch mit 40.000 € geerbt. Kann einer allein kündigen?
Nein. Als Erbengemeinschaft verfügen Sie über Nachlassgegenstände nur gemeinsam (§ 2040 BGB), und die Bank zahlt nur an beide zusammen (§ 2039 BGB). Sie können einander bevollmächtigen oder gemeinsam die Auszahlung auf ein Nachlasskonto oder je 20.000 € auf Ihre Konten verlangen. Wie die Teilung abläuft, erklärt die Seite zum Konto der Erbengemeinschaft.
Lohnt es sich, ein geerbtes Sparbuch mit 50.000 € zu kündigen?
Beim Zins meist ja: Im Juli 2026 brachten Spareinlagen im Schnitt 0,72 Prozent, das sind 360 € im Jahr. Ein Tagesgeld mit 2,25 Prozent für zwölf Monate brächte rund 1.125 € (beides berechnet, vor Steuer). Aktionszinsen gelten aber oft nur einige Monate. Liegt bei derselben Bank schon eigenes Geld, kann die Kündigung zusätzlich die Einlagensicherung verbessern.
Was passiert mit einem Sparbuch, von dem niemand weiß?
Die Bank meldet Guthaben über 5.000 € nach dem Tod dem Finanzamt, auch wenn kein Erbe sich meldet (§ 33 ErbStG). Erben sollten Kontoauszüge, Steuerbescheide mit Zinseinkünften und Unterlagen im Haushalt durchsehen und bei den Banken der Region nachfragen. Mit Sterbeurkunde und Erbnachweis gibt die Bank Auskunft. Ein verlorenes Sparbuch kann sie nach einem Aufgebotsverfahren ersetzen.
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WeiterlesenQuellen
- § 21 RechKredV, Spareinlagen: Kündigungsfrist und 2.000-Euro-Grenze, Stand Abruf 01.10.2026
- BGH, Urteil vom 08.10.2013, XI ZR 401/12 (Erbschein-Klausel unwirksam), Stand 08.10.2013, Abruf 01.10.2026
- BGH, Urteil vom 05.04.2016, XI ZR 440/15 (eröffnetes Testament als Nachweis), Stand 05.04.2016, Abruf 01.10.2026
- Sparkasse Hannover: Bedingungen für den Sparverkehr, Stand Fassung Juli 2018, Abruf 01.10.2026
- § 33 ErbStG, Anzeigepflicht der Vermögensverwahrer, Stand zuletzt geändert durch Art. 10 G v. 22.6.2026, Abruf 01.10.2026
- § 1 ErbStDV, Anzeigepflicht der Banken, Wertgrenze 5.000 Euro, Stand zuletzt geändert durch Art. 11 G v. 22.6.2026, Abruf 01.10.2026
- § 16 ErbStG, Freibeträge, Stand Abruf 01.10.2026
- Deutsche Bundesbank: Zinssätze für Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Kündigungsfrist bis 3 Monate, Stand 02.09.2026 (Juli 2026), Abruf 01.10.2026
- §§ 7 und 8 EinSiG, Deckungssumme je Einleger und Institut, Stand zuletzt geändert durch Art. 26 Abs. 5 G v. 25.3.2026, Abruf 01.10.2026
- DSGV: Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
- ING: Verbraucherschutzinformationen Extra-Konto, Stand 01.10.2026
- Commerzbank: Tagesgeld, Topzinskonto Plus, Stand Abruf 01.10.2026
- Raisin: StartZins, Stand Abruf 01.10.2026
- § 20 EStG, Sparer-Pauschbetrag, Stand Abruf 01.10.2026
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