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Plötzlich viel Geld, was tun? Von den ersten 30 Tagen bis zur Anlage

Auf Ihrem Konto liegen plötzlich 300.000 €. Gesetzlich gesichert sind bei einer Bank aber nur 100.000 €, und jeder Berater will sofort einen Vertrag.

Diese Seite gibt Ihnen die Reihenfolge: sichern, Steuer klären, Reserve festlegen, anlegen. Mit Fristen, Paragraphen und Kosten.

Plötzlich viel Geld, was tun: Zuerst sichern Sie den Betrag auf Konten mit höchstens 100.000 € je Person und Bank, dann klären Sie Steuer und Fristen, danach legen Sie eine Reserve fest, und erst zum Schluss entscheiden Sie über die Anlage. Diese Reihenfolge gilt für ein Erbe genauso wie für eine Abfindung, einen Hausverkauf oder eine ausgezahlte Lebensversicherung. Nur die Regeln für Steuer und Einlagensicherung unterscheiden sich je nach Anlass, und genau dort entstehen die teuren Fehler.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion geld-was-nun.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

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Kurz beantwortet

  • Gesetzlich gesichert sind 100.000 € je Person und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). 300.000 € brauchen also drei Banken, außer der Anlass fällt unter die erhöhte Deckung bis 500.000 € für sechs Monate (§ 8 Abs. 2 EinSiG).
  • Die erhöhte Deckung gilt nach dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie, nach einer Abfindung wegen Arbeitsplatzverlust oder einer Kapitalauszahlung aus Betriebsrente, Riester oder Versorgungswerk; eine gewöhnliche Erbschaft und eine private Lebensversicherung stehen nicht im Katalog.
  • Ein Erbe ist binnen drei Monaten dem Finanzamt anzuzeigen (§ 30 Abs. 1 ErbStG); Kinder haben einen Freibetrag von 400.000 €, Geschwister von 20.000 € (§ 16 Abs. 1 ErbStG).
  • Die Inflationsrate lag im September 2026 bei voraussichtlich 3,3 Prozent (Destatis); ein Tagesgeld mit 0,75 Prozent Zins verliert damit Kaufkraft.

Welche Anlage passt zu Ihrem Betrag?

Drei Fragen, dann die passenden Anbieter, sortiert nach Kosten laut Kosteninformation.

Ich habe plötzlich 300.000 € und weiß nicht, was ich tun soll: Was ist der erste Schritt?

Der erste Schritt ist, die 300.000 € so zu verteilen, dass bei keiner Bank mehr als 100.000 € je Person liegen, denn nur bis zu diesem Betrag ist ein Guthaben gesetzlich gesichert (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Die Grenze gilt je Bank und nicht je Konto: Tagesgeld, Girokonto und Festgeld beim selben Institut werden zusammengezählt (§ 7 Abs. 3 EinSiG). Bei 300.000 € heißt das: mindestens drei Banken.

Eine Ausnahme gibt es für bestimmte Anlässe. Stammt das Geld aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie, aus einer Abfindung wegen Verlust des Arbeitsplatzes oder aus einer Kapitalauszahlung von Betriebsrente, Riester-Vertrag oder Versorgungswerk, sind für sechs Monate nach der Gutschrift bis zu 500.000 € gesichert (§ 8 Abs. 2 und 3 EinSiG). Den Anlass müssen Sie im Ernstfall schriftlich mit Belegen nachweisen (§ 8 Abs. 5 EinSiG). Eine gewöhnliche Erbschaft und eine private Lebensversicherung stehen nicht im Katalog. Für sie ist die erhöhte Deckung nicht eindeutig; sicher ist nur die Verteilung auf Banken mit je 100.000 €.

Bis hierhin müssen Sie nichts anlegen und nichts unterschreiben. Für die Anlage selbst gibt es keine gesetzliche Frist. Der Rechner zeigt, auf wie viele Banken sich Ihr Betrag verteilen muss.

