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Erbschaftsteuer Geschwister: was Bruder und Schwester zahlen
Ihr Bruder oder Ihre Schwester ist gestorben, und Sie erfahren, dass vom Erbe ab 20.000 € ein Teil an das Finanzamt geht.
Hier sehen Sie mit Tabelle und Beispielen, wie viel Geschwister zahlen und welche Abzüge die Steuer legal senken.
Die Erbschaftsteuer trifft Geschwister hart: Bruder und Schwester gehören zur Steuerklasse II, haben nur 20.000 € Freibetrag (§ 16 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG) und zahlen auf den Rest 15 bis 43 Prozent (§ 19 Abs. 1 ErbStG). Wer 150.000 € von der Schwester erbt, zahlt 26.000 €; ein Kind zahlte auf dieselbe Summe nichts (berechnet von geld-was-nun.de). Familienheim und Versorgungsfreibetrag gibt es für Geschwister nicht.
Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Kurz beantwortet
- Geschwister und Halbgeschwister sind Steuerklasse II mit 20.000 € Freibetrag (§ 15 Abs. 1, § 16 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG); Stiefgeschwister sind nicht verwandt und Klasse III.
- Steuersätze Klasse II: 15 % bis 75.000 €, 20 % bis 300.000 €, 25 % bis 600.000 €, 30 % bis 6 Mio. € steuerpflichtigem Erwerb (§ 19 Abs. 1 ErbStG).
- 150.000 € vom Bruder kosten 26.000 € Steuer, 500.000 € kosten 120.000 €, 1 Mio. € kostet 294.000 € (berechnet von geld-was-nun.de).
- Abziehbar sind 15.000 € Kostenpauschale (§ 10 Abs. 5 Nr. 3), bis 12.000 € Hausrat und Gegenstände (§ 13 Abs. 1 Nr. 1c) und bis 20.000 € Pflegefreibetrag (§ 13 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG).
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Wie viel Erbschaftsteuer zahlen Geschwister?
Geschwister zahlen auf alles über 20.000 € Erbschaftsteuer, mit einem Satz zwischen 15 und 43 Prozent je nach Höhe. Bis 75.000 € steuerpflichtigem Erwerb sind es 15 Prozent, bis 300.000 € 20 Prozent, bis 600.000 € 25 Prozent und bis 6 Millionen € 30 Prozent. Der Satz gilt für den ganzen steuerpflichtigen Betrag. Knapp über einer Grenze begrenzt der Härteausgleich die Mehrsteuer auf die Hälfte des Betrags oberhalb der Grenze (§ 19 Abs. 3 ErbStG).
Halbgeschwister, also Geschwister mit nur einem gemeinsamen Elternteil, sind ebenfalls Steuerklasse II. Stiefgeschwister ohne gemeinsame Eltern sind steuerlich nicht verwandt; für sie gilt Steuerklasse III mit Sätzen ab 30 Prozent, mehr dazu unter Erbschaftsteuer nicht verwandt.
| Erbe | steuerpflichtig | Satz | Steuer Geschwister | zum Vergleich Kind |
|---|---|---|---|---|
| 50.000 € | 30.000 € | 15 % | 4.500 € | 0 € |
| 100.000 € | 80.000 € | 20 % | 13.750 € | 0 € |
| 150.000 € | 130.000 € | 20 % | 26.000 € | 0 € |
| 250.000 € | 230.000 € | 20 % | 46.000 € | 0 € |
| 500.000 € | 480.000 € | 25 % | 120.000 € | 11.000 € |
| 1.000.000 € | 980.000 € | 30 % | 294.000 € | 90.000 € |
Berechnet von geld-was-nun.de nach §§ 16, 19 ErbStG, Stand 01.10.2026; ohne Kostenpauschale. 13.750 € mit Härteausgleich (ohne 16.000 €).
Meine Schwester (58, kinderlos) hinterlässt mir 150.000 €: wie viel Steuer zahle ich?
Sie zahlen 26.000 € Erbschaftsteuer, mit der Pauschale für Bestattung und Abwicklung 23.000 € (berechnet von geld-was-nun.de). Rechnung ohne Pauschale: 150.000 € minus 20.000 € Freibetrag ergibt 130.000 €, darauf 20 Prozent. Mit Pauschale: 150.000 € minus 15.000 € minus 20.000 € ergibt 115.000 €, darauf 20 Prozent.
Haben Sie die Beerdigung tatsächlich bezahlt und lagen die Kosten über 15.000 €, setzen Sie die belegten Kosten an. Gehört Hausrat dazu, Möbel, Kleidung, Schmuck, bleibt er bis 12.000 € zusammen steuerfrei; Geld, Wertpapiere und Münzen zählen nicht dazu (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG). Bei 12.000 € Hausrat und 15.000 € Pauschale wären von 150.000 € noch 103.000 € steuerpflichtig, die Steuer läge bei 20.600 €.
Wann erben Geschwister überhaupt?