Woher kommt das Geld? Die Regeln nach Anlass

Welche Frist läuft und welche Steuer fällt, hängt vom Anlass ab. Die Tabelle zeigt für die vier häufigsten Auslöser die wichtigste Pflicht, die Steuerregel und die Einlagensicherung. Jeder Anlass hat eine eigene Hauptseite mit allen Details.

Plötzlich viel Geld: Regeln nach Anlass, Stand 01.10.2026
AnlassErste Pflicht oder FristSteuerGesichert je BankAusführlich
ErbschaftAnzeige beim Finanzamt binnen 3 Monaten (§ 30 Abs. 1 ErbStG)Freibetrag Kind 400.000 €, Ehegatte 500.000 €, Geschwister 20.000 € (§ 16 ErbStG); darüber 7 bis 50 % (§ 19 ErbStG)100.000 €; erhöhte Deckung nicht eindeutigErbe anlegen
AbfindungArbeitslosengeld kann ruhen (§ 158 SGB III), Sperrzeit bis 12 Wochen (§ 159 SGB III)Fünftelregelung seit 2025 nur über die Steuererklärung (§ 34 EStG)bis 500.000 € für 6 Monate (§ 8 Abs. 2 EinSiG)Abfindung anlegen
Hausverkaufkeine Meldepflicht für den Verkäufer; Spekulationsfrist prüfenGewinn steuerpflichtig binnen 10 Jahren, außer bei Eigennutzung (§ 23 Abs. 1 EStG)bis 500.000 € für 6 Monate bei privat genutzter WohnimmobilieGeld anlegen nach Hausverkauf
LebensversicherungAuszahlung prüfen, bei Tod Bezugsrecht klärenVertrag ab 2005: Ertrag steuerpflichtig, nur zur Hälfte nach dem 60. Geburtstag und 12 Jahren Laufzeit (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG)100.000 €; private Lebensversicherung nicht im KatalogLebensversicherung ausgezahlt

Quelle: EinSiG, ErbStG, EStG, SGB III auf gesetze-im-internet.de, Abruf 01.10.2026. Erhöhte Deckung bei Betriebsrente, Riester und Versorgungswerk ebenfalls bis 500.000 €.

Zur Erbschaftsteuer ein Hinweis: Das Bundesverfassungsgericht verhandelt am 12. und 13.10.2026 über Freibeträge, Steuersätze und die Verschonung von Betriebsvermögen. Bis zu einer Entscheidung gelten die Werte aus §§ 16 und 19 ErbStG unverändert. Wie viel Steuer bei Ihrem Erbe anfällt, rechnet Erbschaftssteuer Freibetrag vor.

Die ersten 30 Tage: was wann zu tun ist

Die ersten Wochen gehören dem Ordnen, nicht dem Anlegen. Wer in dieser Zeit eine Liste abarbeitet, verliert kein Geld; wer unter Druck unterschreibt, bindet sich womöglich für Jahre an Kosten, die er nicht verglichen hat.

  • Tag 1 bis 7: Kontostand und Herkunft des Geldes festhalten, Belege sammeln (Kaufvertrag, Aufhebungsvertrag, Testament, Auszahlungsschreiben). Prüfen, ob mehr als 100.000 € bei einer Bank liegen.
  • Tag 7 bis 14: Tagesgeldkonten bei weiteren Banken eröffnen und verteilen. Banken mit gemeinsamer Lizenz zählen als eine Bank, etwa Commerzbank und comdirect.
  • Tag 14 bis 30: Steuer und Fristen klären: Erbschaftsanzeige, Steuererklärung für die Abfindung, Spekulationsfrist beim Hausverkauf. Bei Unsicherheit klärt das eine Steuerberatung.
  • Bis Tag 30: Ausgaben der nächsten fünf Jahre mit Betrag und Datum aufschreiben. Daraus ergibt sich der sichere Teil.
  • Ab Tag 30: erst jetzt Anlageformen und Anbieter vergleichen, Kosteninformationen anfordern, Verträge in Ruhe lesen.

Aktionszinsen laufen schneller ab, als viele denken. Die ING zahlte am 01.10.2026 auf dem Extra-Konto 3,20 Prozent für vier Monate bis 250.000 €, danach 0,75 Prozent. Die Openbank zahlte 4,00 Prozent für vier Monate, aber nur bis 100.000 € und nur mit Girokonto, danach 2,00 Prozent. Eine Erinnerung im Kalender zum Ende der Aktion spart Zinsverlust.

Wie viel Reserve brauche ich, wenn ich plötzlich viel Geld habe?

Die Reserve ist die Summe aus allen Ausgaben, die in den nächsten Jahren mit Betrag und Zeitpunkt feststehen, plus einem Puffer für Unvorhergesehenes; eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Ist die Reserve zu knapp, muss der renditeorientierte Teil womöglich im falschen Moment verkauft werden.

Ein Beispiel, berechnet von geld-was-nun.de mit angenommenen Werten: Eine Familie hat 300.000 € nach Steuer. Sie plant ein Auto für 30.000 € in einem Jahr, eine Dachsanierung für 40.000 € in drei Jahren und will einen Puffer von 20.000 € halten. Rechenweg: 30.000 + 40.000 + 20.000 = 90.000 € sicherer Teil. Übrig bleiben 210.000 €, die voraussichtlich zehn Jahre und länger liegen können.

Beispiel: Reserve und Anlage für 300.000 €
BausteinBetragWo es liegen kannVerfügbar
Puffer20.000 €Tagesgeldtäglich
Auto in 1 Jahr30.000 €Festgeld 12 Monatenach 12 Monaten
Dach in 3 Jahren40.000 €Festgeld 36 Monatenach 36 Monaten
Langfristiger Teil210.000 €breit gestreute Fonds, selbst oder verwaltetjederzeit verkäuflich, aber mit Kursrisiko

Berechnet von geld-was-nun.de. Angenommene Ausgaben, keine Empfehlung. Beispielrechnung, keine Anlageberatung.

Zinsen für Festgeld lagen am Stichtag je nach Bank und Laufzeit weit auseinander: Die norisbank nannte im Zinsaushang vom 01.10.2026 für 12 Monate 3,20 Prozent und für 36 Monate 3,40 Prozent, die Commerzbank für 12 Monate 2,75 Prozent und für 36 Monate 2,95 Prozent (Stand 14.09.2026). Wie Sie einen großen Betrag ohne Kursrisiko staffeln, steht unter Geld anlegen ohne Risiko.

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Ich bin 58, habe 300.000 € Abfindung nach Steuer und gehe mit 63 in Rente: Wie teile ich auf?

Eine mögliche Aufteilung trennt das Geld für die fünf Jahre bis zur Rente vom Geld, das länger liegen kann; welcher Anteil passt, hängt von Ihren Ausgaben und Ihrer Bereitschaft ab, Kursschwankungen auszuhalten. Beispielrechnung, keine Anlageberatung.

Ausgangslage, berechnet von geld-was-nun.de mit angenommenen Werten: Bis zur Rente fehlen monatlich 2.500 € Einkommen. Rechenweg: 2.500 € mal 60 Monate = 150.000 €. Dieser Teil liegt in einer Festgeld-Treppe, bei der jedes Jahr eine Tranche fällig wird. Die übrigen 150.000 € werden voraussichtlich erst ab der Rente gebraucht.

Für die Sicherung hilft der Anlass: Eine Abfindung steht im Katalog des § 8 Abs. 3 EinSiG, sechs Monate nach der Gutschrift sind bis zu 500.000 € bei einer Bank gesichert. Danach gilt wieder die Grenze von 100.000 €. Spätestens dann gehört das Geld auf mehrere Banken.