Ohne Testament erben Geschwister nur, wenn der Verstorbene weder Kinder noch Enkel hinterlässt und mindestens ein Elternteil nicht mehr lebt. Leben beide Eltern, erben sie allein (§ 1925 Abs. 2 BGB) und haben als Eltern beim Erbfall 100.000 € Freibetrag in Steuerklasse I. Ist ein Elternteil gestorben, treten dessen Kinder an seine Stelle, also die Geschwister des Verstorbenen (§ 1925 Abs. 3 BGB).
War der Verstorbene verheiratet, erhält der Ehepartner neben Geschwistern und Eltern die Hälfte, bei Zugewinngemeinschaft drei Viertel (§ 1931 Abs. 1 und 3 BGB). Mit Testament kann jeder Geschwister bedenken, unabhängig von dieser Reihenfolge. Die Steuerklasse ändert sich dadurch nicht. Ist ein Bruder oder eine Schwester schon vorher gestorben, erben an deren Stelle die Kinder, also Nichten und Neffen des Verstorbenen. Für sie gelten dieselbe Steuerklasse und derselbe Freibetrag, Einzelheiten unter Erbschaftsteuer Nichte und Neffe.
Wir sind zwei Brüder und erben je 60.000 € vom dritten Bruder
Jeder von Ihnen zahlt 6.000 € Erbschaftsteuer: 60.000 € minus 20.000 € ergibt 40.000 €, darauf 15 Prozent (berechnet von geld-was-nun.de). Jeder Erbe hat seinen eigenen Freibetrag, die Steuer wird für jeden getrennt berechnet. Teilen Sie sich die Pauschale von 15.000 €, sinkt der Betrag weiter.
Solange der Nachlass nicht geteilt ist, verfügen Sie nur gemeinsam über die Konten (§§ 2032, 2039 BGB). Wie Sie das Geld bis zur Teilung sicher führen, zeigt Erbengemeinschaft: Konto. Für die Steuer haftet der Nachlass bis zur Teilung (§ 20 Abs. 3 ErbStG); viele Erbengemeinschaften zahlen sie deshalb direkt vom Nachlasskonto.

Pflegefreibetrag: wenn Sie Ihren Bruder gepflegt haben
Wer den Verstorbenen unentgeltlich oder gegen geringes Entgelt gepflegt hat, kann bis zu 20.000 € zusätzlich steuerfrei erhalten, soweit das Erbe als angemessenes Entgelt für die Pflege gilt (§ 13 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG). Für Geschwister ist das oft der größte zusätzliche Abzug, weil ihr eigener Freibetrag so klein ist.
Ein Beispiel, berechnet von geld-was-nun.de: Eine Schwester erbt 100.000 € und hat ihren Bruder drei Jahre lang gepflegt. Ohne Pflegefreibetrag zahlt sie 13.750 €. Erkennt das Finanzamt 20.000 € an, sind noch 60.000 € steuerpflichtig, die Steuer sinkt auf 9.000 €. Halten Sie Nachweise bereit: Pflegegrad, Pflegetagebuch, Arztbriefe, Zeugen.
Steuer auf 100.000 € ohne Pflegefreibetrag (berechnet)
Steuer auf 100.000 € mit 20.000 € Pflegefreibetrag (berechnet)
Erbschaftsteuer für Geschwister berechnen
Wählen Sie im Rechner „Geschwister, Nichte oder Neffe“ und geben Sie Ihren Anteil nach Abzug von Schulden, Pauschale, Hausrat und Pflegefreibetrag ein. Den ausführlichen Rechenweg zeigt Erbschaftsteuer berechnen, alle Freibeträge stehen unter Erbschaftssteuer Freibetrag.
Geerbte Wohnung vom Bruder: muss ich verkaufen, um die Steuer zu zahlen?
Nicht unbedingt, das Finanzamt stundet die Steuer auf eine Wohnimmobilie auf Antrag bis zu zehn Jahre und beim Erbfall zinslos, wenn Sie sie nur durch Verkauf aufbringen könnten (§ 28 Abs. 3 ErbStG). Das gilt für selbst genutzte und vermietete Wohnungen. Haben Sie genug anderes Vermögen, etwa geerbtes Geld, gibt es diese Stundung nicht.
Anders als Kinder und Ehepartner können Geschwister die Wohnung nicht als Familienheim steuerfrei übernehmen, auch wenn sie selbst einziehen. Wie Zahlung, Frist und Stundung im Einzelnen ablaufen, steht auf Erbschaftsteuer: wann zahlen.
Schenkung zu Lebzeiten und was 2026 offen ist
Auch unter Geschwistern gilt der Freibetrag für zehn Jahre: Schenkungen und Erbe derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden zusammengerechnet (§ 14 Abs. 1 ErbStG). Eine Schenkung von 20.000 € alle zehn Jahre bleibt steuerfrei; mehr lässt sich unter Geschwistern kaum steuerfrei übertragen. Wer größere Beträge plant, lässt sich beraten.