  • Option A, alles sicher: 300.000 € in Festgeld und Tagesgeld auf mindestens drei Banken. Kein Kursrisiko, aber bei einer Inflationsrate von 3,3 Prozent (September 2026) kann der Zins nach Steuer unter der Teuerung liegen.
  • Option B, halb und halb: 150.000 € Festgeld-Treppe, 150.000 € in breit gestreuten Fonds. Bei einem angenommenen Rückgang des Fondsteils um 30 Prozent fehlen 45.000 € (berechnet von geld-was-nun.de: 150.000 × 0,30), das sind 15 Prozent des Gesamtbetrags.
  • Option C, verwalten lassen: Der Fondsteil von 150.000 € kostet laut Preisverzeichnissen im Jahr bei Whitebox Global 840 €, bei LIQID 1.230 €, bei froots 1.755 € und bei Estably Modern Value 2.235 € ohne Gewinnbeteiligung (berechnet von geld-was-nun.de: Betrag mal Gebühr plus Produktkosten, Stand 01.10.2026).

Wie die Abfindung versteuert wird und ob eine Einzahlung in die Rentenversicherung Abschläge ausgleicht, steht auf den Seiten zur Abfindung kurz vor der Rente und zum Entnahmeplan.

Die Anlageentscheidung: sicher, renditeorientiert oder beides

Erst wenn Reserve und Steuer feststehen, geht es um die Anlage. Es gibt im Kern drei Wege: alles sicher verzinst, alles in Fonds, oder eine Aufteilung. Die Tabelle stellt die gängigen Bausteine nebeneinander. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge.

Bausteine für einen großen Betrag, Stand 01.10.2026
BausteinSchutz bei PleiteKursrisikoErtrag oder KostenMehr dazu
Tagesgeld100.000 € je Bank (EinSiG)keins0,30 bis 4,00 % je nach Bank und AktionEinlagensicherung
Festgeld100.000 € je Bank (EinSiG)keins, aber gebunden12 Monate 1,70 bis 3,20 % bei den ausgewerteten BankenErbe Festgeld
Fonds im DepotSondervermögen, aussonderungsfähig (§ 47 InsO)ja, auch über JahreKosten je nach WegRobo-Advisor Vergleich
VermögensverwaltungDepot auf Ihren Namenjaz. B. 0,56 % (Whitebox Global) bis 1,49 % (Estably Modern Value) p. a., berechnetVermögensverwaltung Vergleich
ImmobilieEigentum im GrundbuchPreis- und MietrisikoKaufnebenkosten, InstandhaltungImmobilie oder ETF
GoldEigentum, Lagerort entscheidetja, kein ZinsLager- und HandelskostenGold lagern

Zinsen laut Preisaushängen und Konditionenseiten der Banken, Verwalterkosten laut Preisverzeichnissen, Abruf 01.10.2026. Berechnete Werte: Gebühr plus durchschnittliche Produktkosten.

Für den langfristigen Teil zeigt der Rechner die Jahreskosten aller ausgewerteten Vermögensverwalter für Ihren Betrag. Bei 300.000 € kosten etwa Whitebox Global 1.680 €, LIQID 2.310 €, froots 3.510 € und Estably Modern Value 4.170 € ohne Gewinnbeteiligung, berechnet von geld-was-nun.de aus Gebühr und Produktkosten. Wer zwischen Selbermachen und Verwaltung schwankt, findet die Abwägung unter Vermögensverwaltung oder ETF.

Welche Fehler kosten bei plötzlich viel Geld am meisten?

  • Alles bei einer Bank: Über 100.000 € je Person ist ein Guthaben nur in den Fällen des § 8 Abs. 2 EinSiG und nur sechs Monate lang gesetzlich gesichert.
  • Aktionszins vergessen: Nach dem Ende der Aktion fällt der Zins bei der ING von 3,20 auf 0,75 Prozent. Auf 100.000 € sind das 2.450 € weniger Zins im Jahr (berechnet von geld-was-nun.de: 100.000 × 2,45 %).
  • Ausgabeaufschlag übersehen: Ein Aktienfonds mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag kostet bei 300.000 € Einzahlung 14.286 € beim Kauf (berechnet von geld-was-nun.de: 300.000 − 300.000 / 1,05); beim UniGlobal erhält die Bank davon laut Produktinformation 90 bis 100 Prozent.
  • Kosten unterschätzt: 0,6 Prozentpunkte Unterschied im Jahr kosten bei 300.000 € über zehn Jahre 18.000 € (berechnet von geld-was-nun.de: 300.000 × 0,6 % × 10, ohne Wertentwicklung).
  • Inflation ignoriert: Bei 3,3 Prozent Teuerung entsprechen 300.000 € nach einem Jahr noch einer Kaufkraft von 290.416 € (berechnet von geld-was-nun.de: 300.000 / 1,033).
  • Unter Zeitdruck unterschrieben: Für die Anlage gibt es keine Frist. Fristen gibt es nur für Steuer und Anzeigen.

Wer hilft, ohne etwas zu verkaufen?

Beratung gibt es auf Provision oder gegen Honorar. Ein Bankberater darf Provisionen annehmen, wenn er sie offenlegt (§ 70 Abs. 1 WpHG). Ein Honorarberater wird nur von Ihnen bezahlt (§ 34h Abs. 3 GewO, § 64 Abs. 5 WpHG). Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berechnete am 01.10.2026 für eine Geldanlage- und Altersvorsorgeberatung 230 € für 90 Minuten. Wie Sie einen Honorarberater finden und prüfen, steht unter Honorarberater finden; was ein Vermögensverwalter mit BaFin-Erlaubnis ist, unter Unabhängige Vermögensverwalter.

Wir sind keine Anlageberater, keine Steuerberater und keine Bank und vermitteln nichts. Diese Seite nennt Regeln, Kriterien und Kosten, keine Empfehlung für Ihren Fall.

Alle Themen nach Anlass und Betrag

Je nachdem, woher das Geld kommt und was Sie damit vorhaben, geht es auf diesen Hauptseiten weiter:

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Häufige Fragen

Ich habe plötzlich 100.000 € auf dem Konto. Ist das Geld sicher?

Ja, 100.000 € sind bei einer Bank in der EU gesetzlich voll gesichert, gerechnet je Person über alle Konten bei diesem Institut (§ 8 Abs. 1, § 7 Abs. 3 EinSiG). Liegt bei derselben Bank schon weiteres Geld, zählt es mit. Ein Gemeinschaftskonto von zwei Personen ist bis 200.000 € gedeckt, weil jedem Inhaber sein Anteil zugerechnet wird (§ 7 Abs. 4 EinSiG).

Was mache ich, wenn ich plötzlich 500.000 € habe?

Zuerst auf mindestens fünf Banken mit je höchstens 100.000 € verteilen, außer das Geld stammt aus Hausverkauf, Abfindung oder Betriebsrente; dann sind sechs Monate lang bis zu 500.000 € bei einer Bank gesichert (§ 8 Abs. 2 EinSiG). Danach Steuer klären, Reserve festlegen und Kosten vergleichen. Eine Vermögensverwaltung für 500.000 € kostet laut Preisverzeichnissen zum Beispiel 2.800 € im Jahr bei Whitebox Global oder 6.450 € bei Estably Modern Value (berechnet).

Wie lange darf viel Geld auf dem Girokonto liegen?

Eine gesetzliche Höchstdauer gibt es nicht. Es gibt zwei Gründe, nicht zu lange zu warten: Das Girokonto zählt bei der Einlagensicherung mit allen anderen Konten derselben Bank zusammen, über 100.000 € ist der Rest im Regelfall ungesichert. Und Geld ohne Zins verliert Kaufkraft, während die Inflationsrate im September 2026 bei voraussichtlich 3,3 Prozent lag (Destatis).

Muss ich plötzlich viel Geld dem Finanzamt melden?