Das Bundesverfassungsgericht verhandelt am 12. und 13.10.2026 über Freibeträge, Steuersätze und die Verschonung von Betriebsvermögen (1 BvF 1/23, 1 BvR 804/22). Eine Verhandlung ändert kein Gesetz; bis zu einer Entscheidung gelten die Werte dieser Seite.
Die Anzeige beim Finanzamt ist binnen drei Monaten fällig (§ 30 Abs. 1 ErbStG), siehe Geerbtes Geld beim Finanzamt melden. Bis der Bescheid kommt, gehört die erwartete Steuer auf ein sicheres Konto, höchstens 100.000 € je Bank. Danach legen Sie eine Reserve fest und planen die Anlage, Schritt für Schritt auf Erbe anlegen.

Häufige Fragen
Wie viel darf ich von meinem Bruder steuerfrei erben?
Steuerfrei sind 20.000 € (§ 16 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG). Dazu kommen bis 12.000 € für Hausrat und andere Gegenstände, die Pauschale von 15.000 € für Bestattung und Abwicklung und bis 20.000 € Pflegefreibetrag, wenn Sie Ihren Bruder gepflegt haben. Im besten Fall bleiben so rund 67.000 € ohne Steuer, davon aber nur 20.000 € als echter Freibetrag für Geld.
Ich erbe 100.000 € von meiner Schwester. Wie viel Erbschaftsteuer zahle ich?
Sie zahlen 13.750 € Erbschaftsteuer (berechnet von geld-was-nun.de). 100.000 € minus 20.000 € Freibetrag ergibt 80.000 €. Normal wären 20 Prozent, also 16.000 €. Weil 80.000 € knapp über der Grenze von 75.000 € liegen, greift der Härteausgleich nach § 19 Abs. 3 ErbStG und begrenzt die Steuer. Mit der Pauschale von 15.000 € sind es 9.750 €.
In welcher Steuerklasse sind Geschwister bei der Erbschaftsteuer?
Geschwister sind Steuerklasse II (§ 15 Abs. 1 ErbStG), zusammen mit Nichten und Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkindern, Schwiegereltern und dem geschiedenen Ehegatten. Der Freibetrag beträgt 20.000 €, die Sätze reichen von 15 bis 43 Prozent. Bei Schenkungen gehören auch die Eltern zur Klasse II, beim Erbfall dagegen zur Klasse I.
Zahlen Halbgeschwister mehr Erbschaftsteuer als leibliche Geschwister?
Nein. Halbgeschwister mit einem gemeinsamen Elternteil sind Geschwister im Sinne des Gesetzes und gehören wie vollbürtige Geschwister zur Steuerklasse II mit 20.000 € Freibetrag. Anders ist es bei Stiefgeschwistern ohne gemeinsamen Elternteil: Sie sind nicht verwandt, zahlen in Steuerklasse III mindestens 30 Prozent und haben ebenfalls 20.000 € Freibetrag.
Kann ich als Bruder die Erbschaftsteuer umgehen, wenn ich das Erbe ausschlage?
Wer ausschlägt, zahlt keine Erbschaftsteuer, erhält aber auch nichts. Die Frist beträgt sechs Wochen ab Kenntnis (§ 1944 Abs. 1 BGB). Das Erbe geht dann an den Nächstberufenen, etwa Ihre Kinder, die als Neffen und Nichten des Verstorbenen ebenfalls Klasse II mit je 20.000 € Freibetrag sind. Bei mehreren Kindern wird der Freibetrag mehrfach genutzt. Das sollte eine Beratung durchrechnen.
Wer zahlt die Erbschaftsteuer, wenn mehrere Geschwister erben?
Jeder Erbe schuldet die Steuer auf seinen eigenen Anteil (§ 20 Abs. 1 ErbStG) und bekommt einen eigenen Bescheid. Bis zur Teilung haftet aber der ganze Nachlass für die Steuer aller Erben (§ 20 Abs. 3 ErbStG). Viele Erbengemeinschaften zahlen deshalb vom gemeinsamen Konto, bevor sie verteilen. Das setzt voraus, dass alle Erben zustimmen.
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WeiterlesenQuellen
- § 15 ErbStG Steuerklassen, Stand Abruf 01.10.2026
- § 16 ErbStG Freibeträge, Stand Abruf 01.10.2026
- § 19 ErbStG Steuersätze und Härteausgleich, Stand Abruf 01.10.2026
- § 13 ErbStG Steuerbefreiungen (Hausrat, Pflege), Stand Abruf 01.10.2026
- § 10 ErbStG Kostenpauschale, Stand Abruf 01.10.2026
- § 20 ErbStG Steuerschuldner, Stand Abruf 01.10.2026
- § 28 ErbStG Stundung, Stand Abruf 01.10.2026
- § 1925 BGB Gesetzliche Erben zweiter Ordnung, Stand Abruf 01.10.2026
- § 1944 BGB Ausschlagungsfrist, Stand Abruf 01.10.2026
- BVerfG Pressemitteilung Nr. 48/2026 (1 BvF 1/23), Stand 30.07.2026
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