Bei einer Erbschaft ja: Die Anzeige ist binnen drei Monaten nach Kenntnis fällig (§ 30 Abs. 1 ErbStG), außer ein Gericht oder Notar hat das Testament eröffnet und es geht weder um Grundbesitz noch um Auslandsvermögen. Bei einer Schenkung sind Beschenkter und Schenker anzeigepflichtig (§ 30 Abs. 2 ErbStG). Eine Abfindung erscheint in der Lohnsteuerbescheinigung; die Fünftelregelung gibt es seit 2025 nur über die Steuererklärung.

Wie viel Zinsen bringen 300.000 € auf dem Tagesgeld?

Bei 2,50 Prozent, wie sie die norisbank am 01.10.2026 im Top-Zinskonto mit Girokonto nannte, wären es 7.500 € im Jahr vor Steuer. Nach Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag von zusammen 26,375 Prozent und einem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € bleiben 5.786 € (berechnet von geld-was-nun.de). Gesichert sind bei einer Bank aber nur 100.000 €, und viele Aktionszinsen gelten nur wenige Monate.

Soll ich mit 300.000 € einen Vermögensverwalter beauftragen?

Das hängt davon ab, ob Sie Fondsanlage, Umschichten und Durchhalten in Kursrückgängen selbst übernehmen wollen. Ein Verwalter entscheidet im Rahmen einer vereinbarten Strategie und braucht eine BaFin-Erlaubnis (§ 15 WpIG oder § 32 KWG). Bei 300.000 € kostet das laut Preisverzeichnissen etwa 1.680 € im Jahr bei Whitebox Global oder 4.170 € bei Estably Modern Value (berechnet). Eine höhere Rendite ist dadurch nicht gesichert, den Kursverlust trägt immer der Anleger.

Was ist bei einer Erbschaft von 300.000 € anders als bei einer Abfindung?

Zwei Dinge: Steuer und Sicherung. Ein Kind erbt 300.000 € steuerfrei, weil der Freibetrag 400.000 € beträgt (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG); eine Abfindung ist dagegen Einkommen und wird nach § 34 EStG besteuert. Die Abfindung ist sechs Monate lang bis 500.000 € gesichert, das Erbe im Regelfall nur bis 100.000 € je Bank.

Weiterlesen

Quellen

  1. § 8 EinSiG Deckungssumme, Stand zuletzt geändert durch Art. 26 Abs. 5 G v. 25.03.2026, Abruf 01.10.2026
  2. § 7 EinSiG Berechnung, Stand Abruf 01.10.2026
  3. § 30 ErbStG Anzeige des Erwerbs, Stand zuletzt geändert durch Art. 10 G v. 22.06.2026, Abruf 01.10.2026
  4. § 16 ErbStG Freibeträge, Stand Abruf 01.10.2026
  5. BVerfG Pressemitteilung Nr. 48/2026, Stand 30.07.2026
  6. § 23 EStG Private Veräußerungsgeschäfte, Stand Abruf 01.10.2026
  7. § 158 SGB III Ruhen bei Entlassungsentschädigung, Stand Abruf 01.10.2026
  8. Destatis Pressemitteilung Nr. 348: Inflationsrate September 2026, Stand 30.09.2026
  9. ING Extra-Konto Konditionen, Stand 01.10.2026
  10. Openbank Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand 28.09.2026
  11. norisbank Zinsaushang, Stand 01.10.2026
  12. Commerzbank Online-Termingeld, Stand 14.09.2026
  13. Union Investment UniGlobal Produktinformation, Stand 04.10.2024
  14. Verbraucherzentrale NRW Geldanlage- und Altersvorsorgeberatung, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  15. § 70 WpHG Zuwendungen, Stand zuletzt geändert durch Art. 11 G v. 26.05.2026, Abruf 01.10.2026
  16. Whitebox: Höhe der Gebühren, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026
  17. LIQID Vertragsbedingungen mit Preisverzeichnis, Stand September 2026
  18. Estably Kosten, Stand ohne Datum, Abruf 01.10.2026

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